Jakobs-Kreuzkraut – vor allem Landwirte und Schäfer wissen um die Gefahr dieser schönen gelben Blumen auf den Sommerwiesen. Für Weidetiere sind sie sehr giftig. Vor allem auf weniger gemähten Magerwiesen verbreitet sich die Giftpflanze. Der Landschaftserhaltungsverband (LEV) im Schwarzwald-Baar-Kreis organisiert daher immer wieder Aktionen zur Beseitigung von Jakob-Kreuzkraut.

Kürzlich erst am Großen Katzenrain in Aasen. In den 1980er Jahren wurde hier vom BUND und mit Einverständnis aller Grundeigentümer und Unterstützung der Ortsverwaltung auf dem artenreichen Areal eine „Ökowiese„ mit heimischen Obstsorten angelegt und auch mit Unterstützung der Stadt bis heute sorgfältig weiter entwickelt. Schafhalter nutzen das unter Naturschutz stehende Hanggelände regelmäßig und Spaziergänger freuen sich zu allen Jahreszeiten über die schöne Aussicht und viele Blühpflanzen.

Helfer müssen sich mit dicken Handschuhen schützen

Der LEV kümmert sich ganz praktisch um Pflege und Erhalt der Kulturlandschaft. Im Sommer heißt das unter anderem, auf naturnahen Wiesen Jakob-Kreuzkraut und Wasser-Kreuzkraut zu entfernen und diese Fläche für Weidetiere nutzbar zu halten.

Dafür sorgte in Aasen Ina Hartmann vom LEV einen Samstagmittag lang mit zwei FÖJ‘lern vom Umweltbüro Donaueschingen und weiteren ehrenamtlichen Helfern von der Umweltgruppe Südbaar und dem Schwarzwaldverein. Mit dicken Handschuhen geschützt, denn das giftige Jakobs-Kreuzkraut wirkt auch schon über die Haut, werden die typischen gelben Blumen mit Stiel und Stumpf (Wurzel) ausgerissen, in Plastiksäcken gesammelt und auf sichere Art verbrannt.

Kreuzkräuter führen zu tödlichen Leberschäden

In einer Pause erklärt Ina Hartmann die gewichtigen Hintergründe der anstrengenden Pflegemaßnahmen: Alle Kreuzkräuter enthalten Pyrrolizidinalkaloide, bei deren Abbau in der Leber giftige Stoffwechselprodukte gebildet werden, die irreversible Leberschäden verursachen. Bei einer akuten Vergiftung durch die Aufnahme größerer Mengen verenden Weidetiere innerhalb weniger Tage. Aber auch in der Silage bleibt das Gift erhalten. Und da sich der Geschmack verbessert, können die Tiere die Kreuzkräuter nicht mehr selektieren.

Bei einer Vergiftung gibt es keine Therapiemöglichkeiten. Deshalb müssen die Pflanzen frühzeitig ausgerissen oder -gestochen werden, ein früher Schnitt verhindert eine Versamung. Auch Herbizit-Einsatz kann helfen.