Die Ladentür in der Josefstraße geht auf, es riecht nach französischer Küche und man wird begrüßt mit einem „Bonjour“ – inmitten von Donaueschingen. Den Gruß sendet Eric Thomas. Er kam vor mehr als 30 Jahren aufgrund der Liebe in die Baarstadt und eröffnete einen Laden für Inneneinrichtung und Handtaschen. Sein Interesse an Inneneinrichtung hatte sich in Südfrankreich entwickelt, wo er ein Hotel führte. „Ich merkte beim Gestalten der Möbel, dass nichts unmöglich ist, wenn man ein Selbstbewusstsein mit sich trägt“, erklärt der 61-Jährige. Dieses Motto begleitet ihn nun das Leben lang.

Donaueschingen ist der „richtige Ort“

Auch Handtaschen faszinierten ihn seit der Kindheit, was für einen Pariser nicht verwunderlich erscheint. Er vermisse seine Heimat aber nicht, denn das Leben führe einen immer an den „richtigen Ort“, sagt er. Ganz im Gegenteil: er habe seine zweite Heimat in Donaueschingen gefunden: „Es ist alles zentral und beschaulich, ich kann alles zu Fuß erreichen. Da war Paris ganz anders, groß und hektisch“, sagt er. Die Donaueschinger, so Thomas, kennen und grüßen einander – insbesondere auf dem Wochenmarkt.

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Deshalb schätze er den Kundenkontakt und die Möglichkeit, individuell, handwerklich und kreativ zu arbeiten. Wie aus einer Vision Realität entsteht, das sei sehr besonders, erklärt Eric Thomas. Dankbar sei er insbesondere für den Kontakt mit den Stammkunden. Wie er Inspiration für seine Arbeit findet? „Inspiration haben wir alle, man muss in sich schauen und sich es zutrauen“. Nachts kämen ihm die besten Ideen, „dann sprudelt es nur so“.

„Inspiration hat jeder in sich selbst“, so Thomas. So entstehen die Muster seiner Stücke – natürlich im Pariser Stil.
„Inspiration hat jeder in sich selbst“, so Thomas. So entstehen die Muster seiner Stücke – natürlich im Pariser Stil. | Bild: Hannah Schedler

Nur Pariser haben guten Geschmack?

Ob er einst einen Kulturschock erlebt hat? Anfangs dachte er und sagt mit einem Augenzwinkern: „Ich bin der einzige Pariser hier – dementsprechend der Einzige mit guten Geschmack.“ Er habe sich aber von der Denkweise eines guten und schlechten Geschmacks befreit. Es gehe darum, der „Kreativität freien Lauf zu lassen“ – auch wenn in Deutschland alles etwas strenger reglementiert sei. Wie die Donaueschinger den französischen Stil finden? „Einfach mal dem Herzen folgen.“

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