In Zeiten von Corona halten sich die unterstützenden Wahlkampfbesuche der politischen Prominenz aus Stuttgart in Grenzen. Anstatt auf Präsenz- wird auf Online-Wahlkampf gesetzt. Doch für FDP-Landeschef Michael Theurer ist der Ausflug an die Basis auch in Corona-Zeiten nicht wegzudenken.

„Die Schulleiter und die Pädagogen wurden im Stich gelassen.“
Niko Reith, FDP-Kandidat

„Das ist wie der Chef, der muss auch in der Produktion vorbeischauen, um die Stimmung in seinem Betrieb aufzunehmen“, erklärt Theurer. Als Bundestagsabgeordneter wolle er nicht nur wissen, was in Berlin los ist, sondern auch wie die Entscheidungen, die dort getroffen werden, in der Region ankommen. „Sonst fehlen die Informationen und auch die Inspirationen. Man muss einfach schauen, was im Land los ist“, erklärt Theurer.

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Selbstverständlich werde jeder Termin kritisch geprüft, so der FDP-Landtagskandidat Niko Reith. Doch das Konversionsgelände kann auch unter Corona-Auflagen besichtigt werden und Theurer ist begeistert. „Donaueschingen hat noch städtebauliches Potenzial. Das ist wie ein Sechser im Lotto.“ Doch man müsse auch schauen, wie sich Corona auf die Finanzen der Stadt auswirke – besonders da durch den Lockdown wohl mit einer Insolvenzwelle zu rechnen sei. und schon ist das Thema wieder da, ohne das in diesem Wahlkampf nichts geht: Corona.

Bild: Stephanie Trenz

Klar fordern Reith und Theurer eine Öffnungsstrategie und somit auch eine Perspektive, was die Menschen wann und wie erwarten können. Das sei schon lange überfällig. „Was ist denn seit dem ersten Lockdown passiert?“, fragt Theurer. Beispielsweise im Bereich der Schulen. Wenn die Lehrer nicht so engagiert wären, sähe vieles noch viel schlimmer aus. „Die Schulleiter und die Pädagogen wurden im Stich gelassen“, sagt Reith. Noch gut erinnert sich Theurer an den letzten Wahlkampf. Damals sei die FDP ausgelacht worden, als sie das Motto „Digitalisierung first“ herausgegeben habe. Nun sehe man ja, das Digitalisierung mehr bedeute, als einfach nur Geräte zu kaufen. Und Bildung sei ein äußerst wichtiges Thema.

„Wenn es einen Diskurs gibt, kann man auch Schwachpunkte erkennen.“
Michael Theurer, FDP-Landeschef

Kaum sei noch nachzuvollziehen, dass die Maßnahmen aufrecht erhalten würden. Ein Stufenplan müsse her, der sich auch an regionalen Zahlen orientiert. „Es braucht einen Diskurs. Man kann nicht einfach immer Entscheidungen als alternativlos hinstellen“, sagt Theurer. Solche Themen dürften nicht hinter verschlossenen Themen beraten werden, sondern müssten ins Parlament, wo dann ein Ideenwettstreit stattfinden soll, um die beste Lösung. „Wenn es einen Diskurs gibt, kann man auch Schwachpunkte erkennen.“