In der Donaueschinger Teilortschaft Heidenhofen realisieren Umweltbehörden eine weitere Maßnahme zur Biotopvernetzung entlang des Übriggrabens. Gemeinsam mit den angrenzenden Landwirten aus Heidenhofen, Aasen und Sunthausen erörterte Kathrin Schwab vom Umweltbüro des Gemeindeverwaltungsverbandes Donaueschingen jetzt vor Ort die Maßnahme und traf mit den betroffenen Landwirten Absprachen zur Bewirtschaftung der angrenzenden Flächen.

Ausgleichsmaßnahmen für Neubaugebiet im Bereich Alpenblick

Die weitere naturnahe Entwicklung der Gemeindeflächen entlang des Übriggrabens, der parallel zum Autobahnzubringer in Richtung Biesingen verläuft, ist dem Ortschaftsrat und insbesondere Ortsvorsteher Reinhard Merkle ein Anliegen.

Im oberen Bereich wurden bereits Büsche und Bäume gepflanzt. Jetzt steht das Projekt „Biotopvernetzung Übriggraben„ oberhalb der Rathausstraße an. Damit sind auch die erforderlichen Ausgleichsökopunkte für die Erschließung des Neubaugebiets im Bereich Alpenblick verbunden.

Gewässerrandstreifen wird Landwirtschaft und Wegenutzung entzogen

Der Wiesenweg gehört der Gemeinde und soll als Gewässerrandstreifen, als Pufferzone nördlich des Übriggrabens eingerichtet werden. Die Fläche wird von der Stadt gemäht. Als erweiterter Gewässerrandstreifen hat sie keine Wegefunktion mehr. Weide- und Ackernutzung ist nicht mehr vorgesehen und beim Ausbringen von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln ist die Grenze einzuhalten.

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Damit aus dem fünf Meter breiten Grünstreifen zur Biotopvernetzung eine naturnahe, artenreiche „Insektenautobahn„ werden kann, wie Agraringenieurin Schwab es nannte, wird im Herbst durch Schnitt in der Region gewonnenes ungereinigtes Saatgut, sogenannter „Schwarzwälder Wiesendrusch“, ausgebracht.

Landwirt kritisiert Einschränkungen für Bauern

Karlheinz Bäurer, Vertreter des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbands und Inhaber angrenzender Flurstücke, beklagte äußerst kritisch bis verärgert immer weitere Einschränkungen für Landwirte.

Kathrin Schwab konnte hingegen im Dialog mit Thomas Hauger, der einen bäuerlichen Familienbetrieb in Sunthausen betreibt, einvernehmliche Regelungen über die naturnahe Ausrichtung am Übriggraben und die Bestellung der angrenzenden Äcker formulieren.

Behördenvertreterin sagt Flexibilität zu

Grundsätzlich soll der fünf Meter breite Gewässerrandstreifen nicht befahren werden. Keine Probleme aber macht beispielsweise das Wenden außerhalb der Aufwuchsperiode nach dem Grasschnitt bei trockenem Wetter im Frühsommer und Herbst – Zeitfenster, die in die Rhythmen der Feldarbeiten der Bauern passen.

Merkle sagte, es sei wichtig, dass die Landwirte diese Schritte mitgehen. Schwab sagte Flexibilität zu: „Wir sind nicht mit Kamera und Polizei da“, und man könne, wenn die Fläche abgeräumt ist, auch mal zwei Augen zudrücken. Und man wolle mit den Landwirten im Gespräch bleiben.

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