Das Coronavirus hat seit Mitte März zahlreiche Berufsgruppen ausgebremst: Gastronomen und Hoteliers, Messebauer und PR-Agenten oder auch die Mitarbeiter der großen deutschen Autobauer und ihrer Zulieferer – aber zum Glück nicht die Männer vom Straßenbau. Sieben Firmen sind für den vierspurigen Ausbau der B 27 zuständig und Projektleiter Hartmut Trenz hatte die Befürchtung, dass das Virus womöglich den Zeitplan des wichtigsten Straßenbauprojekts der Baar durcheinanderwirbeln könnte. Doch so weit ist es nicht gekommen, keine Pandemie-geschuldeten Krankmeldungen gingen bei den Fachfirmen ein.

Keine einzige Krankmeldung bei den Straßenbauern

Die Sicherheitsbeauftragten hätten ihre Straßenbauer gut geschult, sagt Trenz, der sich vor Ort über die Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln überzeugt hat. An jedem Baustellenabschnitt stünden Desinfektionsmittel parat, wenn eng zusammengearbeitet werden müsse, sei das Tragen von Gesichtsmasken Pflicht. Ansonsten wird Abstand gehalten. Trenz: „Das sind doch alles vernünftige Menschen.“ Damit sieht es gut aus, dass der ambitionierte Zeitplan des B-27-Ausbaus eingehalten werden kann.

Neue Leitplanken für die B 27: Capo Dejan Laslo vom Straßenerhaltungsservice Süd-Planken rammt mit einer Maschine Träger in den Boden.
Neue Leitplanken für die B 27: Capo Dejan Laslo vom Straßenerhaltungsservice Süd-Planken rammt mit einer Maschine Träger in den Boden. | Bild: Holger

In diesen Tagen werden die Leitplanken neu montiert. Das ist immer ein gutes Zeichen, weil das eine der allerletzten Maßnahmen ist, ehe der Verkehr an dieser Stelle wieder fließen kann. Und mit einer Maßnahme, die vor allem in Hüfingen in der Vergangenheit für reichlich Diskussionsstoff sorgte, ist jetzt auch begonnen worden: Es laufen die Vorarbeiten für die Lärmschutzwand, deren Fundament wird bald fertiggestellt sein. Wenn alles glatt läuft, dann senkt die Wand ab November den Lärmpegel für die Auf-Hohen-Anwohner. Seit zwei Wochen sind die Brückenbauer außerdem dabei, eine neue Verbindung zur Kläranlage herzustellen. In diesem Zug werden auch gleich die sogenannten Durchlassbauwerke für Gräben und Leitungen hergestellt.

Hartmut Trenz, Projektleiter, zum Ziel, den Ausbau Nord 2021 zu Ende zu bringen: „Das ist ambitioniert, aber machbar“
Hartmut Trenz, Projektleiter, zum Ziel, den Ausbau Nord 2021 zu Ende zu bringen: „Das ist ambitioniert, aber machbar“ | Bild: SK-Archiv

Aktuell wird auch an der direkten Anbindung der Bahnbrücke gearbeitet. Die bekommt noch eine Irritationsschutzwand. Was das ist? Eine Querungshilfe für Fledermäuse. Fledermäuse sind nämlich hochmobil, sie nutzen räumlich voneinander getrennte Lebensräume. Eine Irritationsschutzwand soll deshalb verhindern, dass die Tiere gegen Windschutzscheiben von Autos klatschen. Und an der Donaubrücke wird aktuell das Traggerüst abgebaut.

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Was Autofahrer besonders freuen wird: Bei all diesen Maßnahmen bleibt die B 27 von Sperrungen verschont. Anders als in der Vergangenheit muss die Straßenverkehrsbehörde keine Umleitungen ausweisen. Der Verkehr kann entweder auf der neuen B 27 rollen oder er wird über die alte B-27-Trasse geführt.

Was dieses Jahr geschafft werden soll

Vor der Winterpause sind die Wirtschaftswege auf Gemarkung Hüfingen fertiggestellt worden. Auch die Einfädelungs- und die Beschleunigungsspur auf der Ostseite (Riedseeseite) des Knoten Allmendshofen können die Planer abhaken. In diesem Bereich ist auch die Fahrbahn saniert worden. Ziel des Regierungspräsidiums als Bauträger ist es, den B-27-Süd-Ausbau zwischen Knoten Allmendhofen und dem Wasserturm Hüfingen in diesem Jahr abschließen zu können. Das gilt auch für die neue Donaubrücke und die neue Bahnbrücke.

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Im Bereich Donaubrücke erwartet Autofahrer in diesem Jahr dauerhaft eine einspurige Verkehrsführung. Der Abriss der alten Brücke beginnt 2022, bis Ende 2023 soll die neue Brücke gebaut sein. Der Verkehr dürfte erst irgendwann im Jahr 2024 zweibahnig diese Stelle passieren. Gegen Jahresende 2021 werden dann die beiden Doppelfahrbahnen bei „Mitte“ zusammengeführt. Das heißt aber nicht, dass der Verkehr ab 2022 jeweils zweispurig fließt. Schon länger bekannt war, dass das Jahr 2023 genutzt wird, um die alten Fahrbahnen zu sanieren.

Für die Brücke zur Kläranlage wird auch noch in diesem Jahr der Startschuss fallen. Gegen Ende dieses Jahres wird dann der nächste Bauabschnitt zwischen Donaueschingen Mitte und dem Knoten Allmendshofen in Angriff genommen.

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Am Jahresende 2021 soll dann die komplette westliche Fahrspur zwischen Donaueschingen-Mitte und Hüfinger Wasserturm ihr Ausbauendstadium erreicht haben – um dann mit der östlichen Fahrbahnseite loslegen zu können. Mindestens bis 2024 werden Autofahrer, die auf der B 27 unterwegs sind, die Straßenbauer bei ihrem Knochenjob noch beobachten können.

Übrigens: Die aktuelle Sperrung des Knotens Allmendshofen hängt nicht mit der B-27-Maßnahme zusammen. Vielmehr saniert die Stadt Donaueschingen die Georg-Mall-Brücke.

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