Nicht ohne berechtigten Stolz beging der Fotoclub „Die Camera“ bei der jüngsten Hauptversammlung seinen 70. Geburtstag. Mit Vorsitzendem Alexander Keim und seinem Vize Andreas Halder waren sich die Mitglieder einig, angesichts der Conora-Krise auf eine offizielle Feier verzichten zu wollen. Die Mitglieder sind zudem schon froh, wenn sie unter Einhaltung der Hygiene-Vorschriften ihre Clubabende im Roten Rathaus in Allmendshofen abhalten können.

Im Rückblick verwies Vorsitzender Alexander Keim auf vielfältige Aktivitäten der Clubmitglieder. So waren sie in Hüfingen bei „Jugend spielt“ dabei, sie besuchten das Leica-Werk in Wetzlar, sahen sich auf der Fotokina um. Bei der Partnerschaft mit Vác war der Club mit einer Fotoschau über Donaueschingen dabei. In jedem Vierteljahr gibt es einen internen Wettbewerb, der Kreativität fordert und fördert. Im Allmendshofener Rathaus verfügen die derzeit 26 Mitglieder über ein professionelles Fotostudio mit Hintergründen, etlichen Blitzlampen mit dazugehörigen Schirmen und Blitzauslösern über die Kamera.

Freude am Fotografieren begann in Afrika

Der in Donaueschingen bekannte Otto Huber hatte während des Afrika-Feldzuges schon dort fotografiert und blieb seinem Hobby auch nach dem Krieg treu. Sein damaliger Freund und Redakteur Helmut Fuchs war ebenso begeisterter Lichtbildner und setzte die noch nicht erhältlichen Entwicklersubstanzen zusammen.

Weitere Freunde hatten auch „Fotografierapparate“, und so setzten sich einige Anfang 1950 zu ihrem gemeinsamen Hobby zusammen und gründeten den Club. Erste Zusammenkünfte waren im Café Trautwein, im Scheffelkeller hatten die Fotografen Quartier. Später ermöglichte die Fürstliche Verwaltung ein Clubheim im Palmenhaus, bis man später mit Genehmigung der Stadt ins Rathaus nach Allmendshofen umziehen konnte. Etliche Ausstellungen machten und machen den Fotoclub bekannt.

Die Clubmitglieder 1951 am Nikolausabend im Café Trautwein. V.l.: Heiner Geilenberg, Gerhard Brod, Otto Huber, Rainer Häfner, Willi Grieshaber, Karl Rith, Friedebert Trautwein, Ewin Martin, Albert Müller, Hariolf Martin. Georg Goerlipp (Nikolaus), Franz Stadelmann (Knecht Rupprecht). Sitzend: Rudolf Bruder, Walter Schweinfest, Ernst Roth, Fritz Hauger.
Die Clubmitglieder 1951 am Nikolausabend im Café Trautwein. V.l.: Heiner Geilenberg, Gerhard Brod, Otto Huber, Rainer Häfner, Willi Grieshaber, Karl Rith, Friedebert Trautwein, Ewin Martin, Albert Müller, Hariolf Martin. Georg Goerlipp (Nikolaus), Franz Stadelmann (Knecht Rupprecht). Sitzend: Rudolf Bruder, Walter Schweinfest, Ernst Roth, Fritz Hauger. | Bild: Franz Krickl

Zu den Mitgliedern gleich nach der Gründung gesellten sich Max Rieple – später Ehrenmitglied – Zahnarzt Ernst Roth, Albert Müller war einer der ersten, ebenso der ob seiner Bilder vielen bekannte Karl Rith und dessen Bruder Georg. Redakteur Lorenz Honold, Georg Goerlipp und der Fotograf German Hasenfratz kamen dazu. Edwin und Hariolf Martin prägten entscheidend den Fotoclub mit. Rudolf „Bobby“ Bruder vom Pelzhaus Bruder war ebenfalls einer der ersten. Der spätere Vorsitzende Heiner Geilenberg gehört heute noch – hochbetagt – dem Club an.

Bekannt ist das Film-Gespann Fritz Hauger und Willi Grießhaber, die Jahr für Jahr die Frohsinn-Aktivitäten auf 16-Millimeter-Film festhielten. Willi Grießhaber ist heute noch in hohem Alter Mitglied im Club. Eine Mammutaufgabe für die Fotografen war etliche Jahre das Fotografieren des Schwarzwald-Marathons in Bräunlingen. Die Läufer wurden auf der Strecke abgelichtet, die vielen Filme sofort entwickelt und auch gleich danach unzählige Fotos gefertigt, die anhand der Startnummern leicht zugeordnet werden konnten.

Clubabend im Jahre 1985 bereits im Allmendshofener Rathaus. Vn links: Paul Geiselmann, Karl Rith, Walter Schweinfest, Bernhard Meder, Georg Goerlipp, Franz Krickl, Willi Grieshaber, Fritz Hauger, Albert Müller.
Clubabend im Jahre 1985 bereits im Allmendshofener Rathaus. Vn links: Paul Geiselmann, Karl Rith, Walter Schweinfest, Bernhard Meder, Georg Goerlipp, Franz Krickl, Willi Grieshaber, Fritz Hauger, Albert Müller. | Bild: Franz Krickl

Seit vielen Jahren fotografiert man digital, obwohl einige der Fotografen daneben noch der analogen Fotografie huldigen. Die Bilder werden am Computer bearbeitet und an eine große Leinwand zur Begutachtung projiziert. Zunehmend widmen sich die Clubmitglieder der Schwarz-Weiß-Fotografie.

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