Zunftmeister Michael Lehmann ist etwas erstaunt: Da hat man den Oberbürgermeister schon abgesetzt und das Rathaus zum "Haus der Narren" erklärt, doch Erik Pauly geht immer noch ein und aus. Akzeptabel ist das auch nur, weil die Narren beim Zunftmeisterempfang reichlich versorgt werden und Pauly – und die Fürstenberg Brauerei natürlich – dafür aufkommen.

Und das abgesetzte Stadtoberhaupt weiß, wie man Narren so richtig glücklich macht: Mit gereimten Worten und dann auch noch mit reichlich viel Selbstironie – da ist die närrische Gesellschaft reichlich begeistert: "Und um alle zu entzücken, bauen wir auch ständig neue Brücken, in Neudingen und Allmendshofen, als wären wir total besoffen. Wenn nur ein Trecker drüberfährt, völlig egal – das ist's uns wert, weil sich ja keiner hier beschwert", spricht der Oberbürgermeister und erntet Begeisterung. Und dass der Stadtbus immer als närrisches Thema für einen Lacher gut ist, weiß auch Pauly: "Beim Donaubus, wenn keiner fährt, ist's nicht so, dass sich keiner schert – hat sich's System wohl nicht bewährt? Die Lösung ist schnell gefunden, künftig fährt der Bus die Runden über Allmendshofens Brücke und schließt die Brücken-Nutzungslücke."

Und dann gibt es ja noch ein Narren-Lieblingsthema: Das Personal im Rathaus. Wer kennt sich da nicht bestens aus – wenn nicht der OB: "Tja – Personal, ne tolle Sache, was ich hier im Rathaus mache, jeder macht jetzt mal was and'res, weil ich denke: bestimmt, der kann des..."

Und so weiß auch Severin Graf, der zukünftige Bürgermeister, was ihn dann erwartet. Immerhin hat er schon die Feuerteufe für die Fasnet bestanden, so oft wie er schon vor Amtsantritt dabei war. Zunftchef Lehmann wundert sich dann doch ein bisschen, dass Graf erst am 15. März anfangen wird. Doch der ist nicht auf den Mund gefallen: "G'schafft hat er noch nichts, aber feiern kann er", erklärt Graf.

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