Es ist die wohl größte Saalfastnachtveranstaltung in der Region: Der Hexenball der Stadt- und Schellenberghexen mit 1500 Besuchern jedes Jahr. Seit 28 Jahren hat er an Attraktivität nicht verloren, wenngleich man für die 28. Auflage am 1. März in den Donauhallen das Konzept für die neuerliche Sause etwas abändern möchte.

Sie wollen den Hexenball auf einen neuen Kurs bringen. Von links Olaf Degenkolbe, Yvonne Rottweiler und Bernd Majer. Sie bilden das Gremium „Hexenball“ bei den Schellenberghexen. Bild: Roger Müller
Sie wollen den Hexenball auf einen neuen Kurs bringen. Von links Olaf Degenkolbe, Yvonne Rottweiler und Bernd Majer. Sie bilden das Gremium „Hexenball“ bei den Schellenberghexen. Bild: Roger Müller

Der Hexenball stand in den vergangenen Jahren eigentlich als die Partyveranstaltung schlechthin. Während sich in der Bar bereits kurz nach Öffnung der Hallen hunderte von Partywütigen vergnügen, „ist das Interesse am Programm im Mozartsaal zwar nicht schlecht, doch spätestens, wenn die Livemusik spielt, war der Saal nur noch schwach frequentiert“, so Olaf Degenkolbe. So wurde es in den vergangenen Jahren auch immer schwieriger, Programmpunkte zu bekommen, das Hauptaugenmerk lag einfach auf der Party in der Bar.

Dennoch stellt man in diesem Jahr wieder ein dreistündiges Programm auf die Beine; unter anderem werden erstmalig die Villinger Stadthexen in den Donauhallen begrüßt – schließlich zieren sie in diesem Jahr das Etikett des Fastnachtsbiers der Fürstenberg-Brauerei. Weiter aufgewertet wird das Programm mit Guggenmusiken, darunter der Gaszug Randen, der in diesem Jahr ihren 35. Geburtstag feiern. Weiter setzt man auf zwei professionelle Moderatoren, die während der Umbaupausen das Publikum bei Laune halten.

„Wir wollen auf keinen Fall die Party im Bartoksaal schmälern oder reduzieren, auch wollen wir mit der Öffnung der Bar nicht bis nach dem Programmende warten“, so das Gremium. Dennoch hat man in diesem Jahr vor, nach Programmende die Party im Mozartsaal auf Touren zu bringen. Spielte bis dato nach dem Programmteil eine Liveband vor wenig Volk, will man in diesem Jahr eine Schlagerparty starten. Die Bühne bleibt tabu, getanzt werden kann direkt im Saal zur Musik vom DJ. Dieser ist dann nicht auf der Bühne beheimatet, vielmehr steht er direkt in der Halle, flankiert von zwei Getränkeständen. Dazu wird der Mozartsaal bereits zum Programm nicht gewohnt komplett bestuhlt sein, sondern nur bis zur Hälfte. „Mit Stehtischen werden wir uns da behelfen, denn wir können im Anschluss an das Programm nicht erst noch Stühle und Tische wegräumen, wir wollen den direkten Übergang zur Schlagerparty“, so Gremiumsmitglied Yvonne Rottweiler.

Ziel ist es, vielleicht auch wieder die etwas ältere Generation zum Hexenball zu locken. So versucht man, den Spagat zwischen der großen Party im Bartoksaal für die Jüngeren und Junggebliebenen und der vielleicht etwas älteren Klientel mit der Schlagerparty im Mozartsaal zu schaffen. Dieses abgeänderte Konzept wurde vom Gremium nun über einige Jahre erarbeitet, nicht zuletzt auch durch Rückmeldungen von Besuchern, Teilnehmern und Akteuren des Programms.

Dementsprechend ist man gespannt, wie das neue Konzept angenommen wird. „Wir erwarten auf alle Fälle eine Aufwertung der Veranstaltung im Mozartsaal, und in diesem Jahr dürfen auch alle Junggebliebenen mit ihren Hits bei der Schlagerparty feiern“, so Olaf Degenkolbe. Und vielleicht zieht es den einen oder anderen ja auch mal zu einem Abstecher in den Bartoksaal zur Riesensause, denn der oft als reine „Saufveranstaltung“ titulierte Hexenball hat diesen Status wahrlich nicht verdient.