Das Haus Antonius kennen lernen, das musste er nicht: Seit wenigen Tagen ist Felix Tautorius Chef in der Einrichtung für an Multiple Sklerose erkrankte Menschen. Der 44-Jährige löste damit Yeonghee Krug ab, die seit 1995, dem Gründungsjahr des von Fürstin Maximiliane zu Fürstenberg maßgeblich initiierten Heims, den Chefposten inne hatte.

Yeonghee Krug, die frühere Leiterin des Hauses Antonius, zeigt einen Spendenscheck.
Yeonghee Krug, die frühere Leiterin des Hauses Antonius, zeigt einen Spendenscheck. | Bild: privat

Felix Tautorius ist 44 Jahre alt, lebt in einer festen Beziehung und kennt das Heim seit der Eröffnung – weil er dort ab 1995 seinen Zivildienst nach dem Abitur am Wirtschaftsgymnasium Donaueschingen machte. Eine Zeit, die ihn offenbar stark prägte, denn nach der Zivi-Zeit begann er eine Ausbildung zum Krankenpfleger am Kreisklinikum, wo er in der Notfallambulanz und später auch im OP-Trakt reichlich Berufserfahrung sammelte. 2010 wurde dann eine Stelle im Haus Antonius frei: Tautorius griff zu und hat diese Entscheidung nicht bereut.

Zum dritten Mal wird im Jahr 2016 das Haus Antonius der Interessengemeinschaft Multiple Sklerose Erkrankter Donaueschingen (IMSED) an der Sennhofstraße erweitert. Beim Spatenstich dabei (v.l.): Hans-Dieter Meier, Fürstin Maximiliane zu Fürstenberg, Hausbeirat Karl-Heinz Hahn, der Freiburger Architekt Erhard Ehling und Heimleiterin Yeonghee Krug.
Zum dritten Mal wird im Jahr 2016 das Haus Antonius der Interessengemeinschaft Multiple Sklerose Erkrankter Donaueschingen (IMSED) an der Sennhofstraße erweitert. Beim Spatenstich dabei (v.l.): Hans-Dieter Meier, Fürstin Maximiliane zu Fürstenberg, Hausbeirat Karl-Heinz Hahn, der Freiburger Architekt Erhard Ehling und Heimleiterin Yeonghee Krug. | Bild: unbekannt

Jetzt ist er Chef von rund 50 Mitarbeitern (darunter auch Angestellte mit Teilzeitverträgen und auf 450-Euro-Basis) und erster Ansprechpartner von 31 Heimbewohnern. Was motiviert ihn? „Helfen macht glücklich.“ Und: „Ich wünsche mir, dass es so gut weitergeht wie bisher.“

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Die coronabedingten strengen Abstands- und Hygieneregeln prägen auch den Alltag im Haus Antonius. Besucher dürfen die Einrichtung mittlerweile wieder betreten, jeder Bewohner darf aber maximal zwei Gäste empfangen und der Besuch sollte sich auch nicht über Stunden hinziehen. Da es einen Corona-Verdachtsfall gab, durften die Bewohner 14 Tage lang ihre Zimmer nicht verlassen. „Das war eine schwierige Zeit, für die Bewohner und das Personal“, so Tautorius. Doch zum Glück sei der Verdacht nicht bestätigt worden.

Ein netter Nachmittag im Haus Antonius: Bei musikalischer Unterhaltung verbringen die Bewohner und die Leiterin Yeonghee Krug, Erprinz Christian zu Fürstenberg und Frank Schilling einen vergnüglichen Nachmittag.
Ein netter Nachmittag im Haus Antonius: Bei musikalischer Unterhaltung verbringen die Bewohner und die Leiterin Yeonghee Krug, Erprinz Christian zu Fürstenberg und Frank Schilling einen vergnüglichen Nachmittag. | Bild: Jakober, Stephanie

Yeonghee Krug, so weiß Tautorius, mache als Leiterin der AMSEL-Kontaktgruppe Schwarzwald-Baar-Kreis weiter und plane, sich im Beirat zu engagieren. Er selbst hat sich zum Ziel gesetzt, die Digitalisierung der Einrichtung voran zu bringen und das Alltags- und Freizeitprogramm zu erweitern. Denn: „Wir wollen hier Heimat geben. Und Heimat ist viel mehr als ein Heim.“