Die Energiedienst Netze AG wird ihren Standort an der Prinz-Fritzi-Allee aufgeben und ins Gewerbegebiet „Breitelen Strangen“ umziehen. Darüber informierte Jörg Reichert, der Vorsitzende der Geschäftsleitung der Energiedienst Holding, die Öffentlichkeit. Das Unternehmen investiert nach eigenen Angaben rund 18 Millionen Euro am neuen Standort an der Robert-Gerwig-Straße. Oberbürgermeister Erik Pauly interpretiert den Schritt des Energiedienstleisters als “Bekenntnis zu Donaueschingen“.

Dieser Standort an der Prinz-Fritzi-Allee ist bald der alte Sandort der Energiedienst Netze GmbH. Das Unternehmen zieht ins Gewerbegebiet um.
Dieser Standort an der Prinz-Fritzi-Allee ist bald der alte Sandort der Energiedienst Netze GmbH. Das Unternehmen zieht ins Gewerbegebiet um. | Bild: Niederberger, Holger

1978 hat sich der Energiedienst, dessen Vorgängerorganisationen vor über 100 Jahren die elektrische Straßenbeleuchtung nach Donaueschingen brachten, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Schlosspark angesiedelt. Doch mittlerweile ist hier der Platz zu eng geworden, eine Halle vom nahen Museum Art-Plus muss beispielsweise als Lager angemietet werden. Und wenn ein großer Lastwagen in den Hof fährt, dann ist vom Fahrer Millimeterarbeit gefragt, denn jedes freie Plätzchen ist von den Firmenfahrzeugen mit lackierter grünen Welle und großen Kabeltrommeln belegt. An einem Neubau führt für die Geschäftsleitung vor allem deshalb kein Weg vorbei, weil aufgrund der innerstädtischen Lage zwischen Wohnhäusern, dem Altenheim St. Michael, dem nahen Ärztehaus und dem Schlosspark keine Erweiterung mehr möglich sei. Experten aus dem Energiedienst-Bereich Quartierentwicklung arbeiteten bereits an Konzepten für die Nachnutzung des bestehenden Areals, informierte Reichert.

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Für Oberbürgermeister Erik Pauly bietet der Umzug die Chance, das Quartier städtebaulich weiterzuentwickeln. Er kann sich auf dem der Energiedienst Holding gehörenden Fläche sehr gut Wohnbebauung vorstellen. Möglicherweise könne auch das Altenheim St. Michael seine Erweiterungs-Wünsche dort umsetzen. Auch die Anwohner dürften über die Umzugs-Ankündigung erfreut sein, verspricht dies doch in der Zukunft weniger Verkehr und damit weniger Lärm. „Die Energiedienst Gruppe ist bereits seit vielen Jahren als vertrauensvoller Partner an unserer Seite und versorgt Donaueschingen und die Region zuverlässig mit Strom. Wir freuen uns sehr, dass das Unternehmen seine Präsenz in Donaueschingen verstärkt und damit verdeutlicht, wie wichtig dem Unternehmen die Nähe zu Netzkunden und Partnern in Donaueschingen ist“, so der Oberbürgermeister.

Bild: Schönlein, Ute

 

Am neuen Standort im Gewerbegebiet werden 90 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz haben. Alle Abteilungen, die jetzt noch an der Prinz-Fritzi-Allee beheimatet sind, sollen dort eine neue Heimat finden, auch die Ausbildungswerkstatt. Ebenso sind Reserven für weitere Arbeitsplätze vorgesehen. „Der neue Standort wird das Herzstück für die sichere Stromversorgung auf der Baar„, unterstreicht Joachim Pfister, der technische Geschäftsführer der ED Netze. Von Breitelen Strangen aus sei das gesamte Netzgebiet schnell zu erreichen, ohne dabei so wie heute durch die Innenstadt fahren zu müssen. „Regionalität ist für uns kein Lippenbekenntnis. Der Neubau ist ein klares Bekenntnis zum Traditionsstandort Donaueschingen. Seit über 100 Jahren ist die Energiedienst-Gruppe auf der Baar fest verankert und das soll auch so bleiben. Wir schaffen hier moderne Arbeitswelten für unsere Mitarbeitenden und sind dabei auf Wachstum ausgerichtet“, sagte Jörg Reichert.

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Der Neubau wird eine Bruttogeschäftsfläche von rund 4000 Quadratmeter haben. Neben den Büroräumen sind auch ein Personalrestaurant und ein Veranstaltungsraum für 100 Personen auf dem 15.000 Quadratmeter großen Grundstück geplant. Das Regionallager wird 2380 Quadratmeter umfassen, ein Freilager 2000 Quadratmeter. Projektiert sind außerdem eine Fahrzeughalle mit Lkw-Waschanlage, ein Carport für zehn Transporter und zehn Anhänger sowie 65 Stellplätze, fünf davon für Besucher. Die Netzleitstelle soll zunächst an ihrem bisherigen Standort bleiben und wird „zu gegebener Zeit“ in das Umspannwerk integriert. Das Raumprogramm ist Basis einer EU-weiten Ausschreibung für die Generalplanungsleistung. Drei Entwürfe sind in die letzte Auswahl gekommen, die nach Kriterien wie Klimaneutralität, Innovation, Funktionalität, Kosten und Qualität bewertet wurden. Bis August wird entschieden sein, wer den Zuschlag bekommt.

Der Zeitplan der ED Netze sieht vor, den Bauantrag im dritten oder vierten Quartal dieses Jahres im Rathaus einzureichen. Die Bauphase soll im zweiten Quartal 2021 beginnen und wenn alles glatt läuft, dann sollte der Neubau in den ersten Monaten 2023 bezugsfertig sein.

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