Der Michaelimarkt fand am letzten Septembertag unter besonderen Bedingungen statt. Um die Corona-Vorschriften einhalten zu können, wurden nach Absprache mit der Stadt nur die Stammhändler zugelassen. Nichtsdestotrotz zog es viele Kunden zwischen die Marktstände. Von Gewürzen über Haushaltswaren und Textilien, bis hin zu Süßwarenständen: das Angebot war vielfältig – wie in der Vergangenheit.

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Händler wie auch Kunden seien dankbar, dass die Märkte wieder anlaufen, erzählte Thomas Kleiner. Der Vorsitzende der Landeskammer des Markthandels berichtete, dass der Corona-Lockdown eine harte Zeit für die Händler gewesen sei: „Die Zeit des Lockdowns war wie ein Albtraum. Für viele Markthändler hat er das Aus bedeutet.“ Zumal Händler einen großen Einnahmeverlust zu verzeichnen hätten und somit um ihre Existenz fürchten müssten.

Thomas Kleiner, Vorsitzender des Landesverbands der Schausteller und Marktkaufleute
Thomas Kleiner, Vorsitzender des Landesverbands der Schausteller und Marktkaufleute | Bild: Hannah Schedler

Das Markttreiben kehrt zurück

Laut Kleiner ist das Markterlebnis etwas Besonderes. Und mit dem Internetgeschäft oder dem Supermarkt nicht zu vergleichen. Auch für Silvia Gütz war der Lockdown belastend: „30 Jahre bin ich jetzt im Geschäft. Plötzlich wurde von einem auf den anderen Tag alles abgesagt.“ Den Ausfall des Verkaufs müsse die Süßwarenhändlerin „aus eigener Tasche“ auffangen. Insofern sei sie dankbar für ihre Stammkundschaft. „Bis jetzt läuft es gut. Ich merke, wie den Kunden das Markterlebnis gefehlt hat“, sagte Gütz. Die Donaueschinger Kundschaft verhalte sich zudem verantwortungsbewusst, das sei Gütz von ihr auch gewohnt.

Auch Silvia Gütz hatte während des Corona-Lockdowns große Schwierigkeiten.
Auch Silvia Gütz hatte während des Corona-Lockdowns große Schwierigkeiten. | Bild: Hannah Schedler
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Textilhändler Reinhard Schmeh aus Dauchingen teilte die Ansicht: „Ich bin dankbar für meine Stammkundschaft, die mir den Rücken stärkt.“ Die Lockdownphase stellte auch für ihn eine Herausforderung dar. Ihm fehlten der Kundenkontakt sowie die Gespräche mit seinen Marktkollegen: „Wir Händler sind eine große Familie, die zusammenhält. Insbesondere wenn es hart auf hart kommt.“

Händlerin Helga Schmeh (links) vermisste den Kontakt mit Kunden.
Händlerin Helga Schmeh (links) vermisste den Kontakt mit Kunden. | Bild: Hannah Schedler

Schmeh klagte zudem über die politischen Beschlüsse: „Es ist unverständlich, dass Lebensmittelmärkte verkaufen dürfen, aber wir als Textil- und Haushaltsmärkte nicht.“ Außerdem hätten die Überbrückungshilfen „hinten und vorne nicht ausgereicht, um über die Runden zu kommen“. Der Textilartikelverkäufer müsse nun sein eigenes gespartes Vermögen – wie etwa die Lebensversicherung und die Altersvorsorge – auflösen, bedauerte Reinhard Schmeh. Nichtsdestotrotz sind sich die Händler einig, dass der Markt weiterhin gut anlaufen werde, da den Kunden die Marktbegegnung ebenfalls gefehlt habe.

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