Robert Zirlewagen kennt man in Pfohren eigentlich wegen seiner Musik. Gemeinsam mit Thomas Bührig bildet er zur Fasnet ein Sprech- und Gesangsduo, das beim Ball der Schnuferzunft das Publikum mitreißt und begeistert.

Das ändert sich jedoch gerade. Jetzt kennt man ihn auch von seinen literarischen Schöpfungen. Denn von den lustigen Texten in den eigens geschriebenen Fasnetliedle ist Zirlewagen übergegangen zu ganzen Büchern. Mittlerweile hat er schon sein zweites veröffentlicht.

Video: Guy Simon

In den literarischen Schöpfungen des gebürtigen Bräunlingers geht es meistens jedoch weniger lustig zur Sache. Da fließt dann schon mal das Blut – und Polizisten begeben sich auf Spurensuche. Das Ganze hier in der Region.

Neuestes Werk

„Blutspur in die Vergangenheit“ heißt der Debütroman von Zirlewagen. „Das erste Buch ist gut gelaufen und ich habe viel positive Rückmeldungen bekommen“, erklärt er. 600 Exemplare seien weggegangen. Das sei auch eine Grundlage für das Schreiben gewesen. Inzwischen ist auch sein neuestes Werk veröffentlicht: „Totgeglaubte Vergangenheit.“ Die ersten hundert seien bereits im Umlauf.

Kritik ist wichtig

Großartig Werbung gemacht habe Zirlewagen indes nicht: „Lediglich bei Instagram. Sonst ging es eben von Mund zu Mund.“ Was er daran besonders schätzt: wenn er Rückmeldung bekommt und sich mit seinen Lesern austauschen kann. Gelesen wurde das erste Buch dabei etwa auch von einer 14-Jährigen sowie einer 95-Jährigen.

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Da gab es dann etwa den Hinweis: „Die trinken da aber ganz schön viel Alkohol.“ Auch habe er schon die Kritik bekommen, das Buch beinhalte zu viel Erotik. „Jeder hat da seinen eigenen Geschmack, dennoch höre ich mir das gerne an.“

Probleme, als Autor so etwas über das eigene Buch zu hören, hat Zirlewagen nicht: „Das erste Buch ist nicht mein Baby, wie das mancher Autor über sein erstes Werk sagt. Das Buch hat für mich die Grundlagen dazu geschaffen, mich weiter mit Menschen unterhalten zu können.“ Der Austausch und das Wachsen daran, sie scheinen ihm wichtiger zu sein, als eine Unantastbarkeit des Geschaffenen: „Es kann schließlich nicht jedem gefallen.“

Eine neue Perspektive

Im Buch tauchen in Form der Protagonistinnen alte Bekannte aus dem ersten Teil wieder auf. Davon abgesehen gibt es eine neue Geschichte, mit neuen Kniffen. So wechselt Zirlewagen erstmals auch die Perspektive zwischen Gut und Böse. Gab es im ersten Teil noch hauptsächlich den Blickwinkel der Hauptfigur, bekommt der Leser jetzt auch die Gedanken der bösen Seite mit.

Das bedeutet bei der Arbeit am Buch allerdings auch: es wird alles komplizierter. Damit die Chronologie passt, muss genau hingesehen werden, erklärt der Autor.

Freunde vom FG

Im zweiten Teil geht es um drei Freunde, die früher das Fürstenberg Gymnasium in Donaueschingen besucht haben. Darunter auch ein Landrat. Der entspricht allerdings keiner realen Person: „Lediglich die Bürgermeisterin von Titisee-Neustadt Meike Folkerts kommt als sie selbst im Buch vor. Aber das habe ich natürlich mit ihr abgeklärt.“

Ab nach Donaueschingen

Die drei Freunde werden entführt, „und sie erzählen sich Sauereien von früher“, erklärt Zirlewagen. Die benutzt schließlich der Entführer. Schauplatz der Geschichte wird nicht nur Titisee-Neustadt sein, es geht auch nach Donaueschingen. So spielt auch die Diskothek „Okay“ eine Rolle.

Wie lange dauert es?

Bevor es an das Lektorat und die Korrekturen geht, schreibt Zirlewagen die Geschichte komplett herunter: „In einer Stunde mache ich so etwa sechs Seiten. Ich brauche also etwa 60 Stunden, bis ich ein Buch fertig habe“, erklärt er. Das Besondere: Wenn er zu schreiben beginnt, steht das Ende meist noch gar nicht fest.

„Ich weiß nicht, wie die Geschichte ausgeht.“
Robert Zirlewagen

Es entwickelt sich ganz lebendig aus dem, was er sich während des Schreibens ausdenkt: „Ich weiß nicht, wie die Geschichte ausgeht.“ Das führt dann zu Situationen, in denen er seiner Frau erklärt: „Ich kann noch nicht ins Bett, ich muss erst wissen, wie es ausgeht.“

Noch mehr geplant

Den dritten Teil hat er auch schon fertig, bei diesem müsste allerdings noch viel gemacht werden. Drei Personen haben beim zweiten Teil geholfen, dass Fehler ausgemerzt werden und alles passt. Das will er auch beim nächsten Buch so handhaben. „Schon der zweite Teil wurde wesentlich besser lektoriert.“

Bevor der dritte Teil veröffentlicht wird, soll zwischendrin zuerst noch eine andere Arbeit kommen. Dieses Mal nicht aus der Welt der Krimis. „Ich muss aber auch langsam machen, um nicht alle mit einer Flut zu erschöpfen.“

Der große Wurf?

Ob es dann auch mal bei einem großen Verlag etwas wird? Darüber würde sich Zirlewagen schon freuen. Jetzt hat er immerhin auch schon Referenzen nachzuweisen. Dennoch weiß er auch, dass nur ein Bruchteil des eingesandten Materials zur Veröffentlichung gelangt. „Vielleicht irgendwann mal.“