Normalerweise lässt der Kalender des Vorsitzenden und des technischen Leiters der DLRG-Ortsgruppe Baar kaum Zeit für ein Privatleben. Zur eigenen Ortsgruppe kommen Termine im Bezirk und Landesverband. So begann dieses Jahr mit einer neuen Prüfungsordnung, die nach fünf Jahren Arbeit mit sofortiger Wirkung umgesetzt werden musste.

Alles anders wegen Corona

Doch dann wurde es Corona-bedingt schlagartig ruhig: die Hauptversammlung im März wurde abgesagt und alle Kerntätigkeiten der Ortsgruppe wie Schwimmkurse, Training, Dienstabende und Jugendveranstaltungen fielen flach.

Es gab eine Vorstandssitzung per Videokonferenz, die laut Thomas Moch erfreulich gut funktioniert habe. Besonders weh tat die Absage der für Juli geplanten Fun-Veranstaltung „FITNASS-Tour“ im Parkschwimmbad, die nun auf nächstes Jahr in Verbindung mit dem 50-jährigen Jubiläum der Ortsgruppe verschoben wird.

Seit drei Wochen wieder im Wasser

Doch auch in Corona-Zeiten war man nicht untätig: das traditionelle Einschwimmen fand in Quarantäne statt, ein Hygienekonzept wurde erstellt und man arbeitet an der Einführung neuer Software für die Mitgliederverwaltung und Buchhaltung. Sophia Zwosta arbeitet außerdem an einer neuen Homepage.

Seit drei Wochen sei man nun froh, wieder im Nasselement zu sein, freut sich Thomas Moch im Aquari – außerhalb der Öffnungszeiten mit 1,5 Meter Abstand. Auch der unterbrochene Rettungsschwimmkurs wurde wieder gestartet, ebenso ein Schnorcheltauchkurs. Ende des Monats findet ein Bronze-Kurs statt. Auch die Wachen am Kirnbergsee sind wieder angelaufen: Im Jahr 2019 hatte die Ortsgruppe an 11 Tagen mit 48 Wachgängern 476 Wochstunden geleistet, davon 48 Stunden Janik Ratzel.

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Im Rahmen der aktuell nachgeholten Jahreshauptversammlung wurde der gesamte Vorstand mit Thomas Moch als 1. Vorsitzendem in seinen Ämtern bestätigt. Neu im Team ist als Webmaster Sophia Zwosta, die Marc Kessler ablöst, der seit 25 Jahren bei der Ortsgruppe ist und nach 22 Jahren aus der Vorstandschaft verabschiedet wurde. Er war seit 1998 Pressewart, hat die Homepage aufgebaut, war 2006 bis 2010 Schatzmeister und übte seine Ämter weiterhin aus, obwohl er schon viele Jahre in Ulm wohnt.

DLRG hofft auf weitere Lockerungen

Seit der Gründung der Ortsgruppe gehört es zu deren wichtigsten Aufgaben, Kindern das Schwimmen beizubringen. So wurden im vergangenen Jahr 64 Seepferdchen abgenommen. Im vergangenen Jahr wurden jeden Samstag im Aquari bis zu 110 Kinder betreut. Und auch im Freibad Wolterdingen hatte man wieder einen Schwimmkurs angeboten.

Stand heute ist das nicht machbar. Denn im Schwimmkurs sei es unmöglich, die Abstandsregeln einzuhalten und man trage die Verantwortung für fremde Kinder, so Moch. Nun hofft die DLRG, die Schwimmkurse bald im Rahmen von weiteren Lockerungen wieder aufnehmen zu können. Die Abnahme von Jugendschwimmabzeichen sei jedoch möglich, im vergangenen Jahr waren es 82 Schwimmabzeichen und Junior-Retter und 22 Rettungsschwimmabzeichen gewesen.

Engagement für Wasserrettung

Sehr viel Zeit investiert die DLRG in den Wasser-Rettungsdienst. Das vor zwei Jahren gegründete Jugendeinsatzteam (JET) mit 12 Mitgliedern hat eine fundierte Grundausbildung absolviert und wird in den nächsten zwei Jahren in Modulen weitergebildet.

Auch der von Florian Gaedtke gestartete Silber-Kompakt-Kurs, in dem den Teilnehmern in kurzer Zeit die Mindestanforderungen in Theorie und Praxis vermittelt werden, war erfolgreich: 12 von 14 Teilnehmern bestanden auf Anhieb. Durch ein reichhaltiges Jugendprogramm braucht sich die DLRG-Ortsgruppe Baar nicht um den Nachwuchs zu sorgen.