Wieder hat das Hochwasser bei den Bogenfreunden Schaden angerichtet. Aber trotz der erneuten Probleme mit dem steigenden Breg-Pegel schwimmen sie nicht davon. Um sich jedoch in sportlicher Hinsicht noch weiter entwickeln zu können, sind die Bogenschützen auf der Suche nach einem neuen Trainingsgelände. Ebenfalls möchten sie für Behinderte eine Anlaufstelle bieten.

Wasser bis über den Kopf

Im Januar 2018 stand den Mitgliedern der Bogenfreunde aus dem größten Donaueschinger Stadtteil das Wasser sprichwörtlich nicht nur bis zum Hals, sondern tatsächlich bis weit über den Kopf. Und nun, fast auf den Tag genau drei Jahre später, hat es sie wieder erwischt. Allerdings nicht gar so heftig wie beim vergangenen Mal. Damals stand das Wasser 3,70 Meter hoch, dieses Mal erreichte es etwa zwei Meter.

Etwa zwei Meter hoch stand das Wasser im Januar auf dem Bogenplatz. Einen Schnuppertag wird es nicht geben sagt Vize-Vorsitzender Elmar Scheu.
Etwa zwei Meter hoch stand das Wasser im Januar auf dem Bogenplatz. Einen Schnuppertag wird es nicht geben sagt Vize-Vorsitzender Elmar Scheu. | Bild: Anita Reichart
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Im Flutungsgebiet

Seit 2004 nutzen die Freunde von Pfeil und Bogen ein etwa 4000 Quadratmeter großes Trainingsgelände im Elsenspitz hinter dem Hochwasserrückhaltebecken, das ihnen die Stadt überlassen hat. Und genau hier ist auch der Haken: Es liegt damit inklusive Vereinshäuschen mitten im Flutungsgebiet. Dies störte die Bogensportler in der Vergangenheit nicht so sehr. Auch die Tatsache, dass sie im Ernstfall auf keine Entschädigung hoffen können. Man könnte ja auch sagen, mit dem Häuschen in diesem Gebiet haben die Freunde quasi schon Routine und wissen, was zu tun ist, wenn der Wasserpegel der Breg steigt, und dann der Anruf des Regierungspräsidiums eingeht, der den Einstau des großen Hochwasserrückhaltebeckens ankündigt.

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Ausmaß des Einstaus gewaltig

„An die unglaubliche Macht des Wassers, vor der sich die Mäuse sogar auf die Bäume in Sicherheit brachten, kann man sich nicht gewöhnen“, sagt Vize-Vorsitzender Elmar Scheu, der die Räumaktion leitete. Erschwerend dazu kam, dass es jede Menge Schnee und Glatteis hatte. So gilt sein Dank, auch im Namen seiner Vereinskollegen, vor allem Egidius Dagn, der es mit Hilfe seines Allradtraktors mit Anhänger ermöglichte, die Sportgeräte, das Stromaggregat und mehr, in Sicherheit zu bringen. Das Ausmaß des Einstaus sei gewaltig gewesen. Sogar eine Dixi-Toilette wurde ungefähr 60 Meter weggespült, ein sehr stabiles, großes Bogenschussziel in Bärenform lag in zwei Teilen verstreut herum. Die Aufräumarbeiten begünstigt nun das herrliche Wetter.

Das Hochwasser hatte den Bären im Visier und in zwei Teile zerlegt.
Das Hochwasser hatte den Bären im Visier und in zwei Teile zerlegt. | Bild: Anita Reichart
Die macht des Wassers har diese Toilette etwa 60 Meter von ihrem Platz weggeschwemmt.
Die macht des Wassers har diese Toilette etwa 60 Meter von ihrem Platz weggeschwemmt. | Bild: Anita Reichart

Die Wolterdinger Bogenfreunde, die dem Südbadischen Schützenbund angehören, und in sportlicher Hinsicht sehr gut unterwegs sind – im Oktober 2019 wurde Connor Schmalhoff Deutscher Meister – haben noch weitere große Ziele im Visier.

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Neuer Platz gesucht

Um sich weiter entwickeln zu können, also für die sportliche Zukunft, suchen die 50 Mitglieder schon seit längerem einen neuen Platz, der etwa 100 Meter lang und 50 Meter breit sein sollte. Gerade Visierschützen brauchen etwa 60 Meter zum Trainieren plus 40 Meter Sicherheitsabstand. „Der jetzige Platz liegt zwar idyllisch und wäre als Festplatz wohl ideal, ist aber neben der Hochwassergefährdung zu klein, zu abgelegen, und gerade auch für ältere Schützen beschwerlich zu erreichen. Auch viele Eltern sehen es nicht gerne, wenn ihre Kinder unmittelbar am Wald herumlaufen“, erklärt Elmar Scheu. Des Weiteren möchte der Verein in den Behindertensport einsteigen, also unter anderem den Rollstuhlfahrern eine Anlaufstelle bieten, um diesen Sport ausüben zu können.

Sensibilisieren für den Sport

Freuen würde es die Führungsspitze der Bogenfreunde, mit ihrem ersten Mann Oliver Schmalhoff, wenn es mit einem Stück Gelände bei den Sportanlagen klappen würde. Fußball, Tennis und Bogenschießen in unmittelbarer Nähe zueinander, wäre schön. Ein Antrag auf dieses Ansinnen liegt bei der Gemeinde schon vor, erklärt Vize Scheu. Ein weiterer Punkt sei auch, dass man dann gerade die Wolterdinger etwas für diese Sportart sensibilisieren könne. „Beim Südbadischen Sportverband sind wir angesehen und auch erfolgreich, doch im Ort werden wir oft als einige Spinner abgestempelt, die mit Pfeil und Bogen spielen“, sagt er weiter.