Viel Aufsehen und Kritik gab es – sogar über Deutschland hinaus – nach dem Entschluss des Freiburger Stadtrats, nur noch vegetarisches Schulessen auf den Tisch zu bringen. Auch das baden-württembergische Landwirtschafts- und Ernährungsministerium sieht den Beschluss der Stadt kritisch. Doch wie sieht es auf der Baar mit diesem Thema aus?

Schulkantine im Fürstenberggymnasium

Der Schulleiter des Fürstenberggymnasiums in Donaueschingen, Mario Mosbacher, sieht nach dem Freiburger Entscheid in der Mensa des Gymnasiums keine erkennbare Veränderung.

Das Angebot umfasst täglich drei verschiedene Gerichte, davon ist jeweils eines mit Fleisch, eines ist vegetarisch und dann gibt es jeweils ein Nudelgericht mit Soße – auch diese mehrheitlich vegetarisch. Dazu kommt ein großes Salatbuffet. Das Angebot sei so ganz auf den Geschmack von Schülern und Lehrern abgestimmt.

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„Die Grundsätze des Essensangebotes sind im Pachtvertrag festgelegt und wurden zwischen Schulträger, Schulleitung und unserem Caterer, der Mediclin Donaueschingen, vereinbart. Innerhalb der Schule war die Schulkonferenz in die Ausgestaltung eingebunden“ , so informiert der Schulleiter.

Dazu gebe es laufende Abstimmungen im Rahmen eines runden Tisches, an dem neben dem Verpflegungslieferanten die Schulleitung, die gewählten Schulsprecher und Elternsprecher teilnähmen. Allerdings pausierte diese Gesprächsrunde währende der Corona-Zeit, da die Mensa geschlossen war. Nun starte sie wieder.

Firmenkantine bei IMS Gear

Bei IMS Gear in Donaueschingen und Eisenbach sieht Hans-Martin Burgbacher, im Bereich Personalwesen zuständig für die Kantine, schon seit längerer Zeit einen Trend für vegetarisches Essen.

In der Kantine von IMS Gear schaut Martin Burgbacher bei Emilia Wischniowski vorbei, welche die Essenswünsche der Mitarbeiter erfüllt. ...
In der Kantine von IMS Gear schaut Martin Burgbacher bei Emilia Wischniowski vorbei, welche die Essenswünsche der Mitarbeiter erfüllt. Fleisch steht hier an erster Stelle. | Bild: Silvia Bächle

Das Essensangebot des Anbieters Hofmann Catering Service sei allerdings sehr groß und vielfältig, sodass man relativ schnell auf die Wünsche der Mitarbeiter eingehen könne, bestätigt Servicekraft Emilia Wischniowski.

In zwei großen Tiefkühlschränken stehen die verpackten Essen bereit, die von ihr nur warm gemacht werden müssen. Die Erfahrung der Servicekraft lässt erahnen, dass die meisten ihrer Gäste doch ein Fleischgericht bevorzugen.

Kantine des Landratsamts

Seit Anfang des Jahres kocht Selina Kimmich in der Landratsamtskantine in Donaueschingen, die öffentlich zugänglich ist: Dort kann jedermann essen gehen.

Seit Anfang des Jahres kocht Selina Kimmich in der Landratsamtskantine. Ein Trend zur vegetarischen Kost ist hier nur minimal zu finden.
Seit Anfang des Jahres kocht Selina Kimmich in der Landratsamtskantine. Ein Trend zur vegetarischen Kost ist hier nur minimal zu finden. | Bild: Silvia Bächle

Täglich gibt es drei Menü-Angebote. Davon ist immer eines mit Fleisch und zumindest ein vegetarisches Gericht, meist sogar zwei weitere. Eine Veränderung in der Nachfrage gab es in letzter Zeit nicht, wichtig sei „saisonal und regional“, so die Köchin. Schnitzel mit Pommes, Linsen mit Saitenwürstle und Spätzle und der vegetarische Burger seien der große Renner.

Kantine bei WST

In der Hüfinger Kantine von WST wird das gewünschte Essen täglich von der WST-Küche Backenfutter in Löffingen angeliefert. Auch hier sind saisonale und regionale Zutaten gefragt.

Die vegetarischen Wünsche hielten sich in Grenzen, so Roxana Cytacki Assistentin der Geschäftsleitung. Durch die eigene Küche könne man schnell auf die Wünsche der Kantinenbesucher eingehen, doch hier sind die großen Renner Schnitzel und Currywurst.

Täglich gebe es mehrere Menüs zur Auswahl, natürlich auch vegetarisch, und immer ein großes Salat-Büfett und Suppe, informieren die Köchinnen Ute Wehrle, Kirstin Proll und Küchenhelferin Mariana Milihanu.

Tellerrand Catering

Wolfgang Zimmermann, Geschäftsführer vom Tellerrand Catering, sieht nur bedingt den Wandel der vegetarischen Kost, eher seien Frische und Regionalität gefragt. Hier sei die Transparenz sehr wichtig.

Während Schnitzel bei den Erwachsenen immer noch an erster Stelle stehe – doch auch Fisch sei im Kommen -, sei das Highlight vieler Kinder Spaghetti. Mit großer Sorgfalt würden die Erzieherinnen der beiden zu beliefernden Kindergärten die Speisen aussuchen.