Im Sekretariat der Kaufmännischen und Hauswirtschaftlichen Schulen (KHS) in Donaueschingen sitzt mit Martin Zwosta ein neues Gesicht im Büro des Schulleiters. Vorgänger Frank Liebetanz war im Juni in den Ruhestand getreten. Im September habe sich Zwosta für das Amt beworben; zur Ernennung im kleinen Kreis kam es während der Sommerferien.

Zwosta erklärt: „Es ging zunächst einmal darum, die Schule mit den Corona-Maßnahmen zum Laufen zu bringen.“ Er sei dankbar, dass Liebetanz ihm anfangs mit Rat und Tat zur Seite gestanden habe. Auch habe er als dessen ehemaliger Stellvertreter schon vieles mitbekommen. „Der Pandemie-Beginn war eine Feuerprobe für mich als Schulleiter“, so der 55-Jährige. Er sei gerührt über den großen Rückhalt seiner Kollegen: „Wir ziehen alle an einem Strang. Wenn kein Verständnis und Vertrauen vorherrscht, wird es schwierig.“

Seit 1996 an der Schule

Wirklich neu ist das Gesicht Zwostas dann aber doch nicht. Bereits seit 1996 ist er an der Schule tätig. Für ihn war der Beruf „schon immer eine Option, denn ich habe eine riesige Freude an der Arbeit mit jungen Menschen“. Trotzdem habe er Betriebswirtschaftslehre studiert. Er habe von dem Quereinstieg in die beruflichen Schulen gehört: „Der alte Wunsch hat mich dann wiedergepackt.“ Deswegen habe es ihn an die beruflichen Schulen gebracht. „Da bin ich bis jetzt hängen geblieben“, sagt der Informatik- und Betriebswirtschaftslehrer mit einem Schmunzeln. Wie Zwosta seinen Kopf frei bekommt? „Beim Laufen kann ich richtig abschalten, da kommen mir auch die besten Ideen. Nebenbei habe ich ja auch noch Familie.“

Primäres Ziel sei es, die Corona-Pandemie gut zu bewältigen. „Meine größte Sorge ist es, Schüler zu verlieren, denn nicht alle haben gute Voraussetzungen.“ Das gelinge nur, wenn die ganze Schule zusammensteht und sich an die Corona-Maßnahmen hält. Zwosta freue sich über großes Verständnis der Schüler: „Ich weiß noch, wie wichtig mir der soziale Kontakt als Jugendlicher war.“ Er könne sich gut vorstellen, wie hart ständiges Abstandhalten für die Schüler sein muss.

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Doch andererseits beschleunige Corona ein Thema, welches dem Informatiker am Herzen liege: die Digitalisierung. Dies schaffe neue Möglichkeiten für den Unterricht – zumal das Thema nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken sei: „Für das spätere Berufsleben ist es wichtig, dass die Jugendlichen mit der Technik umgehen können.“ Schließlich würden sie in einem Zeitalter der technischen Möglichkeiten leben. Gerade auch für den Unterricht zuhause sei die Digitalisierung notwendig, denn dieser funktioniere nur über Lernplattformen im Internet, Videokonferenzen sowie die passenden Endgeräte dafür. In manchen Familien habe nicht jedes Kind eine Möglichkeit, an diesen Konferenzen teilzunehmen. Deshalb seien Schüler nun mit Tablets ausgestattet worden.

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Das eigentliche Streben Zwostas aber sei ein selbstständiges und eigenverantwortliches Lernen. „Zwar können die Schüler nicht komplett machen, was sie wollen, aber sie können ein Stück weit über das Wie entscheiden.“ Ihm sei es trotzdem wichtig, dass Lehrer immer Ansprechpartner bleiben – ob für Fragen im Unterricht oder privat. Ein gutes Verhältnis, aber auch Verständnis beiderseits, sei wichtig. „Schließlich war ich auch mal Schüler“, so Martin Zwosta. Jeder solle sich verwirklichen und einbringen können, denn das sei auch wichtig für das spätere Leben und die Gesellschaft. Seine Arbeit möchte er nach dem Motto gestalten: „gemeinsam Schule entwickeln“.

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