Seit 1875 ist der „Grüne Baum“ in Allmendshofen in Familienbesitz. In der fünften Generation kümmert sich Michael Preis unter der Flagge des „Flair Hotel Grüner Baum“ um das, was auch seine Vorfahren gut verstanden: Gäste zu beherbergen und zu bewirten. Erstgenanntes funktioniert momentan kaum, letzteres gar nicht. Die Corona-Krise beutelt Gastronomen wie Hoteliers. Immerhin liegt seit Donnerstag ein Zeitplan für die Wiedereröffnung beider Bereiche auf dem Tisch.

Geschäftsreisende, so stellt Preis klar, habe man die ganze der Schließung aufnehmen können. „Natürlich sind wir da froh um jeden Euro“, sagt er. Bei einer Kapazität von 35 Zimmern stellten diese zehn Prozent Auslastung unter einem strengen Hygienekonzept und über Monteure und andere dringend auswärtig Beschäftigte erzielt, nur einen minimalen Ausgleich dar. Allerdings gelinge der Check-In mittels Internetreservierung völlig kontaktlos.

Die Familienfeiern fehlen

Und sollten dann demnächst im „Grünen Baum“ auch wieder Touristen logieren, wäre das noch kein Grund zum Aufatmen. „Wir leben natürlich auch von Familienfeiern, Stammtischen und Großveranstaltungen“, sagt Preis. All dies wird bis voraussichtlich Ende August nur beschränkt möglich sein.

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Ein Neustart mit Einschränkungen: Das würde auch für den Bereich Gastronomie gelten. Die corona-bedingten Platzbeschränkungen, aber auch das Unwissen, ob sich Leute noch den Restaurantbesuch leisten können, zehren an den Erwartungen.

Schweinebäckle aus der Kühltheke

Mit einem kleinen internen „Wochenmarkt 2.0“ im Eingangsbereich haben sich Michael und Natalie Preis eine kleine Einnahmequelle geschaffen. Schweinebäckle, Rindsrouladen oder Maultaschen liegen vakuumiert in der Kühltheke. „Wir sind jetzt in der zweiten Woche. Es läuft ganz gut“, so Preis. „Wir überstehen auch diese Krise„, ist er überzeugt. Auch anderen Betriebe, die schon vorher gesunde Zahlen hatten, dürfte dies ebenfalls gelingen.

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Wenn es durch die Lockerungen wieder zu Anstiegen kommen sollte, wird sich das nach hinten verschieben“, mag Vincenzo Volturana die Ankündigung von Tourismusminister Guido Wolf nicht so recht glauben. Besser wäre ein frühere Umsetzung der Mundschutzpflicht gewesen. Der stellvertretende Direktor des Hotels Wyndham Garden hat das Haus an der Hagelrainstraße gerade aus dem Komplettstillstand geweckt. Seit dieser Woche können wieder Geschäftsreisende übernachten. Auch hier: Minimalbetrieb. Maximal mal zehn der 82 Zimmer sind belegt, die Hygieneanforderungen werden gewissenhaft befolgt.

Vincenzo Volturana, stellvertretender Direktor des Hotels Wyndham Garden, zeigt die Laufwege-Begrenzungen im Rezeptionsbereich.
Vincenzo Volturana, stellvertretender Direktor des Hotels Wyndham Garden, zeigt die Laufwege-Begrenzungen im Rezeptionsbereich. | Bild: Wursthorn, Jens

Sie beginnen im Rezeptionsbereich, wo Podeste und Strohballen den Einbahnverkehr regeln und an der Empfangstheke, wo für das Personal hinter einer Plexiglasscheibe Desinfektionsmittel und Papierhandtüchter so vertraute Arbeitsgeräte sind wie PC und Kugelschreiber. Zur Sicherheit von Gästen und Personal ist die Zimmerreinigung in regulärer Form auf die Zeit vor Ankunft und nach der Abreise beschränkt. Wie in anderen Häusern gibt es kein Frühstück, sondern lediglich Snacks und Softgetränke.

Soforthilfen sicherten Überleben

„Ohne die Soforthilfen hätten wir nicht überlebt“, stellt Volturana fest. Von 34 Beschäftigten sind 28 in Kurzarbeit. Die Rezeption ist besetzt und auch nachts „lässt man so ein großes Objekt nicht alleine stehen“, erläutert der Manager die weitere Präsenz. Ein Hochfahren des Hotel- wie Gastronomiebereichs werde nur langsam erfolgen können. Man müsse die Kosten im Auge behalten.

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Claudia Dreißig, Hotelmanagerin des Öschberghof spricht von „keiner leichten Zeit“, durch die das Haus gerade gehe. Binnen zwei bis drei Tage könnte der Öschberhof wieder hochgefahren werden. Seit Donnerstag ist bekannt, dass Hotel für Business-Gäste und Restaurant am 18. Mai öffnen.

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„Wir sind vorbereitet und sitzen in den Startlöchern“, führt sie weiter aus. Dabei bedeutet das „Wir“ vor Ort eine Grundmannschaft von rund 20 Beschäftigten, wo in normalen Zeiten auf der 126 Zimmer umfassenden Anlange 370 bis 380 Menschen arbeiten.

Abwechslung in schwerer Zeit: Auszubildende helfen dieser Tage beim Hotel Öschberghof beim Greenkeeping aus.
Abwechslung in schwerer Zeit: Auszubildende helfen dieser Tage beim Hotel Öschberghof beim Greenkeeping aus. | Bild: Hotel Öschberghof

Alle anderen sind in Kurzarbeit, wo doch neben dem Unterhalt der Technik und Grundreinigungen wenig zu tun ist. „Nur das Greenkeeping arbeitet normal“, fügt Dreißig an. Das Team, das sich um die Pflege der Golfplätze kümmert, wird dieser Tage auch von Auszubildenden unterstützt.

Eine Legion von Hygienespendern

Gewappnet ist man in Aasen auch für die Hygieneregeln. Im ganzen Hotel gibt es Hygienespender, die Rezeption ist mit Plexiglas getrennt, Bänder zeigen Laufwege auf, Schilder weisen auf Abstandhalten hin. Es gibt ganz neue, intensivere Abläufe auch beim Reinigen und Desinfizieren im privaten wie im öffentlichen Bereich: beim Treppenhandlauf bis zur Türklinke im Zimmer des Gastes.

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