Das Guckloch-Kino muss ausziehen. Nachdem der Abriss des Cinema beschlossen wurde, muss ein neues Gebäude her. Der Mietvertrag des Vereins läuft noch bis einschließlich Juni 2024, bis dorthin braucht es eine Lösung. Die Suche läuft, wohin es geht ist jedoch unklar.

Im Gemeinderat wurde bereits über mögliche Alternativen diskutiert. Noch ist aber keine der Überlegungen spruchreif, so Annie Bronner, ehrenamtliche Leiterin der Guckloch-Spielstätte in Donaueschingen. „Wer einen Vorschlag zu einer Immobilie hat, der darf sich gerne bei uns melden“, betont sie.

Annie Bronner, Manfred Eisenmann und Wolfgang Rau vor dem Cinema-Gebäude. Der Mietvertrag läuft noch bis Mitte 2024, dann müssen neue ...
Annie Bronner, Manfred Eisenmann und Wolfgang Rau vor dem Cinema-Gebäude. Der Mietvertrag läuft noch bis Mitte 2024, dann müssen neue Räume her. | Bild: Katharina Höcker

Was muss der neue Standort bieten?

Wichtig für Bronner und ihre Mitstreiter Wolfgang Rau und Manfred Eisenmann: Es muss eine dauerhafte Lösung sein. Riesige Leinwände und Projektoren immer wieder auf- und abbauen zu müssen, das sei keine Option.

Grundsätzlich, das sind sich alle drei einig, müssen sich die zukünftigen Räume für einen Kinobetrieb eignen. Ein großer Saal, ein geeigneter Vorführraum, genug Lagerplatz und idealerweise ein Foyer, in dem wie im jetzigen Gebäude auch Platz ist, damit die Zuschauer im Anschluss über den Film diskutieren können. Das typische Kino-Ambiente soll bleiben. „Und wir müssen uns natürlich die Miete leisten können“, gibt Bronner zu bedenken.

Wolfgang Rau, Annie Bronner und Manfred Eisenmann im Vorführraum des Guckloch-Kinos in Donaueschingen.
Wolfgang Rau, Annie Bronner und Manfred Eisenmann im Vorführraum des Guckloch-Kinos in Donaueschingen. | Bild: Katharina Höcker

Dass die Stadt weiterhin ein Kino haben soll, liegt allen Guckloch-Mitarbeitern am Herzen. „Es soll ein niederschwelliges, für alle zugängliches Kulturangebot geben“, betont Bronner. Idealerweise bietet die neuen Räume auch Platz für Theatervorführungen. Publikum ist dem Guckloch-Kino auch zukünftig gewiss. „Wir haben ein sehr treues Stammpublikum“, sagt Wolfgang Rau.

„Das Guckloch-Kino ist eine Institution.“
Wolfgang Rau, Mitglied im Verein Guckloch e.V.

Eine Sanierung des Cinema-Gebäudes ist ähnlich teuer wie ein Neubau. Außerdem werden bei den aktuellen Abbrucharbeiten im Konversionsgebiet wichtige Leitungen wie etwa die Nahwärme fürs Kino gekappt. Derzeit läuft der Kinobetrieb für den Guckloch-Verein in Donaueschingen aber erst mal normal weiter.

Der alte Filmprojektor im Vorführraum des Gucklochkinos. Aus welchem Jahr er stammt, können die Vereinsmitglieder nicht mehr ...
Der alte Filmprojektor im Vorführraum des Gucklochkinos. Aus welchem Jahr er stammt, können die Vereinsmitglieder nicht mehr rekonstruieren. In neuen Räumlichkeiten könnten sie sich aber vorstellen, der Projektor im Foyer aufzustellen. | Bild: Katharina Höcker

Bei einem Umzug müssten in jeden Fall die Projektoren und Leinwände umziehen. Das Guckloch-Kino verfügt über einen modernen Projektor sowie einen zwei alte Projektoren, in die Filmrollen eingespannt werden können. Mittlerweile werden letztere jedoch nicht mehr für Vorführungen genutzt. Ob die typischen, roten Kinosessel ebenfalls umziehen, ist noch nicht klar.

Eines ist für die Ehrenamtlichen vom Guckloch-Kino jedoch klar: Donaueschingen soll sein Kino auf jeden Fall behalten – auch in Zeiten von Streaming. „Kino ist ein ganz besonderes Erlebnis“, findet Annie Bronner „Mit Freunden ausgehen, einen Film auf der großen Leinwand anschauen, dass werden die Menschen auf jeden Fall wiederentdecken.“

Das Gebäude steht auf dem Konversionsareal und soll abgerissen werden. Jetzt sucht das Guckloch-Kino mit der Verwaltung nach neuen Räumen.
Das Gebäude steht auf dem Konversionsareal und soll abgerissen werden. Jetzt sucht das Guckloch-Kino mit der Verwaltung nach neuen Räumen. | Bild: Katharina Höcker