Autos, die feststecken. Menschen, die nahezu dauerhaft am Schneeschippen sind. Aber auch Kinder, die ihre Freude haben: Solche Bilder waren am Donnerstag und Freitag in der ganzen Region zu beobachten. Für die Räumdienste auf der Baar jedenfalls gab es reichlich Arbeit.

Donaueschingen

„Die immensen Schneemassen sind außergewöhnlich“, bilanzierte Beatrix Grüninger, Sprecherin der Stadtverwaltung Donaueschingen. In den Ortsteilen übernehmen ihr zufolge externe Dienstleiter den Winterdienst; in der Kernstadt seien die Technischen Dienste dafür verantwortlich. „Hier wird in zwei Schichten gearbeitet. Pro Schicht sind 20 Mitarbeiter mit vier großen Schneepflügen sowie vier Schmalspurgeräten im Einsatz“, erklärte sie. Los gehe es täglich um 4 Uhr, Ende sei um 22 Uhr. Am Wochenende stehe der Bereitschaftsdienst zur Verfügung. Hinzu komme der Fußtrupp, der von Hand räumt und streut.

„Leider ernten sie dafür keinen Dank, sondern lediglich Beschwerden.“
Beatrix Grüninger, Sprecherin der Stadtverwaltung Donaueschingen, über den Einsatz der Mitarbeiter der Technischen Dienste

Die Belastungsgrenze des städtischen Winterdienstes sei sowohl personell als auch hinsichtlich der zur Verfügung stehenden Fahrzeuge und Maschinen erreicht worden. „Die Stadt gibt ihr Bestes, die Situation zu bewältigen“, versicherte die Sprecherin. Die Mitarbeiter der Technischen Dienste leisten laut Grüninger vollen Einsatz und arbeiten oft bis zur Erschöpfung. „Leider ernten sie dafür keinen Dank, sondern lediglich Beschwerden. Die Stadt bittet um etwas mehr Verständnis der Bürger, dass nicht alle Straßen gleichzeitig geräumt werden können.“

Das könnte Sie auch interessieren

Am Freitagvormittag habe man in Neudingen auf den Ausfall des externen Räumdienstes reagieren müssen, der durch den Technischen Dienst der Stadt kompensiert worden sei.

Bräunlingen

Das ganz große Verkehrschaos sei in Bräunlingen ausgeblieben, sagte Alexander Misok, stellvertretender Bauamtsleiter. Erinnerungen wie etwa an den Extrem-Winter 2006 seien nicht wach geworden. Dennoch habe man in den vergangenen Tagen deutlich mehr Zeit einplanen müssen. Und für besondere Gefahrenstrecken habe man mit dem Auto mindestens doppelt so lange gebraucht. „Der Verkehr ist gelaufen, wenn auch langsamer und teils mit Umwegen“, lautete seine Bilanz.

„Sind keine Reparaturen möglich, haben wir einen Lockdown auf der Straße, dann geht nichts mehr.“
Alexander Misok, stellvertretender Bauamtsleiter in Bräunlingen

Der am Anschlag arbeitende Winterdienst habe gut funktioniert. Donnerstagnacht habe man allerdings das Problem gehabt, dass ein Lastwagen auf seiner Haupträumrunde ausgefallen sei. „Am Freitag gegen 8 Uhr stand dieser aber nach einer Reparatur wieder zur Verfügung“, so Misok. Für ihn ein Beispiel dafür, wie systemrelevant Werkstätten sind. Sollten diese Corona-bedingt geschlossen werden, sieht er ein „gigantisches Problem“ auf sämtliche Winterdienste zukommen. „Sind keine Reparaturen möglich, haben wir einen Lockdown auf der Straße, dann geht nichts mehr.“ Ein kleineres Fahrzeug sei zwischenzeitlich ebenfalls ausgefallen, doch auch dieses habe man zügig repariert.

Indes stellt sich Alexander Misok bereits auf Sonntag ein; zehn Zentimeter Neuschnee seien vorausgesagt. „Wir behalten auch die Schneelage auf den Dächern der städtischen Liegenschaften im Auge, genauso wie unsere Straßen. Der Bauhof hat auch die Aufgabe, Schnee zu wiegen und die Daten zur Überprüfung zu übermitteln. Im Extremfall müsste der Bauhof auch noch auf den Dächern räumen. Aber wir haben aktuell aufgrund der vorliegenden Messungen keine Sorge.“

Hüfingen

In der Nacht auf Freitag hat der städtische Bauhof seine Arbeit eine Stunde früher aufgenommen, sagte Hüfingens Hauptamtsleiter Horst Vetter. Das sei um 3 Uhr gewesen. „Wir haben soweit alles im Griff“, fügte er an.

Das könnte Sie auch interessieren

Alle Kräfte waren ihm zufolge am Anschlag. Das Ende der Schneefälle habe für etwas Entspannung gesorgt, sodass die Ressourcen zum Nachräumen eingesetzt wurden. „Je mehr Schnee, desto enger wird es in den Straßen und Einfahrten. Das bedeutet auch eine Mehrbelastung für Anwohner. Durch parkende Autos wird es noch enger.“