Die Baustelle in Chala, Tansania, sei gewachsen. Roland Ketterer, Vorsitzender des Vereins Elimu4Afrika, war in diesem Jahr zweimal vor Ort.

Der Verein setzt Hilfsprojekte in Tansania um. Trotz aller Unsicherheiten im Alltag sei das Spendenaufkommen zufriedenstellend gewesen.

Laut Pressemitteilung hat die erste Reise im Januar und Februar stattgefunden. Ketterer wurde begleitet von den beiden Mitgliedern Kerstin und Frieder Milse. In einem Bildvortrag wurde gezeigt, wie der Stahlträger für den Workshop eingebaut wurde oder wie mit vielen Helfern ein 5000 Liter-Tank zur Reparatur umgelegt wurde.

Beim zweiten Besuch im vergangenen September war Roland Ketterer aufgrund der allgemeinen Flug- beziehungsweise Quarantänebestimmungen alleine vor Ort. Zusammen mit Einheimischen wurden Wasserleitungen verlegt und Eingangstorarbeiten ausgeführt.

Laut Ketterer sind für die geplante Schule die Elektroinstallation sowie die Abwasser- und Wasserinstallation im Gebäudekomplex inzwischen fertiggestellt. Die Türen seien eingebaut und der Eingangsbereich zum Schulgelände sei vorbereitet.

Hier soll eine Gewerbeschule für Wasserversorgung und Solarstrom entstehen. Die Arbeiten sind schon weit fortgeschritten.
Hier soll eine Gewerbeschule für Wasserversorgung und Solarstrom entstehen. Die Arbeiten sind schon weit fortgeschritten. | Bild: Elimu4Afrika

Ketterer weist darauf hin, wie wichtig eine Abgrenzung durch Mauern und Tore sei, um ungebetene Gäste – und wenn es nur Ziegen- oder Viehherden seien – fernzuhalten.

Da ein persönliches Treffen unter den derzeitigen Umständen nicht möglich war, hat der Verein Elimu4Afrika seine Jahreshauptversammlung dieses Mal online abgehalten.

Durch das Treffen im Internet hatten auch Vereinsmitgliedern aus anderen Teilen Deutschlands die Möglichkeit, an der Versammlung teilzunehmen. Bei der virtuellen Zusammenkunft wurden neben den Mitgliedern aus Konstanz zum Beispiel auch Mitglieder aus Bremen, Dresden und Nehren begrüßt.

Die Versammlungsteilnehmer hatten selbstverständlich auch Fragen zur Corona-Situation in Tansania. Ketterer bestätigte, dass das Maskentragen und Abstandhalten auf dem Flughafen und in der Großstadt Dar es Salaam eine Selbstverständlichkeit sei.

Hygiene gewinnt an Bedeutung

Die Hygienevorschriften seien sehr streng. Als interessant bezeichnete er die manuell gebauten Hygienestationen: Per Fußpedal wird eine provisorische Wasserleitung bedient, so dass man sich im Freien vor den Gebäuden berührungslos die Hände waschen kann.

Ein Waschbecken im Freien: Händewaschen spielt auch in Tansania eine wichtige Rolle.
Ein Waschbecken im Freien: Händewaschen spielt auch in Tansania eine wichtige Rolle. | Bild: Elimu4Afrika

Im Hinterland, in der Region Rukwa, wo das Schulbauprojekt des Vereins realisiert wird, seien zumindest offiziell derzeit keine Corona-Fälle bekannt. Die Bevölkerung sei dort aber auch sehr jung und die Mobilität ohnehin minimal.

Probleme bei der Versorgung

Die Menschen dort spürten die Folgen der Corona-Pandemie auf andere Weise: in der allgemeinen Versorgung. Materiallieferungen von außen wie zum Beispiel Medikamente oder Verbandsmaterial komme nicht mehr an.

Auch der Paketversand dauere wieder Monate, was auch der Verein zu spüren bekommen hat. Aufgrund der Reisebeschränkungen sollte notwendiges Material für die Baustelle vermehrt verschickt werden.

Da man die Gesundheitsversorgung vor Ort kenne, sei man jedoch dankbar, dass die Situation noch vertretbar sei, denn ein Corona-Ausbruch in der Region hätte medizinisch gesehen fatale Auswirkungen.

Für das kommende Jahr gibt es laut Verein große Pläne. Eine 1,5 Kilometer lange Wasserzuleitung vom Stausee soll bis zum Schulkomplex verlegt werden. Für den weiteren Baufortschritt freut sich der Verein über Spenden und weitere Mitglieder.