Wenn das Wörtchen „wenn“ nicht wäre, wäre die Welt in Wolterdingen wieder ein Stückchen mehr in Ordnung. Gut ist: Der als Vereinsheim genutzte Schwimmbadsaal steht nach eineinhalb Jahren theoretisch wieder zur Verfügung. Der zweite Rettungsweg ist gebaut, denn dieser war die Voraussetzung dafür, dass der Saal wieder uneingeschränkt genutzt werden kann. Schlecht ist: Der zweite Corona-Lockdown macht der Nutzung schon wieder einen Strich durch die Rechnung, was auch Ortsvorsteherin Angela Giesin bedauert. Wie lange dieser Zustand noch andauert, ist nicht absehbar.

Mehr Sicherheit kostet 60.000 Euro

Nachdem das beheizte Freibad seine Pforte geschlossen hatte, wurde mit den Arbeiten der Fluchttreppe, deren Fehlen ein Brandschutzgutachter bemängelt hatte, begonnen. Nachdem das Fenster direkt über dem Badeingang durchgebrochen worden war, musste ein Fundament angelegt werden. Die Außentreppe in Form einer verzinkten Stahlkonstruktion mit einer Trittbreite von 1,20 Meter wurde nun über dem Schwimmbad-Eingangsbereich installiert und über ein Zwischenpodest mit Austritt in Richtung Parkplatz, südliche Seite, geführt. Für den Bau des zweiten Fluchtweges standen 60.000 Euro zur Verfügung.

Saal wird normalerweise von vielen Vereinen genutzt

Im Normalfall würden sich über die Fertigstellung unter anderen die Landfrauen freuen, die den Saal für ihre Vorträge, Bastelabende und mehr nutzen. Die erste Gmond mit meist an die 100 Anwesenden findet darin statt. Und auch der Akkordeonverein probt und bildet Nachwuchs in dem Raum aus. Ebenfalls zum Erliegen kam die vor zwei Jahren eingeführte Möglichkeit, den Saal für private Feiern zu mieten.

Bereits vor 20 Jahren trat der Ernstfall ein

Trotz der Widrigkeiten für die Nutzer war die Maßnahme wichtig, wie die Vergangenheit zeigt. In der Nacht zum 1. Februar 2000 hat es im Schwimmbadsaal gebrannt. Ursache war ein Überspannungsdefekt an einer Stromleitung. Es entstand ein Schaden von rund einer halben Million Mark. Kurz vor dem Feuer hatten Mitglieder des Fanfarenzuges das Gebäude verlassen.