Seit vergangenem Montag dürfen sie in Baden-Württemberg nach dem Corona-Lockdown erstmals wieder öffnen – wenn auch unter strengen Hygieneauflagen: die Speisegaststätten. Nach der ersten Öffnungswoche ist die Stimmung unter den Wirten im Städtedreieck allerdings nur verhalten, und das obwohl mit dem Vatertag am Donnerstag letzter Woche sogar ein „langes Wochenende“ zu verzeichnen war. Zu groß und mit enormem Organisationsaufwand verbunden sind die Einschränkungen und Auflagen, unter denen die örtlichen Restaurants wieder öffnen und bewirten dürfen.

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Andrang nur am Vatertag

Einziger Lichtblick in Sachen Gästeresonanz war für die Wirte im Städtedreieck nur der Vatertag. Traumwetter, blauer Himmel und frühsommerliche Temperaturen bescherte den Lokalen, insbesondere denen mit Außenbewirtschaftung und Biergarten, an diesem Tag einen ersten großen Gästeandrang.

Der Ansturm insbesondere von Fahrradfahrern war an Christi Himmelfahrt auf den Biergarten im Donaueschinger Park riesengroß. Sechs Autostellplätze waren durch Fahrräder zugeparkt.
Der Ansturm insbesondere von Fahrradfahrern war an Christi Himmelfahrt auf den Biergarten im Donaueschinger Park riesengroß. Sechs Autostellplätze waren durch Fahrräder zugeparkt. | Bild: Roland Sigwart

Ansonsten bilanzieren die Gastronomen bei den Besuchern eher noch Zurückhaltung. Nach wie vor machen sie oft mit dem Abholservice von Speisen, den sie in Anfang-Corona-Zeiten eilends eingeführt hatten, mehr Umsatz als mit dem Bewirten vor Ort in den eigenen Gasträumen. Zu schaffen macht den Gastwirten aber auch die reduzierte Sitzplatzanzahl, um die 1,50 Meter Sicherheitsabstand der Tische untereinander einhalten zu können. Oft dürfen die Gastronomen 50 Prozent oder noch weniger der „Vor-Corona-Sitzplatzkapazität“ anbieten. „Aber wir müssen ja positiv voraus schauen und dürfen den Kopf nicht in den Sand stecken“, so das vorläufige Resümee der Gastronomen.

Hinweisschilder in den Gastronomiebetrieben des Städtdreiecks (auf unserem Bilder der Biergarten im Donaueschinger Park) machen die Gäste unübersehbar auf die aktuell geltenden Hygieneauflagen aufmerksam.
Hinweisschilder in den Gastronomiebetrieben des Städtdreiecks (auf unserem Bilder der Biergarten im Donaueschinger Park) machen die Gäste unübersehbar auf die aktuell geltenden Hygieneauflagen aufmerksam. | Bild: Roland Sigwart

Sichtlich anzumerken war die Lust der Ausflügler, endlich wieder raus zu gehen und sich in Gesellschaft zu treffen insbesondere an Christi Himmelfahrt. „Chicco“ Güney Birdüzer freute sich im Donaueschinger Park über seinen vollen Biergarten: „Der Ansturm insbesondere von Radfahrern war enorm, alleine sechs Autostellplätze sind nur mit Rädern zugeparkt“, so der Wirt. Bisher bester Tag in der ersten Öffnungswoche war für Corinna Duffner von der Hüfinger Tapasbar Bel Nini ebenfalls Christi Himmelfahrt. Ansonsten ist die BelNini-Pächterin eher noch in „Wartestellung“ und schaut, wie sich die Gästezahl weiter entwickelt. „Ich kann nur halb so viele Besucher mit Tapas verwöhnen, aber Miete und Personalkosten fallen in voller Höhe an – das rechnet sich betriebswirtschaftlich auf Dauer nicht. Ich schaue die kommenden Wochen genau an und entscheide dann, wies weitergeht.“

Der Ofen in der Hüfinger Pizzeria Il Mediterraneo ist wieder angeheizt. Nach wie vor verkaufen Wirt Damiano Lagrotteria (r.) und Pizzabäcker Vincenzo Domenicano aber mehr Speisen „to go“ als im Restaurant.
Der Ofen in der Hüfinger Pizzeria Il Mediterraneo ist wieder angeheizt. Nach wie vor verkaufen Wirt Damiano Lagrotteria (r.) und Pizzabäcker Vincenzo Domenicano aber mehr Speisen „to go“ als im Restaurant. | Bild: Roland Sigwart

Pizza-Lieferservice läuft

Damiano Lagrotteria von der Hüfinger Pizzeria Il Mediterraneo freut sich, dass sein Pizza-Lieferservice inzwischen gut angenommen wird. „Die bisher schwachen Gästezahlen in der Pizzeria selbst sind aber noch steigerungsfähig“, so Lagrotteria. Mit stark eingeschränkten Gästekapazitäten kämpfen auch Marian und Thomas Bayer vom Bräunlinger Gasthaus Zacher: „Wenn ein Verein mit zehn Leuten kommt müssen wir diese laut Vorschriften an fünf Tischen verteilen – dann ist unsere Gaststätte schon voll!“, erklärt Marian Bayer.

„Endlich wieder ein Bier in Gesellschaft unter freiem Himmel genießen“: Über einen vollen Biergarten im Donaueschinger Park konnte sich Wirt „Chicco“ Güney Birdüzer am Vatertag freuen.
„Endlich wieder ein Bier in Gesellschaft unter freiem Himmel genießen“: Über einen vollen Biergarten im Donaueschinger Park konnte sich Wirt „Chicco“ Güney Birdüzer am Vatertag freuen. | Bild: Roland Sigwart

Eine noch ruhige erste Woche verzeichnet Emma Baader vom Donaueschinger Restaurant Baaders Schützen. Durch Nachrichtenmeldungen wie jetzt am Wochenende, dass sich in Niedersachsen beim Restaurantbesuch gleich mehre Personen mit Covid-19 angesteckt haben, sieht sie schon gleich zu Wiedereröffnungs-Beginn die Motivation der Bevölkerung ausgebremst, wieder in Restaurants auszugehen.

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