Bei der internationalen Aktion „Stadtradeln„ ist auch Donaueschingen wieder dabei. Und Wolterdingen will sich dabei besonders engagieren. Bei dieser Fahrrad-Aktion soll der größte Donaueschinger Stadtteil Flagge zeigen – auch dafür, dass der langersehnte Wunsch des Ortschaftsrates nach einem besseren Radweg von Wolterdingen in die Kernstadt doch noch in Erfüllung geht. So wünschen es sich Befürworter des Radweg-Projekts.

Eine alte Forderung rückt neu in den Fokus

Radfahren ist auf der Baar seit längerem ein wichtiges Thema, zumal der Donauradweg jährlich tausende Radtouristen anzieht. Nach der guten Resonanz im letzten Jahr beteiligt sich die Stadt Donaueschingen erneut an der internationalen Aktion „Stadtradeln“.

Das Klima-Bündnis als Organisator möchte damit das Radfahren im Alltag fördern, um den Autoverkehr zu reduzieren. Das Klima-Bündnis ist ein Verein, in dem rund 1700 Kommunen aus 26 Ländern Mitglied sind. 505 Kommunen davon sind in Deutschland.

Armin Maier macht sich für das Anliegen stark

Beim Stadtradeln verzeichnen die teilnehmenden Bürger an 21 aufeinanderfolgenden Tagen ihre per Rad gefahrenen Kilometer. Am Ende ergibt sich dann ein Gesamtwert für eine Kommune. Ein großer Anhänger dieser Angelegenheit ist auch der stellvertretende Wolterdinger Ortsvorsteher.

Die Umwelt schonen und sich selbst etwas Gutes tun, lautet seine Devise. Armin Maier möchte zeigen, dass Wolterdingen eine sehr Fahrrad-aktive Gemeinde sei. Dies habe er schon oft beobachtet.

Jeder kann mitfahren

Der 54-Jährige hofft auf mindestens 20 bis 30 Radler, die sich mit ihm als Gruppe anmelden. Egal, ob man viel fährt oder in den vorgegebenen 21 Tagen nur ein Mal: Mitfahren kann Jeder. Egal ob mit seinem E-Bike, Mountain Bike, Rennrad oder klassischem Hollandrad.

Toll fände er es auch, wenn alle Altersgruppen vertreten wären. Jeder Kilometer zählt für die Gruppe.

Der Maschinenbautechniker ist in diesem Jahr schon rund 3500 Kilometer geradelt. Und weitere folgen, sagt er lächelnd. Und er ist eben auch ein großer Führsprecher für einen besseren, sichereren Radweg, der von Jung und Alt benutzt werden kann.

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Schon vor gut zehn Jahren beschäftigte dies den Wolterdinger Ortschaftsrat. Ein Experte für das Thema ist Reinhard Müller, Ortsvorsteher im Ruhestand, denn er was lange damit befasst. „Der Wunsch nach einem idealeren Radweg zur Kernstadt wurde damals aus der Bevölkerung heraus, an uns herangetragen“, sagt er.

Das lange Ringen um eine bessere Trasse

„Was der Ortschaftsrat dann auch an die Stadtverwaltung weiterleitete. Wir schlugen vor, den Radweg parallel zur Landstraße 180 zu planen und zu bauen. Die Reaktion des damaligen zuständigen Dezernenten war: ,Was wollt ihr denn? Ihr habt doch einen Radweg!‘.“

Der Ortschaftsrat legte daraufhin dar, dass der jetzige Verbindungsweg über den Eichbuck von Wolterdingen her sehr steil sei und durch den Wald gerade für Schulkinder und Jugendliche keinerlei soziale Kontrolle beinhalte.

„Daher ist der Weg nicht ungefährlich und weist für die meisten, aber auch für die Erwachsenen, einen zu hohen Schwierigkeitsgrad auf“, erklärt Müller den Standpunkt der Befürworter einer Radwegerneuerung.

Rückschläge für den Ortschaftsrat

Als von der Landesregierung Mittel für den Ausbau des Radwegnetzes im Land zur Verfügung gestellt wurden, gab es einen Rückschlag: Bei der Priorisierung von 1 bis 5 setzte das Land den Vorschlag der Trasse Wolterdingen-Donaueschingen nur auf Platz 5, „was letztlich leider bedeutete, dass dieser Ausbau auf Jahre hin nicht kommen wird“, so Müller.

Trotzdem habe der Ortschaftsrat dann bei der anstehenden Planung der Trasse für die Kläranlage wieder den Radweg angemeldet. Die überregional Verantwortlichen lehnten erneut ab: Die geplante Klärwerk-Trasse verlaufe zu einem Großteil auf nichtstädtischem Terrain. Der Kampf für einen besseren Radweg in die Kernstadt geht also weiter.