Otto Stocker ist kein Freund des neuen Donaueschinger Stadtlogos. „Wie ein aufgenietetes Herstellerschild einer tonnenschweren Stanzmaschine für Schlüsselringe“, schimpfte er Ende Juli an dieser Stelle. Jetzt sieht er auch noch den großen Aufwand der Findungskommission um Professor Emil Kiess reichlich belustigt. Das könnte man einfacher haben können. Etwa wenn man, wie Stocker, Fernsehen geschaut hätte. Dort war nämlich kurz das Logo des früheren Versandhausriesen Quelle zu sehen. Die beiden gleichen sich auf eine seltsame Weise, meint nun Stocker, nachdem er sich später im Internet genauer informiert hatte.

Das Logo des Versandhauses. <em>Bild: dpa </em>
Das Logo des Versandhauses. | Bild: David Ebener

Den implizierten Vorwurf, man habe sich vom Quelle-Logo allzu sehr inspirieren lassen, widerspricht auf Anfrage die Stadt. So modifiziere das Quelle-Q in ovaler Form in einer reinen Wort-Schrift-Marke lediglich den Buchstaben Q. Kursiv sei das Logo des 2009 insolvent gegangenen Versandhauses, nicht kursiv und senkrecht präsentiere sich das Stadtlogo im Schriftzug wie im Quelltopf-Symbol.

Das Signet von Donaueschingen in seiner Kombination von zeichenhaften Signets und Wortmarke sei nicht aus einem Buchstaben, sondern aus der Form eines Kreises entstanden.. Auf dessen Bedeutungsinhalt geht die Erläuterung der Stadt ausführlich ein. Die runde und symmetrischen Abbildung des Quelltopfsymbols stelle vor allem die Form der Quelle als Naturereignis dar und bilde in ihrer Rundheit ausschließlich die Donauquelle mit Quelltopf und Anfang der austretenden Flusslinie ab.

Es gebe weder eine Ähnlichkeit noch eine Verwechslungsgefahr, schlussfolgert die Stadt nach diesem Argumentationsfluss. Falls es aber dennoch Ärger geben könnte mit dem heutigen Markeninhaber Otto Group, karrt die Stadt weitere Argumente an: Beim Markennamen des Versandhauses könne man davon ausgehen, dass nicht der Einzelbuchstabe Q, sondern die ganze Wortmarke geschützt werden sollte – zumal sich Einzelbuchstaben des Alphabets nicht schützen lassen. Und möglicherweise sei die Schreibweise des Markennamens aus einer frei verwendbaren, also auch nicht geschützten Schriftform zusammengesetzt worden. Aus den genannten Gründen, so erklärt die Stadt, habe man die Otto Group nicht kontaktiert.

Den Donaueschinger Otto Stocker ficht das nicht an. Das neue Logo gefällt ihm trotzdem nicht.