Gegen Mittag des 22. Februars 1945 flogen fast ununterbrochen starke Fliegerverbände in östlicher Richtung über Wolterdingen, und gegen 13 Uhr wieder aus südöstlicher Richtung wieder zurück. Es darf vermutet werden, dass diese Flugzeuge auch im Zusammenhang standen mit dem verheerenden Bomberangriff auf die Stadt Donaueschingen am frühen Nachmittag.

Unvermutet hörte man in Wolterdingen plötzlich das Heulen fallender Bomben, und es folgten Einschlag auf Einschlag. 81 Bomben, so die spätere Bilanz, sind im Ort und 25 im freien Feld eingeschlagen. Die Wirkung dieses Bombardements war furchtbar: Insgesamt 18 Häuser, darunter die Kirche und das Schwesternhaus, wurden schwer getroffen und nahezu völlig zerstört. 28 Todesopfer waren zu beklagen. Davon waren drei Wehrmachtsangehörige. Zwei Verletzte starben später.

Schaden wird auf 1,2 Millionen Mark geschätzt

Der Gesamtschaden wurde von amtlicher Seite auf 1,2 Millionen Mark geschätzt, denn es waren nicht nur 18 Gebäude zerstört worden, sondern viele andere wurden beschädigt.

Am Vormittag dieses Tages hatte eine Abteilung Grenzsoldaten von Donaueschingen aus einen Ausmarsch nach Tannheim unternommen. Als sie um die Mittagszeit zurückkehrten, hielten sie in den Gasthäusern „Sonne“ und „Falken“ Mittagsrast. Zu der Zeit, als die Bombenverbände auf dem Rückflug das Dorf überflogen, gab der Führer der Abteilung Befehl zum Abmarsch. Obwohl der Sonnenwirt davor warnte, traten die Männer vor der Wirtschaft zum Weitermarsch an. Es ist anzunehmen, dass die Aufstellung von den feindlichen Flugzeugen bemerkt wurde, und die Bombardierung auslöste.

Pfarrer Glatz leitet den Wiederaufbau

Das markanteste Gebäude, das beim Bombardement zerstört wurde, war die Pfarrkirche St. Kilian. Es war der damalige Pfarrer Werner Glatz, der unmittelbar nach dem Angriff den Wiederaufbau der Pfarrkirche einleitete. Es war ein sehr mühevolles Unterfangen, weil vor allem Baumaterial fehlte. Doch nach drei Jahren war es geschafft und das Gotteshaus konnte wieder eingeweiht werden. Als die Kirche in schwerster Zeit unter großen Opfern durch den Erzbischof Wendelin Rauch wieder geweiht werden konnte, war der 12. Dezember 1948 ein Festtag von besonderem Glanz für die gesamte Gemeinde

Tote auch in Pfohren

Nicht nur in Wolterdingen brachten die Bomber Tod und Zerstörung. Auch in Pfohren wurden durch schwere Bombentreffer acht Menschen getötet.