Sicherheitskonzepte und verschärfte Auflagen und Regularien: Landauf, landab klagen die Narren, dass sie vor immer größeren Herausforderungen stehen, wenn sie ihre Veranstaltung organisieren. „Es wird nicht einfacher und vor allem wird es auch nicht günstiger“, sagte Frohsinn-Zunftmeister Michael Lehmann bei der Finanzsitzung.

Der Kollege aus Markdorf habe schon im Scherz gesagt, dass es irgendwann einmal so weit komme, dass der Umzug auf der Straße steht und die Zuschauer an ihm entlang laufen. „Einfacher wäre das auf jeden Fall“, sagt Lehmann. Auflagen, Regularien und Sicherheitskonzepte würden stetig verschärft. „Uns würde es helfen, wenn die Messlatte mit einem gesunden Augenmaß angelegt werden würde“, sagte der Frohsinn-Zunftmeister in Richtung Rathaus. Denn dort müsste erkannt werden, dass die Vereine diese Herausforderungen auf Dauer nicht alleine stemmen könnten.

Ordnungsamtsleiter Andreas Derek kann Lehmanns Klagen verstehen. Er bewundere jeden Vereinsvorstand, der in der heutigen Zeit das Amt ausführe. Mit einem Ehrenamt, das sich nebenher erledigen lasse, habe das kaum noch etwas zu tun. Allerdings: „Wir wollen die Vereine nicht ärgern und das hat auch nichts mit Bürokratie zu tun.“ Grundsätzlich habe sich in den vergangenen Jahren die Veranstaltungswelt geändert und auch die Sichtweise auf die Sicherheit. Vor dem Unglück bei der Loveparade 2010 habe sich kaum einer über solche Veranstaltungen Gedanken gemacht.

Das Sicherheitskonzept, das die Stadt für den Donaueschinger Fasnetsumzug fordert, sei auch zum Schutz der Vereine. „Wenn etwas passiert, dann wendet sich die Staatsanwaltschaft als erstes an den Veranstalter und das ist nunmal der Verein“, so Derek. Mit einem Sicherheitskonzept könnte zwar nicht ausgeschlossen werden, dass etwas passiert, aber es beinhalte viele Dinge, die man sich als Veranstalter sowieso überlegen müsste. Wie sage ich die Veranstaltung bei Sturm ab? Wo sind die Fluchtwege? Wo können Rettungsfahrzeuge am besten anfahren? Und eben vieles mehr.

Klar könnte man auch fragen: Wo setze ich die Grenze an? Denn bei Veranstaltungen in Hallen beispielsweise gelte die Veranstaltungsverordnung, in der schon ein Sicherheitskonzept gefordert wird. Bei Veranstaltungen im Freien sei diese aber anders. Trotzdem fordert das Rathaus bei bestimmten Ereignissen, die ein gewisses Gefährdungspotenzial wie viele Zuschauer im Zusammenspiel mit Fahrzeugen haben, ein Sicherheitskonzept. „Ich will auch nicht, dass hier etwas passiert und alle Welt dann sagt, wir hätten uns keine Gedanken gemacht“, erklärt der Ordnungsamtsleiter. Und ein Sicherheitskonzept müssen nicht nur Vereine ausarbeiten. Auch das Amt für Tourismus, Kultur und Marketing musste für das Donauquellfest ein Sicherheitskonzept beim Ordnungsamt vorlegen.