Der Schuhersteller Ricosta hat einen Rückruf für ein bestimmtes Kinderschuh-Modell gestartet. Betroffen seien laut Unternehmen Schuhe des Modells Sami in den Größen 18 bis 23, die im Herbst 2017 und im Frühjahr und Sommer 2018 verkauft wurden. Wer auf die Homepage des Unternehmens geht, sieht dort direkt auf der Startseite ein rotes Quadrat mit der Anmerkung: "Wichtiger Sicherheitshinweis". Betroffen sind Schuhe mit der Artikelnummer 10_1223900_349. Die Kinderschuhe könnten kostenfrei zurückgesandt werden, der Kaufpreis werde laut Ricosta auch ohne Kassenbeleg erstattet.

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Der Donaueschinger Stammsitz des Kinderschuh-Herstellers Ricosta in der Dürrheimer Straße. Das Unternehmen hat ein Schuh-Modell zurückrufen lassen, das in einer Stichprobe zu hohe Chrom-Sechs-Werte aufgewiesen hat.
Der Donaueschinger Stammsitz des Kinderschuh-Herstellers Ricosta in der Dürrheimer Straße. Das Unternehmen hat ein Schuh-Modell zurückrufen lassen, das in einer Stichprobe zu hohe Chrom-Sechs-Werte aufgewiesen hat. | Bild: Simon, Guy

Warum der Rückruf?

In Einzelfällen habe man bei den Schuhen des Modells einen erhöhten Chrom-Sechs-Wert festgestellt. Der könne unter bestimmten Umständen beim Hautkontakt mit diesem Lederteil eine Allergie auslösen. Dieser Stoff kann bei den Prozessen der sogenannten Chrom-Gerbung von Leder entstehen. Rund 85 Prozent der weltweiten Lederherstellung verwendet dieses Verfahren, dass mit Chrom-Drei-Salzen funktioniert.

"Das Problem mit dem Chrom lässt sich nicht ausrotten", erklärt Ricosta-Marketingleiter Jörg Ertl. Durch bestimmte Einflüsse entstehe bei der entsprechenden Gerbung eben Chrom Sechs, etwa bei der Lagerung oder dem Einfluss von Feuchtigkeit. Das passiere schließlich "ohne das es irgendwie bemerkt wird, weder vom Gerber, noch vom Produzenten", so Ertl. Das liegt nicht etwa am mangelnden Interesse des Betriebes. Das Unternehmen ist natürlich darauf bedacht, solche Dinge im Vorfeld herauszufiltern.

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Nicht alles kann geprüft werden

Daran arbeitet etwa die betriebsinterne Qualitätssicherung mit etlichen Verfahren, um Qualität und Sicherheit sicher zu stellen. "Grundsätzlich führen wir in den verschiedenen Chargen natürlich Stichproben durch, allerdings kann unmöglich alles geprüft werden", erklärt Ertl. Wenn bei einer solchen Stichprobe etwas festgestellt werde, gehe das komplette Leder zurück. Der Stoff trete auf der Lederhaut an unterschiedlichen Stellen auch unterschiedlich auf, was die Entdeckung weiter erschwere.

Bei dem aktuellen Rückruf handle es sich etwa um die obere äußere Fersenverstärkung des Schuhs. "Das ist ein außen liegendes Teil, dass nicht mit dem Körper in Berührung kommt", sagt Ertl. Er ergänzt: "Ich will es nicht klein reden. Es ist, wie es ist."

Chrom-Spuren entdeckt

Im Laufe der Zeit habe sich der Verbraucherschutz in Deutschland immer weiter verbessert und intensiviert. Entsprechend werden auch seitens der Behörden Probenentnahmen vorgenommen, so der Marketingleiter. "Auf diesem Wege haben wir auch die Benachrichtigung bekommen, dass Spuren von Chrom Sechs entdeckt wurden", so Ertl. Daraufhin habe man den Rückruf des Schuhs gestartet. Der ging allerdings nicht an die Medien, sondern an den Fachhandel und die Endverbraucher. Die werden über den Sicherheitshinweis auf der Unternehmens-Homepage informiert.

Die Verbreitung der Information lief nicht über eine gezielte Weitergabe an die Medien, sie erfolgte schließlich quasi automatisch über das Internet: "Es gibt bestimmte Webseiten, die sind darauf spezialisiert, über einen bestimmten Algorithmus alle aktuellen Rückrufe aufzugreifen und zu veröffentlichen", sagt Ertl. Etwa Seiten wie www.produktwarnung.eu oder www.produktrueckrufe.de.

Wie viele Schuhe kommen zurück?

Wie die Zahlen tatsächlich aussehen, mit denen das Unternehmen rechnet, kann auch Ertl nicht genau sagen: "Das ist schwer auszumachen. Die Schuhe sind ja bereits teilweise seit zwei Jahren im Handel, daher können wir das nicht sagen. Wir gehen aber davon aus, dass es von Seiten des Endverbrauchers nicht sehr viele sein werden." Gerade ein Kinderschuh werde meist nicht über eine solche Dauer getragen. Das ergibt sich ganz natürlich. Von Seiten der Händler seien bereits Schuhe zurückgeschickt worden: "Dabei handelt es sich um eine Summe im unteren dreistelligen Bereich", erklärt Ertl. "Schuhe haben da einen anderen Lebenszyklus wie etwa Kraftfahrzeuge." In dieser Branche sind logistischer Aufwand und Kosten um ein Vielfaches höher. Für das Donaueschinger Unternehmen sei es dieser Tage das erste Mal, dass eine solche Rückruf-Aktion notwendig geworden sei.

Für weitere Informationen zur Rücksendung bittet Ricosta, sich an die Email-Adresse info@ricosta.de oder die Telefonnummer 0771/805400 zu wenden.