Über den Sommer weg bekommt das Museum Art.Plus regelmäßig Verstärkung durch junge Praktikanten, die hier erste berufliche Erfahrungen im Museumsalltag machen. Das Donaueschinger Museum sieht das als Gelegenheit, sowohl junge Menschen für die Museumslaufbahn zu interessieren, als auch von den jungen Menschen zu lernen und neue Impulse zu erhalten. In diesem Jahr unterstützt der 21-jährige Niklas Pasemko aus Villingen-Schwenningen das Team, wie das Museum mitteilt. Der sportliche junge Mann fährt täglich mit dem Fahrrad von Marbach nach Donaueschingen. Er studiert in Mannheim Geschichte und Betriebswirtschaftslehre. Gerade hat er ein Auslandssemester im dänischen Aarhus absolviert. Im kommenden Semester wird er seinen Bachelor-Abschluss machen.

Pasemko kam schon früh in Kontakt mit Kunst. Schon als Kind begleitete er seinen Vater, einen freien Kunst-Journalisten, in Museen, Galerien und auf Messen. Gerade die großen Kunstmessen mit ihrem reichhaltigen Angebot haben ihn beeindruckt. Auch zu Hause wuchs er mit Kunst auf, denn das Elternhaus ist angefüllt mit Kunstwerken vor allem regionaler Künstler. So hatte Pasemko schon immer einen ganz natürlichen Umgang mit Kunst. Zahlreiche Künstler, Sammler, Galeristen und Kuratoren, bekannte wie unbekannte, hat er persönlich kennengelernt.

Wenn man sich mit ihm über Kunst unterhält, fällt die Selbstverständlichkeit auf, mit der er über das Thema spricht. Kunst ist für ihn nichts Abgehobenes, nichts Elitäres. Kunst ist einfach da und ein wichtiger Teil seines Lebens. Der Besuch von Kunstausstellungen gehört zu seinen liebsten Hobbys. Doch nicht alles findet er gut. Kunst, die ihn nicht anspricht, interessiert ihn nicht.

Niklas Pasenko mit den Werken von Pierre Soulages in der aktuellen Ausstellung "colorful . farbenfroh".
Niklas Pasenko mit den Werken von Pierre Soulages in der aktuellen Ausstellung "colorful . farbenfroh". | Bild: Museum Art.Plus/Art.Plus Foundation

Die aktuelle Ausstellung im Museum Art.Plus jedoch hat es ihm angetan. Besonders spannend findet er die Arbeiten der deutschen Avantgarde aus den 1960er- und 1970er-Jahren, die in Raum 1 zu sehen sind. Die amerikanische Künstlerin Dorothy Fratt hält er für eine fantastische Entdeckung und auch die Arbeiten von Pierre Soulages faszinieren ihn stets aufs Neue. Gerne unterhält er sich mit den Besuchern über die ausgestellte Kunst und freut sich über das durchweg positive Feedback.

Neben der Besucherbetreuung und der Mithilfe bei größeren Veranstaltungen wie dem Open-Air-Kino und Hochzeiten hat er auch administrative Aufgaben im Büro zu erledigen und Telefonate zu führen. Dabei hat ihm die Arbeit in dem kleinen Museumsteam, das er schon seit Langem kennt, sehr gefallen. Es war ihm wichtig, nach dem Auslandstudium und vor der Rückkehr nach Mannheim etwas in der Heimat zu machen, um sich in vertrautem Umfeld wieder etwas zu erden. Dafür sei das Museum Art.Plus ideal. Den Kulturbetrieb im weitesten Sinne könne er sich aber als Berufsziel gut vorstellen. Auf jeden Fall aber werde die Kunst stets eine wichtige Rolle in seinem Leben spielen.