Mit einem vereinsinternen Jubiläumsabend feierten die Donaueschinger Eisstockschützen jetzt ihr 25-jähriges Bestehen. Was 1994 zunächst eher als Spaßfiliale der Gleferi-Musikanten begann, entwickelte sich zusehends zum Leistungssport, bei dem sich die Akteure schon bald auf internationalen Turnieren wiederfanden oder sich in der ersten oder zweiten Bundesliga mit namhaften Gegnern auseinandersetzten.

Sportart kam aus Oberbayern nach Donaueschingen

Schon weit vor der Gründung des Vereins hatte es in Donaueschingen Eisstocksport gegeben. Heinrich Freisl brachte das Eisstockschießen in den fünfziger Jahren aus seiner Heimat in Oberbayern mit und scharte schnell einige Mitspieler um sich wie Franz Limberger, Heinrich Ohr, Heinrich Weber oder Anton Weninger.

Sie feiern das 25-jährige Bestehen der Eisstockschützen Donaueschingen: Mathias Prosch (langjähriges Vorstandsmitglied), Alois Pöhler vom Eissportverband, Erich Scherzinger (Gründungsmitglied), Michaela Giese (Vorsitzende), Karl-Heinz Hahn (Gründungsmitglied), Wilfried Reinbolz (stellvertretender Vorsitzender) und Ottmar Gass, Gründungsmitglied, mit 95 immer noch aktiv.
Sie feiern das 25-jährige Bestehen der Eisstockschützen Donaueschingen: Mathias Prosch (langjähriges Vorstandsmitglied), Alois Pöhler vom Eissportverband, Erich Scherzinger (Gründungsmitglied), Michaela Giese (Vorsitzende), Karl-Heinz Hahn (Gründungsmitglied), Wilfried Reinbolz (stellvertretender Vorsitzender) und Ottmar Gass, Gründungsmitglied, mit 95 immer noch aktiv. | Bild: Lutz Rademacher

Eiswiese als erste Sportstätte

Gespielt wurde in den Wintermonaten auf der Eiswiese im Fürstenbergischen Park. Dort wurde in früheren Jahren Eis für die Bierkühlung der Brauerei gebrochen und im Eishaus eingelagert. Bis zur Gründung des Vereins war es reiner Freizeitspaß, es gab keine Turniere.

Ein Eisstock aus den fünfziger Jahren.
Ein Eisstock aus den fünfziger Jahren. | Bild: Lutz Rademacher

Erst ein Freizeittreff, dann seit 1994 ein Verein

1994 besuchten Mitglieder der Gleferi-Musikanten ein Jedermann-Turnier in Schwenningen, wo sie äußerst erfolgreich abschnitten und so manchen Profi hinter sich ließen.

Der Vorstand im Jahr 1998 (von links): Seppi Siraky (Beisitzer), Heidi Hensius (Schriftführer), Mathias Prosch (Sport- und Jugendleiter), Heinz Prosch (stellvertretender Vorsitzender), Wilfried Dreher (Vorsitzender), Wilfried Reinbolz (Kassenwart) und Walter Bantelon (Beisitzer).
Der Vorstand im Jahr 1998 (von links): Seppi Siraky (Beisitzer), Heidi Hensius (Schriftführer), Mathias Prosch (Sport- und Jugendleiter), Heinz Prosch (stellvertretender Vorsitzender), Wilfried Dreher (Vorsitzender), Wilfried Reinbolz (Kassenwart) und Walter Bantelon (Beisitzer). | Bild: DEG Eiswiese

Noch zwölf von 31 Gründungsmitgliedern dabei

So wurde die Idee eines eigenen Vereins in Donaueschingen geboren und am 13. Juni in einer Gründungsversammlung im Hotel „Bären“ umgesetzt. Erster Vorsitzender der DEG Eiswiese, in Langform Donaueschinger Eisstockschützengesellschaft Eiswiese genannt, wurde Alois Käfer, Vize Paul Dapp, sportlicher Leiter Josef Siraky. Von den 31 Gründungsmitgliedern sind heute noch zwölf im Verein.

Einweihung der Asphaltbahn im fürstlichen Park am 11. Mai 1996 mit (von links) Paul Dapp, Sepp Siraky, Alois Käfer und Heinrich Erbprinz zu Fürstenberg.
Einweihung der Asphaltbahn im fürstlichen Park am 11. Mai 1996 mit (von links) Paul Dapp, Sepp Siraky, Alois Käfer und Heinrich Erbprinz zu Fürstenberg. | Bild: DEG Eiswiese

Eigener Trainingsplatz seit 1996

Zunächst fuhr man zum Training nach Schwenningen. Nach mehreren Besprechungen mit dem Fürstenhaus konnte ein Pachtvertrag über die Nutzung der ehemaligen Tennisplätze beim alten E-Werk abgeschlossen werden. Der vereinbarte Pachtzins kommt der Amsel-Gruppe zugute. Der Platz wurde planiert, mit einer Bitumendecke überzogen und am 11. Mai 1996 in Anwesenheit von Heinrich Erbprinz zu Fürstenberg eingeweiht.

Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 25-jährigen Bestehen des Eisstockschützenvereins DEG Eiswiese Donaueschingen werden Mathias Prosch (links) und Wilfried Dreher (Mitte) für 20 Jahre Vorstandstätigkeit mit der bronzenen Ehrennadel des Baden-Württembergischen Eissportverbands ausgezeichnet. Fachspartenleiter Eisstock Alois Pöhler aus Aalen nahm die Ehrung vor. Gründungsmitglied Wilfried Dreher war von 1998 bis 2014 erster Vorsitzender und seither Beisitzer. Mathias Prosch war von 1998 bis 2012 Sport- und Jugendleiter und ist seitdem stellvertretender Vorsitzender des Vereins.
Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 25-jährigen Bestehen des Eisstockschützenvereins DEG Eiswiese Donaueschingen werden Mathias Prosch (links) und Wilfried Dreher (Mitte) für 20 Jahre Vorstandstätigkeit mit der bronzenen Ehrennadel des Baden-Württembergischen Eissportverbands ausgezeichnet. Fachspartenleiter Eisstock Alois Pöhler aus Aalen nahm die Ehrung vor. Gründungsmitglied Wilfried Dreher war von 1998 bis 2014 erster Vorsitzender und seither Beisitzer. Mathias Prosch war von 1998 bis 2012 Sport- und Jugendleiter und ist seitdem stellvertretender Vorsitzender des Vereins. | Bild: Franz Oschwald

Erste internationale Turniere

Im gleichen Jahr bestritt man die ersten internationalen Turniere. 1997 gewannen die Donaueschinger das Bezirksligaturnier und schafften erstmals den Sprung in die zweite Bundesliga.

Zum Jubiläum gab es eine kleine Ausstellung. Franz Oschwald zeigt eine Eisstockscheibe aus Holz.
Zum Jubiläum gab es eine kleine Ausstellung. Franz Oschwald zeigt eine Eisstockscheibe aus Holz. | Bild: Lutz Rademacher

Erfolge für Mathias Prosch

Im Januar 1998 nahm mit Mathias Prosch ein junger Nachwuchsspieler an der Deutschen Juniorenmeisterschaft in Füssen teil. Im März übernahm Wilfried Dreher den Vereinsvorsitz, im Oktober wurde mit der Stadt ein Vertrag über die Pflege und Nutzung der Eiswiese abgeschlossen.

Mathias Prosch nahm 1998, 1999 und 2001 an den Deutschen Juniorenmeisterschaften teil. 2001 belegte er den siebten Platz.
Mathias Prosch nahm 1998, 1999 und 2001 an den Deutschen Juniorenmeisterschaften teil. 2001 belegte er den siebten Platz. | Bild: DEG Eiswiese

Im Januar 1999 erreichte Mathias Prosch einen 14. Platz bei der Deutschen Meisterschaft, 2001 wurde er Siebter.

Deutsche Meisterschaft ausgerichtet

Im Jahr 2000 richtete die DEG zusammen mit dem ERC 04 Schwenningen die Deutsche Meisterschaft aus. 120 Helferinnen und Helfer waren sechs Tage im Einsatz. Im Oktober 2002 stieg man erstmals in die erste Bundesliga auf, 2003 konnte der Klassenerhalt gesichert werden.

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Pendeln zwischen erster und zweiter Bundesliga

Seither pendeln die Donaueschinger Eisstockschützen immer zwischen der ersten und zweiten Liga. 2013 schaffte man den Aufstieg in die erste Liga sowohl im Sommer auf Asphalt wie im Winter auf Eis.

Ein Eisstock aus den fünfziger Jahren.
Ein Eisstock aus den fünfziger Jahren. | Bild: Lutz Rademacher

Zum Training nach Stuttgart oder Frauenfeld

Das Training im Winter erfordert oft lange Wege, nach Stuttgart oder nach Frauenfeld in der Schweiz, weil die Bedingungen auf der Eiswiese nicht ausreichen. Eine Ausnahme bildete der Winter 2016/17.

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So erfolgreich sind die Eisstockschützinnen

Und auch die Damen feierten einige große Erfolge. So belegte Bianca Eisele im Januar 2006 den sechsten Platz bei den Deutschen Meisterschaften. Blazenka Bandur spielt inzwischen in der Schweizer Nationalmannschaft, die dieses Jahr bei der WM die Silbermedaille holte. Sie darf nicht mehr in Deutschland antreten, bleibt dem Verein aber verbunden.

Der Vorstand im Jahr 2018 (von links): Wilfried Reinbolz (stellvertretender Vorsitzender), Michaela Giese (Vorsitzende), Holger Giese (Beisitzer), Wilfried Dreher (Beisitzer), Franz Oschwald (Kassenwart und Schriftführer), Beate Glatz (Sport- und Jugendwart).
Der Vorstand im Jahr 2018 (von links): Wilfried Reinbolz (stellvertretender Vorsitzender), Michaela Giese (Vorsitzende), Holger Giese (Beisitzer), Wilfried Dreher (Beisitzer), Franz Oschwald (Kassenwart und Schriftführer), Beate Glatz (Sport- und Jugendwart). | Bild: DEG Eiswiese

Heute 50 Mitglieder im Verein

Seit 2014 ist Michaela Giese die Vorsitzende. Der Pachtvertrag mit dem Fürstenhaus für den Asphaltplatz wurde 2018 auf unbefristete Zeit verlängert, eine Stromversorgung wurde gebaut. Seit 2019 gibt es eine neue Homepage, neue Flyer und eine eigene Facebook-Seite. Man bietet Event-Veranstaltungen für Schulen, Vereine und Betriebe an. So ist der 50 Mitglieder zählende Verein bestens für die Zukunft gerüstet.