Bei der Generalversammlung der Narrenzunft Frohsinn wurde verdeutlicht, was für ein Rad die Mannschaft um Zunftmeister Michael Lehman jährlich dreht. Mit einem sechsstelligen Budget bewegen sie ehrenamtlich Gelder, die teils Kleinunternehmen nicht umsetzen.

Zwei tolle Jahre

Michael Lehmann ist nun schon im zehnten Jahr Zunftmeister und erlebte aus Sicht des Frohsinns die letzten zwei Jahre als die wohl besten närrischen Tage in der kleinen Baarmetropole: "2018 war schon super, doch 2019 hatte fast schon Mallorca-Event-Charakter". Gefühlt noch nie so viele Zuschauer wie dieses Jahr säumten beim Großen Umzug am Fastnachtssonntag die Umzugsstrecke.

Beim Frohsinn im Amt bestätigt: Zunftmeister Michael Lehmann, Säckelmeisterin Cordula Hauger und der stellvertretende Zunftmeister Wolfgang Hansel. Bild: Roger Müller
Beim Frohsinn im Amt bestätigt: Zunftmeister Michael Lehmann, Säckelmeisterin Cordula Hauger und der stellvertretende Zunftmeister Wolfgang Hansel. Bild: Roger Müller

"Die Hausaufgaben wurden gemacht, es ist eine tolle Geschichte, was hier auf die Beine gestellt wurde", so der im Amt bestätigte Zunftmeister Michael Lehmann, was auch die grandiosen Zunftbälle anging. "Die Zeiten ändern sich, man muss immer wieder die Ärmel hochkrempeln. Umso löblicher, dass sich hier Mitglieder engagieren, die nicht in Amt und Würden stehen." Auch in punkto Social Media war man aktiv, Jens Jonner und Ralf Gliese brachten die Homepage sehr professionell auf den neuesten Stand.

Neu ist der Jungnarrenstammtisch

Neu ist der Jungnarrenstammtisch auch für Kinder und Jugendliche, der am 7. Juni seine Neuauflage im Zunfthaus hat. Die Besucherzahlen vom Zunfthaus-Museum waren zwar leicht rückläufig, doch die individuellen Führungen nahmen zu: "Besucher aus den USA, Frankreich, Russland und auch aus Spanien durften wir begrüßen." Aus den umliegenden Schulen und Kindergärten kamen 300 Kinder in das Zunftmuseum, um sich mit dem Brauchtum der Fastnacht vertraut zu machen.

Kraftakt Donauquellfest

"Das Donauquellfest 2017 war ein Kraftakt, es galt die 80/20 Regel: 20 Prozent bewältigen die komplette Arbeit", so der Zunftmeister. Er hofft in diesem Jahr auf mehr Unterstützung, denn das sind wichtige Einnahmen für die Narrenzunft. Und wie wichtig solche Einsätze sind, spiegelt sich in den Zahlen des Kassenberichts von Cordula Hauger wider. Denn Kinderball, Sonntagsumzug und der Zunftball sind sage und schreibe Draufleggeschäfte. Als Beispiel wurde hier die Kalkulation des Zunftballs vorgestellt, hier legt der Frohsinn rund 2000 Euro drauf, und das bei einem grandiosen Programm. Jeder kommerzielle Veranstalter würde so etwas wohl aus betriebswirtschaftlicher Sicht sofort einstampfen.

Brauchtum in Schulen und Kindergärten

Die historischen Häser, die 2016 von der Häskommission vorgestellt und verabschiedet wurden, finden guten Anklang, auch in diesem Jahr wurde wieder der ein oder andere neue historische Hansel beim Umzug gesehen. Dank wurde an Wolfgang Reiter ausgesprochen, er bringt seit 41 Jahren das Brauchtum den Kindergärten und Schulen näher.

Vorstand bestätigt

Bei den Wahlen wurden Zunftmeister Michael Lehmann, Stellvertreter Wolfgang Hansel und Säckelmeisterin Cordula Hauger im Amt bestätigt. Neuer Schriftführer wurde Andreas Haller, er ist Amtsleiter für Tourismus und Marketing der Stadt Donaueschingen. Er wurde in Abwesenheit gewählt und beerbt den seit acht Jahren amtierenden Wilfried Strohmeier. Anerkennung der Versammlung wurde Thomas Gantert gezollt, er ist seit 40 Jahren Narrenrat, was es so wohl noch nie gab.