Pausenmusik und Blockflöte: Das weckt auf den ersten Blick nicht die größten Erwartungen. Bei Ersterem denkt man an Musik, die irgendwie im Hintergrund vor sich hindudelt, um die Zeit zum eigentlichen Ereignis zu überbrücken, bei Letzterem an den Musikunterricht in der Grundschule oder die mühsam vorgetragenen Weihnachtslieder des Nachwuchses auf dem ältesten Instrument der Welt.

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Doch es geht auch anders

Nämlich dann wenn Maurice Steger, der als einer der besten Flötenspieler der Welt gilt, und das La Cetra Barockorchester Basel zum „Meeting Mr. Händel„ einladen. Dann wird die Pausenmusik zum begeisternden Hauptbestandteil des Konzertes und die Blockflöte räumt mit ihrem Negativimage auf. Denn Steger weiß zu begeistern, er ist nicht der steife Profimusiker, sondern der geborene Entertainer. Die Musik scheint durch seinen kompletten Körper zu strömen. Kaum einen Moment steht er ruhig – außer er lauscht andächtig den Musikern des La Cetra Barockorchester. Ansonsten ist er in Bewegung und lebt die Musik, die sich durch die Flöte in den Strawinsky Saal und die Zuhörer mitreißt. Wer sich nicht anstecken lässt und von der stegerschen Begeisterung infiziert wird, hat auch sonst nicht viele Emotionen parat.

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Auch die Pausenmusik begeistert

Nur der Beginn des Konzertes ist dem großen Komponisten Georg Friedrich Händel gewidmet. Er, der im London der 1730er Jahre tonangebend war, konnte die besten Musiker um sich versammeln. Doch wo ein Händel war, da war nicht viel Platz für andere Talente – außer eben in den Pausen. Denn der große Meister musste sich auch erholen – ob es nun von seiner Genialität war, von launischen Sopranistinnen oder von schlecht gestimmten Instrumenten, die Pausen dauerten sehr lange. Ein, zwei Stunden waren da keine Seltenheit und in dieser Zeit, in denen die eigentliche Oper und auch Händel ruhten, gab es eben Pausenmusik. Von Händel selbst oder von anderen. Eigene Werke oder überarbeitete Werke, mit dem Urheberrecht nahm man es damals nicht so genau. Ja es wurde vom Publikum erwartet, dass Altes aufgegriffen wurde. Beispielsweise wenn Francesco Geminiani ein Werk von Arcangelo Corelli überarbeitete, das später noch von Pietro Castrucci und Matthew Dubourg verziert wurde. Dann gilt das Sprichwort „Viele Köche verderben den Brei“ überhaupt nicht mehr.