Das Tierheim in Donaueschingen wurde 1961/62 gebaut und 1982 erweitert. Die Tiere haben hier zwar ein Dach über dem Kopf und einen gefüllten Napf, aber die Unterbringung in den aneinander gereihten Käfigen entspricht längst nicht mehr modernen Standards, die nicht nur die Unterbringung, sondern auch die Psyche der Tiere im Fokus haben, die bei längerer Unterbringung leidet.

Finanziell hat sich der Betrieb nach schwierigen Jahren – einige Kommunen blieben ihren Beitrag schuldig –verbessert, zunächst mit der Gründung des Trägervereins 1998, dem unter anderem die Städte Villingen-Schwenningen, St. Georgen, Donaueschingen und der Landkreis angehören. 2014 wurde die Finanzierung des Tierheims dann über den Kreishaushalt sichergestellt. Der Wunsch nach einem Neubau blieb aber unerfüllt, doch jetzt ist es soweit.

Als Glücksfall erweist sich der Ausbau der nahen B 27 fürs Kreistierheim. Im Zuge dessen müssen Ausgleichsmaßnahmen für den Naturschutz im Umfeld umgesetzt werden. Und so ist geplant, den begradigten Donauzusammenfluss von Brigach und Breg naturnaher zu gestalten und von der nahen Bundesstraße rund 200 Meter abzurücken. Hierfür muss neben dem Heim der Hundefreunde auch das Kreistierheim weichen. Nach einer ersten Kalkulation soll der Neubau 2,7 Millionen Euro kosten und direkt an der Bundesstraße neben der Zufahrt zur Kläranlage entstehen.

„Da ist kein Luxus geplant“, betont Nadine Vögel, die seit einigen Jahren das Kreistierheim mit vier weiteren Festangestellten leitet. Geplant sei ein Zweckbau für eine zeitgemäße tierschutzrechtskonforme Unterbrinung inklusive notwendiger Funktionsräume. Ein mit dem Tierheim verbundener Architekt habe ehrenamtlich einen Plan erstellt. Ein zweiter Architekt arbeite noch an seinem Entwurf, sagt Vögel. Inspirationen will man sich im Laufe des Januars bei Besuchen neuer Tierheime zusammen mit Vertretern des Landratsamts holen. Aber Nadine Vögel hat klare Vorstellungen, wie das Kreistierheim einmal ausgestattet werden soll. „Bei auswärtigen Seminarbesuchen habe ich mir in der Vergangenheit viele Tierheime angeschaut. Schließlich wird ja schon lange von einem Neubau gesprochen. Da kann ich Vor- und Nachteile inzwischen gut abwägen“, sagt die Tierheimleiterin.

Schon bei der Platzierung der Gebäudeteile macht sie sich zum Wohl der Tier und der Umwelt Gedanken. „Wegen einer unterirdischen Leitung soll das Gebäude nach dem Wunsch der Stadt etwas von der Straße abrücken. Wir wollen aber, dass die Hunde ihren Auslauf mit Blickrichtung Hüfingen haben. Dafür ist das Gelände durch das Abrücken aber aktuell zu klein.“ Für diese Ausrichtung hat sie ihre Gründe: Bei einem Auslauf Richtung Zufahrtsstraße würden die Hunde bei jedem Spaziergänger und Radfahrer bellen. Das wollen die Tierfreunde verhindern, ebenso die Blickrichtung Park und Stadt, damit mögliches Gekläffe nicht stört.

Generell soll es im neuen Heim deutlich ruhiger als heute zugehen. „Geht man heute zu einem Tier in seinem Käfig, bekommen das alle mit und bellen los“, sagt Nadine Vögel. Im Neubau sollen die Hunde eigene Zimmer erhalten, inklusive Fenster zur Natur hin und Zugang nach außen. Durch die geschlossene Bauweise kann man einzelne Tiere besuchen, ohne dass es die anderen Hunde bemerken. Pro Zimmer seien zwei Hunde, die sich vertragen, aus sozialen Gesichtspunkten optimal. Den Außenbereich sollen sich fünf bis sechs Hunde teilen.

Insgesamt will man im neuen Heim Platz für 30 Hunde schaffen. Da jeder Raum einen Wasseranschluss und Strom benötige, werde die Sache unter Berücksichtigung gesetzlicher Vorgaben – etwa ausreichend Platz und Licht – schnell teuer. Auch die Katzen sollen es besser haben. Fünf Blöcke für Katzen und Kleintiere wie Kaninchen sind vorgesehen. Während heute 15 bis 20 Katzen in einer Box untergebracht sind, sollen künftig in kleineren Zimmern maximal fünf Samtpfoten leben und auch einen Außenbereich erhalten. Für Kaninchen ist eine Bodenhaltung geplant.

Benötigt werden neben einem Verwaltungsbereich, Sozialräume, Duschen und WCs, aber auch ein Behandlungsraum, ein Quarantänebereich, eine Nachtaufnahme mit Schleuse, damit rund um die Uhr aufgegriffene Tiere abgegeben werden können. Bislang funktioniert die Rund-um-die-Uhr-Aufnahme problemlos, weil hier die Tierheimleiterin und eine Mitarbeiterin in der im Tierheim bestehenden Wohnung leben und somit stets erreichbar sind. Der Landkreis will aus Kostengründen auf diese Wohnung, die im aktuellen Plan noch einkalkuliert ist, aber verzichten.

„Der Trägerverein plädiert aber aus genannten Gründen für die Wohnung“, sagt Vögel. Die Nähe zur Bundesstraße würde sie übrigens nicht stören: „Wir sind froh, dass wir ein Gelände haben und durch die Höhe der Straße soll der Schall weitgehend über das Gebäude ziehen.“ Der Bauantrag soll Mitte des Jahres gestellt werden, damit im Herbst gebaut werden kann.

Kreistierheim

  • Tiere: Zum Jahreswechsel waren 23 Hunde, 16 Hasen und andere Kleintiere sowie die 63 Katzen im Heim untergebracht.
  • Kosten: Derzeit werden 2,7 Millionen Euro für einen Neubau kalkuliert. Kreis, Stadt und Land geben zusammen 1,6 Millionen, 200 000 sollten als Spenden zusammenkommen. Aber je mehr Geld gespendet wird, desto besser werden es die Tiere im neuen Heim haben. Bei der Tierweihnacht sowie rund um Weihnachten ist schon einiges an Spenden zusammengekommen. Doch es muss noch fleißig Geld gesammelt werden. Unter anderem soll dies mit einer Bausteinaktion gelingen.
Infos zu Neubau und Spendenaktion:www.tierheim-donaueschingen.de