Fastnachtsbälle, Begegnungs-Ereignisse von Garnison und Bürgerschaft, Treffen der Deutsch-Französischen Gesellschaft: Viel haben die Räume des Offizierskasinos, das auf dem parkähnlich Grundstück an der Villinger Straße steht, gesehen. 1938 im militärischen Stil seiner Zeit erbaut, galt es lange in Donaueschingen als die repräsentative Adresse des Militärs. Doch seit gut zehn Jahren schlummert das Offizierskasino im Dornröschenschlaf vor sich hin und wartet auf einen neuen Besitzer.

Bereits 2013 versuchte die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, das Gebäude zu verkaufen. Zwar gab es Interessenten, ein Vertrag für den Besitzerwechsel wurde aber nie unterschrieben. Anders sah es da schon mit zwei anderen Immobilien aus ehemaligem Militärbesitz aus, die zeitgleich verkauft werden sollten: das Maison de France und das Kreiswehrersatzamt. Das eine beherbergt nun ein türkisches Restaurant und das andere das die Firma Nexus.

Nun ist die Aufgabe, für das denkmalgeschütze Gebäude einen Käufer zu finden, im Donaueschinger Rathaus gelandet. „Es gibt immer mal wieder Interessenten“, sagt Oberbürgermeister Erik Pauly. Doch auch, wenn es viele Ideen gibt, lässt ein Käufer auf sich warten. „Es ist ein außerordentliches Gebäude, aber bislang haben alle die Investition gescheut“, erklärt Pauly. Denn zum einen steht das Bauwerk unter Denkmalschutz und zum anderen steht das Gebäude seit gut zehn Jahren leer. Ein Käufer braucht vor allem zwei Dinge: das nötige Kapital und die richtigen Visionen.

Denn mit seinem Ballsaal, den Eckpavillons, den Parkettböden und den Holzkassettendecken hat das Gebäude die Voraussetzungen für einen repräsentativen Auftritt. Doch dazu muss auch mehr investiert werden, als ein Eimer neue Farbe. Denn obwohl dieFranzosen die Fenster mit Bretterverschlägen geschützt haben, hat das große Gebäude permanent unliebsamen Besuch. Zerbrochene Fensterscheiben, sonstige Zerstörungen und Kritzeleien an den Wänden zeugen von nächtlichen Eindringlingen. Und auch sonst ist der Dornröschenschlaf der vergangenen zehn Jahre nicht spurlos an dem langgestreckten dreiflügligem Bau vorbeigegangen.

„Wir haben alle in der Region angesprochen“, sagt Pauly. Vom Hotel bis über ein Altenheim bis hin zum Firmensitz reichen die Ideen. Und weil es mit den Interessenten in der Region nicht klappt, könnte die Expo-Real in München Anfang Oktober die Hoffnung bringen, dass sich doch noch ein Käufer für das ehemalige Offizierskasino findet. Denn die Fachmesse für Immobilien und Investitionen lockt internationales Publikum an, das vor allem eines mit sich bringt. Das nötige Kleingeld. Doch nicht nur das Offizierskasino soll dort präsentiert werden, sondern auch die restlichen Flächen des neuen Stadtviertels „Am Buchberg“. Denn außer im nördlichen Teil, wo Grundstücke für Einfamilienhäuser geplant sind, geht es auch noch um die denkmalgschützen Kasernengebäude am Hindenburgring und weiter Flächen, auf denen gemeinsam mit den Investoren geplant werden soll, was dort entsteht.

Repräsentative Gebäude

  • Haus de France: Hier war einst Donaueschingens einziges französisches Restaurant untergebracht, das zugleich die offizielle Funktion eines deutsch-französischen Treffpunktes hatte. Ursprünglich als Freizeitadresse für die französischen Soldaten konzipiert, wurde das Haus an der Zeppelinstraße später auch für deutsche Gäste geöffnet. 2004 gab das französische Militär das Haus de France aus wirtschaftlichen Grunden auf. 2013 wurde es über die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben zum Verkauf angeboten, 2014 fand sich ein Käufer. Seither ist dort ein türkisches Restaurant zu finden.
  • Kreiswehrersatzamt: Tausende Männer kannten das Kreiswehrersatzamt, schließlich fand hier die Musterung für die Kreise Schwarzwald-Baar, Rottweil, Tuttlingen, Zollern-Alb und Konstanz statt. Doch Ende 2012 schlossen sich die Türen und 2014 zogen die letzten Mitarbeiter aus. Ein Käufer fand sich recht schnell. Im Juli 2015 gab die Villinger Software-Schmiede Nexus bekannt, dass sie ihren Standort nach Donaueschingen verlagert und mit 110 Mitarbeitern ins leer stehende ehemalige Kreiswehrersatzamt ziehen wird. „Für uns ist das Gebäude ideal in Größe und Lage mit Nähe zum Bahnhof. Und über die Jahre gerechnet ist der Kauf günstiger als die Miete“, sagte damals Hans-Peter Wutzke, Leiter der Finanzen bei Nexus.

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  • Haus de France: Hier war einst Donaueschingens einziges französisches Restaurant untergebracht, das zugleich die offizielle Funktion eines deutsch-französischen Treffpunktes hatte. Ursprünglich als Freizeitadresse für die französischen Soldaten konzipiert, wurde das Haus an der Zeppelinstraße später auch für deutsche Gäste geöffnet. 2004 gab das französische Militär das Haus de France aus wirtschaftlichen Grunden auf. 2013 wurde es über die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben zum Verkauf angeboten, 2014 fand sich ein Käufer. Seither ist dort ein türkisches Restaurant zu finden.
  • Kreiswehrersatzamt: Tausende Männer kannten das Kreiswehrersatzamt, schließlich fand hier die Musterung für die Kreise Schwarzwald-Baar, Rottweil, Tuttlingen, Zollern-Alb und Konstanz statt. Doch Ende 2012 schlossen sich die Türen und 2014 zogen die letzten Mitarbeiter aus. Ein Käufer fand sich recht schnell. Im Juli 2015 gab die Villinger Software-Schmiede Nexus bekannt, dass sie ihren Standort nach Donaueschingen verlagert und mit 110 Mitarbeitern ins leer stehende ehemalige Kreiswehrersatzamt ziehen wird. „Für uns ist das Gebäude ideal in Größe und Lage in der Stadt mit Nähe zum Bahnhof. Und über die Jahre gerechnet ist der Kauf günstiger als die Miete“, sagte damals Nexus-Finanzchef Hans-Peter Wutzke.