Entstehen wird im Überflutungsgebiet der Donau ein Stillgewässer, das Insekten, Vögeln und Amphibien einen Lebensraum bieten soll. In dem sumpfigen, von der Landwirtschaft nicht mehr genutzten Gelände könne der Erdaushub nur dann erfolgen, wenn der Boden durchgefroren ist, erklärt Gerhard Bonner vom Umweltbüro den ungewöhnlichen Zeitpunkt.

Die Maßnahme sei sinnvoll, um die Artenvielfalt zu erhöhen. Tümpel, die in der Vergangenheit in der Nähe der Donau geschaffen wurden, seien in kurzer Zeit vielfältig belebt gewesen, bringt Bronner positive Erfahrungen in Erinnerung. Der neue Teich soll eine Fläche von etwa 2900 Quadratmeter umfassen. Neben einer ausgedehnten Flachwasserzone soll das Gewässer eine maximale Tiefe von 1,50 Meter haben. Der Erdaushub wird auf 2300 Kubikmeter veranschlagt. Wenn der Boden durchgefroren sei, könnte ein kurzzeitiger Temperaturanstieg die Ausführung der Arbeiten nicht gefährden. Problematischer wäre es, es würde stärker regnen, meint Bronner.

Das Stillgewässer wird im Rahmen des Interreg-Projektes "Kleingewässer für die Bodenseeregion – Netzwerk für Artenvielfalt und Umweltbildung" angelegt. Einer der zehn Projektpartner in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist das Umweltbüro des GVV. Das Projekt ist mit 45 000 Euro veranschlagt. 18 000 Euro muss der GVV beisteuern. Die Maßnahme erhöht das Ökopunkte-Konto der Stadt. Anrechenbar sind 40 Prozent der möglichen Punktezahl. Ökopunkte bilden eine Art Währung, wenn bauliche Eingriffe in die Natur durch renaturierende Maßnahmen ausgeglichen werden.

Zusätzlich zum Stillgewässer wird der angrenzende Brühlgraben entschlammt und aufgeweitet. 2018 hatte das Umweltbüro bei Hausen vor Wald ein Kleingewässer angelegt.