Tobias Butsch, Amtsleiter Zentrale Steuerung und Finanzen in Donaueschingen, will erster Beigeordneter im Donaueschinger Rathaus werden. Der 40-Jährige warf am Montag seinen Hut in den Ring. „Die Beigeordnetenstelle ist hoch attraktiv. Die Leitung eines gut geführten Dezernates in einer leistungsstarken Verwaltung steht zur Neubesetzung an“, so Butsch, der sich in einer Mitteilung an die Öffentlichkeit wendet. Damit ist er bereits der dritte Bewerber auf den Posten, der zuvor jahrzehntelang von Bernhard Kaiser besetzt war. Kaiser hat am 28. Februar 2019 seinen letzten Arbeitstag. Auch bei den fünf Gemeinderatsfraktionen sind mittlerweile schon einige Interessenten vorstellig geworden.

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Bewerbung ist keine Überraschung

Butschs Bewerbung kommt in der Stadt allerdings nicht ganz überraschend. Dass er vorhabe, sich auf ein entsprechendes Amt zu bewerben oder zumindest daran Interesse habe, geisterte schon geraume Zeit als Gerücht umher. Das wurde schließlich auch von seinem Besuch der Gemeinderatssitzung in Hechingen befeuert, als dort der Wahltermin für den neuen Bürgermeister festgelegt wurde.

Der erste Beigeordnete habe in der Stadt ein breites Aufgabenfeld zu verantworten. Wie der Bewerber sagt, verfüge Donaueschingen über ein unglaubliches Potenzial. Nicht nur der Standort sei hervorragend, sondern Donaueschingen habe auch das große Glück, noch Entwicklungsflächen zur Verfügung zu haben – um diese nach eigenen Vorstellungen gestalten zu können. Seit drei Jahren führt Butsch als Geschäftsführer die Geschicke der Konversions- und Entwicklungsgesellschaft Donaueschingen. In dieser Zeit habe er viel Erfahrung in den Bereichen Grundstücksvermarktung, Erschließung und Bauen gesammelt. Das aufgebaute Netzwerk sei unbezahlbar.

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„Ich möchte gerne neue Ideen und Konzepte einbringen“, so Tobias Butsch. „Für den ersten Beigeordneten sehe ich die Ziele gesamtstädtisch. Und so möchte ich die Stadtverwaltung im Bereich der Digitalisierung voranbringen – als Schwerpunkt zu allererst beim dienstleistenden Ordnungsamt. Dies steigert die Bürgerfreundlichkeit und den Servicegedanken."

Im sozialen Bereich, bei den Verbesserungen der Strukturen und der Öffnungszeiten der Kindergärten und Kitas dürfe man sich nicht scheuen, zeitnahe, unkonventionelle Lösungen anzugehen und sich der Diskussion zu stellen. "Die jungen Eltern haben keine zwei bis drei Jahre Zeit. Sie wünschen schnellere Entscheidungen und möchten wissen, wo die praktikablen Lösungsansätze liegen. Diesen Fragen muss ich mich nicht nur als Bewerber, sondern ebenso als Familienvater, der in Donaueschingen lebt – auch in persönlichen Gesprächen – stellen", so Butsch weiter.

Riesiges Aufgabengebiet

Als erster Beigeordneter wird er es mit ein paar weiteren riesigen Aufgaben zu tun haben, die auch die wachsende Stadt thematisieren: Das Verkehrskonzept, die Belebung der Innenstadt, die Konversion, die bedeutenden Bauvorhaben und die wirtschaftliche Entwicklung würden spannende Perspektiven für Donaueschingen bieten, so Butsch. Daran wolle er aktiv mitgestalten und gleichzeitig dem Oberbürgermeister im Verwaltungsbereich den Rücken freihalten. Als Dienstleister für den Gemeinderat und die Bevölkerung sei sein Ziel, die Donauquellstadt mit modernem Verwaltungshandeln weiter voranzubringen.

Butsch weiter: „Die Stadt Donaueschingen hat die ideale Größe, um das sich bietende Gestaltungspotenzial auszuschöpfen und um die spannenden Aufgaben, vor denen Donaueschingen steht, meistern zu können. Ich würde mich freuen, an dieser Gestaltung mitwirken zu dürfen."

Die Bewerber, die Fristen und der weitere Ablauf der Wahl

  • Zur Person: Tobias Butsch ist 1978 in Spaichingen geboren. Nach dem Abitur am Gymnasium Spaichingen und dem Grundwehrdienst in Sonthofen absolvierte er ein Studium der Rechtswissenschaften an der Eberhard-Karls-Universität in Tübingen. Nach seinem Referendariat am Landgericht Rottweil arbeitete er von 2007 bis 2011 als Amtsleiter bei der Stadtverwaltung Waldenbuch. Es folgte ab 2011 die jetzige Tätigkeit als Amtsleiter Zentrale Steuerung und Finanzen bei der Stadtverwaltung Donaueschingen.
  • Bewerber: Neben Tobias Butsch gibt es bisher noch zwei andere Bewerber. Die Namen werden vorerst nicht öffentlich gemacht, es sei denn, der jeweilige Bewerber entscheidet sich auch dazu.
  • Termine: Interessenten auf das Amt des ersten Beigeordneten der Stadt und damit des Stellvertreters von Oberbürgermeister Erik Pauly können ihre Unterlagen zur Bewerbung noch bis Montag, 3. Dezember, um 18 Uhr einreichen. Die Wahl des ersten Beigeordneten soll schließlich in öffentlicher Gemeinderatssitzung am 15. Januar erfolgen. Sollten mehr als vier Bewerbungen eingehen, wird ein Ausschuss, bestehend aus Vertretern der fünf Gemeinderatsfraktionen, eine Vorberatung abhalten. Dort werden die Bewerbungen gesichtet und vorab ausgewählt.
  • Aufgaben: Der erste Beigeordnete ist ständiger Stellvertreter des Oberbürgermeisters. Daneben entfallen auf ihn weitere Aufgabengebiete: So hat er etwa den Vorsitz im Gemeindeverwaltungsverband Donaueschingen. Der kümmert sich um Abwasserbeseitigung sowie vorbereitende Bauleitplanung, Flächennutzungsplan und Umweltberatung. Außerdem: Öffentliche Ordnung (Bürgerservice, Ausländerangelegenheiten, Gewerbe- und Waffenrecht), Bildung und Soziales (etwa Wohngeld, Kindergärten und Schulen), Hochbau (dazu zählen die Stadtplanung und das Gebäudemanagement), Tiefbau (Technische Dienste, Wasserwerk, Abwasserbeseitigung), sowie Bauverwaltung (etwa Bauordnung und Friedhofsverwaltung).