Der Verkehrskonzept steht mal wieder auf der Tagesordnung. Am kommenden Dienstag, 21. Mai, wird der Gemeinderat ab 19.45 Uhr sich den neusten Planungen widmen. Diese sehen vor, dass die Einbahnstraße in der Max-Egon-Straße und der Zeppelinstraße gedreht werden. Außerdem sollen die Einbahnstraße und der verkehrsberuhigte Bereich der westlichen Karlstraße bis zur Schulstraße ausgedehnt werden. Für die Werderstraße, die seit der Einrichtung der Einbahnstraße an der Stadtkirche unter einem enormen Anstieg des Verkehrs leidet, soll die Einbahnstraße ebenfalls gedreht werden.

Was sagen die Leute in der Stadt zu den möglichen Änderungen im Donaueschinger Verkehrskonzept?

Monika Engesser
Monika Engesser | Bild: Ferdinand Harich

„Die neue Einbahnstraße an der Stadtkirche gefällt mir nicht so gut“, sagt Monika Engesser aus Pfohren. Der Verkehr in der Innenstadt würde nicht wirklich beruhigt Das hinter dem Rathaus geplante Parkdeck finde sie hingegen sinnvoll. Allerdings sei dessen Lage etwas problematisch für ältere Leute, die nicht so gut zu Fuß seien. Ein Parkdeck sei zudem nicht gerade umweltfreundlich. „Allerdings sind zusätzliche Parkplätze notwendig.“ Die Richtungsumkehrung der Zeppelin- und der Max-Egon-Straße hält sie nicht für zielführend: „Die Leute müssen ja trotzdem irgendwie durch die Innenstadt fahren.“

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Marianne Fottner
Marianne Fottner | Bild: Ferdinand Harich

Marianne Fottner fährt kaum mit ihrem Auto durch die Innenstadt: „Ich bin viel zu Fuß unterwegs.“ Allerdings beschwerten sich ihr Freunde oft über die neue Verkehrsregelung an der Stadtkirche. Damit würde die Werderstraße zu sehr belastet. Ein gutes Verkehrskonzept habe sie hier in der Stadt noch nie erlebt, kritisiert die 69-jährige Donaueschingerin. Den Bau des Parkdecks findet sie in Ordnung. Die Umkehrung der Zeppelin- und Max-Egon-Straße allerdings nicht. Es gebe einfach zu viele Autofahrer. „Die Leute laufen einfach nicht mehr so gerne.“ Man solle jedoch nicht alles so schlecht sehen. Vielleicht bringe die geplante Verkehrsregelung ja etwas. „Die Hoffnung stirbt zuletzt.“

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Gabriele Stadelmann
Gabriele Stadelmann | Bild: Ferdinand Harich

Dieser Satz gilt auch für Gabriele Stadelmann aus Hüfingen. „Ich fand die Verkehrsregelung vor der Einbahnstraße besser“, sagt sie. Der Verkehr habe sich jedoch ein wenig beruhigt. In der Innenstadt gebe es allerdings zu wenig Parkplätze, meint die 67-Jährige. daher befürworte sie das von der Stadt Donaueschingen geplante Parkdeck. Ob die Umkehrung der Einbahnstraße in Zeppelin- und Max-Egon-Straße den Stadtverkehr beruhige, sei noch nicht abzusehen. Allerdings könne sich Stadelmann vorstellen, dass sich der Verkehr durch das Parkdeck und die Umkehrung mehr verteilt. Die mögliche Optik des Parkdecks kümmert sie nicht: „Das Parkdeck wird ja nicht direkt in der Innenstadt gebaut.“

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Karin Dold
Karin Dold | Bild: Ferdinand Harich

Deutlicher äußert sich Karin Dold: „Katastrophal!“ Mit diesem Wort beschreibt sie die derzeitige Verkehrslage. Sie sehe den Sinn der Einbahnstraße einfach nicht. Ihr Enkelkind gehe auf die Erich-Kästner-Schule. „Früher konnte ich bei der Stadtkirche einfach rechts abbiegen und war innerhalb von zwei Minuten an der Schule.“ Jetzt müsse sie außenrum über die Werderstraße fahren. Beruhigt habe sich der Verkehr in der Innenstadt auch nicht wirklich, so die 67-Jährige. Die Lage des geplanten Parkdecks hinter dem Rathaus finde sie ebenfalls problematisch. „Wenn jemand schlecht zu Fuß ist, ist das schon ein weiter Weg zu den Geschäften in der Innenstadt.“ Von einem ehemaligen Stadtarbeiter meine sie zudem zu wissen, dass der Bau eines Parkdecks schon einmal vor Jahren geplant gewesen sei. Allerdings habe es damals statische Probleme gegeben.

Thomas Rockrohr
Thomas Rockrohr | Bild: Ferdinand Harich

Thomas Rockrohr aus Hüfingen versteht nicht, warum die Verkehrsregelung an der Stadtkirche überhaupt geändert wurde. „Der Verkehr in der Innenstadt wurde dadurch nicht beruhigt.“ Eine Kollegin des 64-Jährigen würde sogar schon manchmal auf den Blenkle-Pass ausweichen, um nach Donaueschingen zu fahren. Um die Parksituation in der Innenstadt richtig zu bewerten sei er allerdings zu selten dort. „Meistens finde ich aber einen Parkplatz“, sagt er. Die Idee, ein neues Parkdeck zu bauen findet er nicht schlecht. Allerdings sehe er auch die Entfernung zur Innenstadt, die für alte Leute ein Problem darstellen könnte.

Hans-Jürgen Reinbolz
Hans-Jürgen Reinbolz | Bild: Ferdinand Harich

Ähnlich sieht Hans-Jürgen Reinbolz aus Aldingen die derzeitige Verkehrslage: „Ich finde die neue Einbahnstraße nicht gut“. Der Verkehr in der Innenstadt habe sich nicht verbessert. Früher, als er in Donaueschingen gearbeitet habe, sei er öfters mit dem Auto in der Stadt gewesen. „Ich hatte immer Schwierigkeiten einen Parkplatz zu finden“, erklärt er. Zwar gebe es ein Defizit an Parkplätzen, der Bau eines Parkdecks sei allerdings nicht die beste Lösung dafür. Das neue Parkdeck würde nur gebaut werden, weil gerade Geld zur Verfügung stünde. „Man sollte das ganze Verkehrsproblem woanders anpacken.“ Wo genau, wisse er allerdings auch nicht wirklich, meint der 67-Jährige. Den Richtungswechsel in Zeppelin- und Max-Egon-Straße hält er für unnötig. Ob die Autos eine Straße früher oder später abbiegen würden, spiele keine große Rolle.

Melanie Wiktor
Melanie Wiktor | Bild: Ferdinand Harich

Melanie Wiktor findet deutlichere Worte: „Das ist das blödeste, was die Stadt jemals gemacht hat.“ Die Einbahnstraße an der Stadtkirche bringe überhaupt nichts. „Jetzt fahren alle Autos die Werderstraße hoch.“ Die sei dadurch überlastet, meint die 33-Jährige. Die Stadt solle zumindest einen Teil der Karlstraße in eine Fußgängerzone umwandeln. Dann wäre auch die Umkehrung der Zeppelin- und Max-Egon-Straße sinnvoller. Das könne sogar funktionieren. „Dann könnte die Stadt auch wieder die Einbahnstraße an der Stadtkirche aufheben.“

Gabriele Geier-Hartmann
Gabriele Geier-Hartmann | Bild: Ferdinand Harich

Auch Gabriele Geier-Hartmann aus Bräunlingen steht der neuen Einbahnstraße eher kritisch gegenüber: „Wenn ich ins Rückgrat gehe muss ich ganz außenrum fahren“, klagt sie. Sie nutze wie viele Autofahrer die Werderstraße. Die 61-Jährige findet, der Verkehr habe sich durch neue Regelung an der Stadtkirche nicht beruhigt. Durch die Einbahnstraße würde eine Blechkolonne an Autos durch die Innenstadt geführt. „In der Karlstraße herrscht immer viel Verkehr.“ Auch ist sie für die Einführung einer kompletten Fußgängerzone. Dann könnten die Familien mit ihren Kindern ganz unbekümmert bummeln. Den Parkplatzmangel habe sie bisher noch nicht zu spüren bekommen.

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