Das Wasserwerk hält stets einen genauen Blick auf den Verbrauch der kostbaren Flüssigkeit. Anhand der Werte lässt sich bereits viel deuten. Bekanntes Beispiel ist der Wasserverbrauch bei der Fußball-Weltmeisterschaft. Jeweils zu Beginn der Halbzeitpause und zum Ende des Spiels der deutschen Nationalmannschaft schnellt der Wasserverbrauch nach oben. Das liegt vor allem daran, dass dann viele Fans vom Fernseher ins Badezimmer wechseln – zum Toilettengang.

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Woher rührt der Verbrauch?

Was aber, wenn sich der Verbrauch in kleinerem Maßstab erhöht, woran liegt das? Damit sind derzeit auch die Mitarbeiter der Donaueschinger Wasserwerke in Wolterdingen beschäftigt. „Seit einiger Zeit stellt das Wasserwerk in Wolterdingen einen leicht erhöhten Nachtverbrauch fest“, erklärt Beatrix Grüninger von der städtischen Pressestelle. Bei dem Verbrauchsanstieg handle es sich um ein Plus von etwa 1,5 Kubikmeter pro Stunde. Daher wird das Netz auf eventuelle Rohrbrüche oder Undichtigkeiten zu überprüfen. Bisher wurde das gesamte Netz einmal grob überprüft. In einem zweiten Schritt werde gerade eine finale Feinüberprüfung durchgeführt. „Leider bislang weitestgehend ergebnislos“, sagt Grüninger. Es sei geplant, die Suche Anfang kommender Woche abzuschließen: „Es ist auch durchaus denkbar, dass irgendwo ein weiterer Nachtverbraucher dazugekommen ist, etwa im Industriegebiet oder im landwirtschaftlichen Bereich.“

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Wie wird gesucht?

Um die Quelle des erhöhten Verbrauchs zu orten, greifen die Mitarbeiter der Wasserwerke auf technische Hilfsmittel zurück. „Mit Bodenmikrophonen und sogenannten Korrelatoren, speziellen Leckortungsgeräten, gehen sie von Schieber zu Schieber, um einen möglichen Rohrbruch zu orten“, erklärt Grüninger. Am Donnerstag fanden entsprechende Untersuchungen in der Wolterdinger Hauptstraße beim Kirchplatz statt. Bei einem Rohrbruch ströme Wasser unter Druck – je nach Versorgungsdruck circa zweieinhalb bis sieben bar – aus der Schadstelle. „Das dabei entstehende Ausströmungsgeräusch wird die Leitungen entlang durch Schwingungen übertragen und kann an den Schiebern gehört werden“, sagt Grüninger.

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Eher selten

In den meisten Fällen blubbert bei einem Rohrbruch Wasser aus dem Boden. Kaum zu übersehen. Aber auch nasse Kellerwände führen schnell in die Problemzone. Seltener ist, dass das Wasserwerk einem verborgenen Schaden auf die Spur kommen muss. Etwa dann, wenn nachts in eigentlich verbrauchsfreien Zeiten, Wasser fließt.

Analyse

Um den Zustand der Donaueschinger Wasserleitungen genau zu kennen, soll eine Rohrnetzanalyse gemacht werden. Damit soll der Leitungszustand künftig mathematisch modelliert werden können. Die Absicht dahinter ist die Erstellung eines Rehabilitationskonzeptes erstellt, bei dem die Leitungsabschnitte in Zustandsklassen eingeteilt werden. Damit können künftige Arbeiten noch effizienter und zielgerichteter an besonders reparaturbedürftigen Leitungen erfolgen. Das Ganze optimalerweise mit grabenlosen Verfahren.