Sieben verschiedene Länder mit unterschiedlichen Geschichten, sieben Mal neue Wirt- und Landschaften kennenlernen, sieben Mal aufs Neue staunen. Ich wurde erst vor kurzem von den vielen Eindrücken aus Kuba überflutet und schwebe mit meinen Gedanken noch oft in den eindrücklichsten Ländern der letzten vier Monate.

Aber was und vor allem wie bringe ich meine Eindrücke und Geschichten aus Marokko, den Kap Verden, Costa Rica und auch Kuba eigentlich aufs Papier?

Im Wind kann sich das Schulschiff Pelican of London auch mal ordentlich neigen.
Im Wind kann sich das Schulschiff Pelican of London auch mal ordentlich neigen. | Bild: Ocean College
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Exotische Düfte in Marokko

Mit Marokko haben wir Europa hinter uns gelassen: In den engen Gassen wimmelte es von Menschen, links und rechts ragten die Marktstände der Einheimischen aus den Häuserblöcken heraus. Viele boten hier innerhalb weniger Meter ähnliche Waren an und erfüllten die Marktreihen mit schallenden Werberufen.

Riesige Obststände häuften sich neben den Gewürzbergen, welche das Stadtinnere mit exotischen Düften füllten. Auf den Karren, die durch die engen Straßen gekonnt bugsiert wurden, befanden sich haufenweise Brot oder Kaktusfrüchte, welche die Verkäufer lautstark anpriesen.

Die Preise, welche ohnehin schon einem Schnäppchen entsprachen, handelten wir mit den herzlich freundlichen Ladenbesitzern herunter, so wie es dort üblich für die Wirtschaft ist. Das Leben der Menschen dort spielte sich hauptsächlich auf der Straße ab, Gebetsrufe schallten stündlich durch die Medina und Geschäfte wurden geschlossen, indem der Eingang in etwa mit zwei Besenstielen verschränkt wurde.

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Die kleine Insel Santo Antao

Die nächste Station in Afrika waren die Kap Verden. Santo Antao, die Insel, die wir besuchten, ist eine kleine, welche außer einem Hang voller landwirtschaftlich genutzter Fläche, mit Zuckerohr und weiteren Gemüsearten, nicht viel Arbeitsstellen für die Einheimischen bietet.

Der Sandraub ist auf diesen afrikanischen Inseln noch ein akutes Problem. Die Arbeiter fuhren täglich mit ihren Motorbooten auf die größere Nachbarinsel, ebenso wie ältere Schüler. Es gibt dort auf der Insel zwar ein paar Schulen, allerdings nur für die jüngeren Klassen.

Außerdem legen die Kinder in Santo Antao sogar eine größere Wanderung von Dörfern, die abseits am Hang legten, zu ihrer Schule zurück, was den täglichen Schulbesuch zu einer Herausforderung macht. Doch fühlte es sich bei dieser Insel an, als wäre es eine große Familie, was wir besonders bei unserem Fußballspiel mit den einheimischen Kindern spüren konnten.

In der Karibik liegt Europa fern

Jenseits des Atlantiks folgen neben beeindruckenden karibischen Inseln, welche von besonderer Geschichte wie der Sklaverei oder Piraterie geprägt waren und wo unsere europäische Welt fern liegt, unser vierwöchiger Aufenthalt in Costa Rica.

Hier verbrachten wir besonders viel Zeit mit den Einheimischen durch unsere Aufenthalte in den Gastfamilien, der Kaffeefarm und dem Regenwald. Der tropische Wald spielt, neben der sehr verbreiteten christlichen Religion, in dem Leben der Menschen eine große Rolle.

Nach der früheren Abholzung der vielfältigen Wälder für die Monokultur der Kaffeepflanze, liegt das Interesse der Costa Ricaner heute darin, die illegale Abholzung zu stoppen und die Aufforstung weiterhin zu fördern. Costa Rica ist ein riesiger Fruchtexporteur. Wir hatten also die Möglichkeit die exotischsten Früchte auszuprobieren.

Andererseits sahen wir auf unseren Trips teils kilometerweite Bananenplantagen und deren dazugehörige unzählige Container. Dennoch gibt es viele Vertreter der umweltschonenden Landwirtschaft, die uns zudem ihre Weisheiten bezüglich unseres Konsums und dem Klimawandel mitgegeben haben.

Kaffee- und Kakaobauern berichteten von ihrer Vergangenheit, der landwirtschaftlichen Entwicklung in den letzten Jahren und zeigten uns wie sie versuchen, mit der Natur im Einklang zu arbeiten.

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Wenig Luxus auf Kuba

In Havanna scheint die Zeit still zu stehen. Dort sind noch etliche alte Auto-Fabrikate zu bewundern, die durch die Straßen ziehen.
In Havanna scheint die Zeit still zu stehen. Dort sind noch etliche alte Auto-Fabrikate zu bewundern, die durch die Straßen ziehen. | Bild: Ocean College

Mit viel Gegenwind ging es schließlich nach Kuba. Im Geschichtsunterricht hatten wir uns bereits über die Geschichte des Sozialstaats unterhalten und als wir durch einen Kanal in Richtung unseres Ankerplatzes einfuhren, erblickten wir bereits pastellfarbene Häuser und mit Parolen beschriebene Mauern, welche von ihrer Vergangenheit zeugten.

In dem Tal Vinales konnten wir nicht nur die beeindruckende Berglandschaft aus Kalkgestein sehen, welche bereits zum Unesco-Weltkulturerbe zählt. Auch besuchten wir einen Tabakbauern, der in seiner urigen Hütte, bedeckt mit Palmenblättern, Tabak trocknet und Zigarren rollt.

Die kommunistische Regierung bewirkte, dass hier jeder Arbeiter gleich viel aber eher wenig verdient. Viel Luxus haben die Einwohner hier nicht, was den Schwarzmarkt zum Leben erweckte. Doch nicht nur das: Durch das Handelsembargo mit den USA haben die Kubaner eine deutlich geringere Warenvielfalt.

Dies zeigt sich vor allem in den landestypischen Oldtimern, welche wir besonders in Havanna in ihrer Vielfalt neben den antik verzierten Bauten sahen, so fühlte es sich auf unsere Fahrradtour beinahe an wie eine Zeitreise.