Für das Megathema Breitband präsentiert die Stadt Donaueschingen beeindruckende Zahlen. Abzüglich der zu erwartenden Landesförderung verbaut die Kommune über die Jahre bis zu 30 Millionen Euro in diesen immer wichtiger werdenden Bereich der Daseinsvorsorge.

Diese Prioritätensetzung ist richtig. Denn nicht nur bei mobilen jungen Menschen hängt die Wahl von Job und Wohnort ganz wesentlich davon ab, ob das Internet auch im Privathaushalt große Datenmengen völlig ruckelfrei bewältigt. Und dass Gedeih und Verbleib von Firmen von schnellen Kommunikationsmitteln abhängt, hat sich längst herumgesprochen. Auch die Tatsache, dass die Stadt schon 2014 ins Thema einstieg, vergegenwärtigt den hohen Stellenwert, den das schnelle Netz im Rathaus hat.

Schaut man aber auf andere Zahlen, muss man offenbar davon ausgehen, dass es mit der Qualität der Breitbandversorgung in der Innenstadt schon vor der Ausbauoffensive des Zweckverbands gar nicht so schlecht zu stehen schien.

Denn was 2019 auf sechs Kilometern Ausbaustrecke in den den Boden gezogen wird, kommt im Wesentlichen den Bereichen Bildung und Behörden zugute: wichtige neue Möglichkeiten, die den Schulen moderne Lernmethoden eröffnen und im Rathaus Verwaltungsabläufe vereinfachen und beschleunigen. Die Anzahl von 314 angeschriebenen Eigentümern im Ausbaubereich 2019 wirkt dagegen eher gering.

In den Ortsteilen wurde die Breitbandlücke in den vergangenen Jahren erkannt und geschlossen. Das erhöhten Lebensqualität und Bleibementalität vermutlich enorm. Und was die Menschen in den Dörfern damals gespürt haben, werden auch die künftigen Nutzer in der Kernstadt erleben. Das Förderverfahren braucht seine Zeit. Angesichts der hohen öffentlichen Mittel, die hernach fließen, ist das in Kauf zu nehmen. Zu hoffen ist aber, dass sich die Umstellung der Förderrichtlinien beim Land nicht auf das Tempo des aktuellen Ausbaus auswirkt.

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