Wer ein, zwei Stündchen der Stadt entfliehen und etwas für seine Gesundheit tun möchte, ist auf dem Schellenberg bestens bedient. Ganz am Ende der Sonnhaldenstraße, nach der Zufahrt zur gleichnamigen Klinik, nimmt ein Parkplatz die Fahrzeuge bewegungsdurstiger Zeitgenossen auf. Ein von der Stadt aufgestelltes Schild mit Karte weist auf Wanderstrecken hin, die sich je nach Zeitbudget anbieten.

So lässt sich schnellen Schrittes der zwei Kilometer lange Sonnhaldenweg zurücklegen, für die 4,5 Kilometer auf dem Baarblickweg haben die Organisatoren anderthalb Stunden konzipiert und für die „Königsstrecke“, den Panoramaweg, ganze zwei Stunden. Und wem ein Panorama angekündigt wird, der freut sich auf den kommenden 5,5 Kilometern auf weite Ausblicke in die Ebene, ja vielleicht sogar bis hin zu den Gipfeln des Südschwarzwaldes.

Eine Franziskusfigur aus Holz steht auf einen Steinhaufen am Panoramaweg. Für einen Blick auf den Feldberg reicht das nicht.
Eine Franziskusfigur aus Holz steht auf einen Steinhaufen am Panoramaweg. Für einen Blick auf den Feldberg reicht das nicht. | Bild: Wursthorn, Jens

Beschlossen, losgelaufen. Wo die ziemlich ebene Strecke mitten durch den Wald führt, baut sich mit Recht keine Erwartungshaltung auf. Doch wo allmählich die Bäume kleiner werden und sich der Himmel öffnet, könnte sich doch allmählich das versprochene Panorma entfalten. Tut es aber nicht. Eine längere und recht gerade Strecke bietet rechterhand eine mehrere Meter hohe Mischung aus jungen Bäumchen und Büschen. Der Bewuchs ist hoch genug, um den Fernblick zu verwehren.

Also Pech gehabt. Auch ein Schildchen „Feldbergblick“, das an einem Baum neben einem Steinhaufen mit aufgepfanzter Franziskusfigur hängt, wirkt seltsam deplatziert. Nichts einzuwenden gibt es am Weg. Sonnenbeschienen, mit Vogelzwischern akustisch optimiert, schön eben. Gerade in dem Moment, als die Gedanken um die Frage kreisen, ob der Panoramaweg denn einer Umbenennung bedürfe, öffnet sich beim kurzen Anstieg zur Amalienhütte ganz überraschend ein schöner, vom Frühnebel umspielter Blick über den Blenklepass in Richtung Hüfingen. Zwar anderswo, als ausgewiesen. Aber aller Mühen wert.