Mit einer knappen Mehrheit haben sich die Kreisräte am Montagabend gegen die Wiedereinführung des alten Donaueschinger Kennzeichens ausgesprochen. 21 Befürworter wurden dabei von 29 Gegnern überstimmt, 8 Räte enthielten sich der Abstimmung.

Neben dem Kostenfaktor brachten die Kritiker vor allem das Argument vor, man werde mit der Einführung des alten Donaueschinger Kreis-Kennzeichens eine Spaltung innerhalb des Schwarzwald-Baar-Kreises forcieren.

Beim Kramer-Treffen in Gutmadingen fahren immer wieder historische Schlepper vor, die noch ein altes DS-Kennzeichen haben. Bild: Paul Haug
Beim Kramer-Treffen in Gutmadingen fahren immer wieder historische Schlepper vor, die noch ein altes DS-Kennzeichen haben. Bild: Paul Haug | Bild: Paul Haug
Das könnte Sie auch interessieren

Erik Pauly: Für die Vielfalt

"Ich glaube, es ist selten der Fall, dass sich in einem Antrag nur positive Argumente finden", erklärte Oberbürgermeister Erik Pauly bei seinen Ausführungen zum Antrag. Er ergänzte: "Es ist ein zusätzliches Wahlrecht für die Bürger des Kreises. Die Sondergebühren für das Kennzeichen kommen zudem dem Kreishaushalt zugute. Ein positiver Nebeneffekt." Wenn er von Bürgern angesprochen werde, die sich nach den negativen Seiten erkundigen, dann gingen ihm die Argumente aus, so Pauly. 

"Die Sorge im Vorfeld, dass dadurch die Einheit des Kreises gefährdet wird, teile ich nicht." Niemand werde immerhin auf Europa schauen und anhand der verschiedenen Nationalflaggen die Einheit in Gefahr sehen. "Europa ist in Vielfalt vereint", so der Bürgermeister. Und ein ähnlicher Wahlspruch sei auf der Homepage des Landratsamtes zu finden. Dort heiße es: Vielfalt ist die Stärke des Landkreises. "Ich denke, die Bürger sind mündig genug, darüber selbst zu entscheiden. Man sollte ihnen das Wahlrecht nicht absprechen. Für die Vielfalt und für ein Kennzeichen DS", so Pauly.

Das könnte Sie auch interessieren

Wir-Gefühl untergraben

Gegenwind gab es von Berthold Ummenhofer, Kreisrat der Freien Wähler aus Villingen-Schwenningen. "Die Mehrheit unserer Fraktion wird nicht dafür stimmen. Ich sehe da nämlich schon negative Aspekte. Wieso sollten wir das Kennzeichen verändern?" Es sei besonders für Fremde äußerst verwirrend, sich in einem Kreisgebiet mit mehreren Kennzeichen konfrontiert zu sehen. "Damit wird das Wir-Gefühl untergraben", so Ummenhofer weiter. Er unterstellte, dass in den Köpfen so wieder eine Teilung des Kreises reife, wie sie offensichtlich ohnehin noch nicht gänzlich verschwunden sei. Entsprechendes Denken sei immer noch vorhanden. "Wir sind der schönste Landkreis in Deutschland. Ich sehe daher überhaupt keine Notwendigkeit, das DS-Kennzeichen wieder einzuführen. Es funktioniert auch ohne."

Das könnte Sie auch interessieren

Gute Erfahrungen gemacht

"Es gibt etliche Landkreise, die haben seit Jahren mit den Alt-Kennzeichen gute Erfahrungen gemacht. Die Argumente und Bedenken dagegen sind nicht eingetreten", sagte FDP-Kreisrat Roland Erndle. Er sehe hier regelrechte Ängste, das alte Landkreisdenken könne zurückkehren. "Zahlen und Fakten belegen, dass man so etwas nicht nur kostenneutral, sondern auch gewinnbringend machen könnte", so Erndle. Wenn man es den Bürgern frei überlasse, seien sie dafür dankbar. "So baut man Vertrauen auf." Eine Zustimmung sei ein Zeichen für einen vorwärts gewandten und toleranten Landkreis. "Als man damals für VS und nicht SBK als Kennzeichen stimmte, war man tolerant. So sollte es jetzt auch sein", so der FDP-Kreisrat. Auch Blumbergs Bürgermeister Markus Keller sprach sich für die Wiedereinführung aus: "Mir fehlen die Gegenargumente. Wir machen die Leute glücklich und die Sache ist kostentechnisch abgedeckt. Es ist keine Stimme gegen VS, sondern für die Freiheit der Bürger." Er selbst hätte im Fall der Zustimmung das VS-Kennzeichen behalten, wolle sich aber nicht gegen die Wahlfreiheit aussprechen.

Das könnte Sie auch interessieren

Wie mit anderen Wünschen umgehen?

Verständnis für das Donaueschinger Anliegen äußerte Villingens Oberbürgermeister Rupert Kubon: "Den Einsatz für die Identität der Stadt verstehe ich. Dennoch impliziert das doch auch viel." Man schaffe damit eine Art Präzedenzfall und jeder im Bregtal, früher im Kreis Donaueschingen, werde "sich mit dem Kennzeichen bewaffnen" Man würde dann in Zukunft damit konfrontiert, wie man mit anderen Wünschen zu Alt-Kennzeichen umgehen müsse. "Wenn etwa jemand in Schwenningen ein RW-Kennzeichen möchte. Mit welcher Begründung soll man das dann verwehren?" Für Kubon stehe gerade das Kennzeichen VS für Zusammenhalt: "Es vereint badische und württembergische Zusammenhänge."