Vier Landtagsabgeordnete stellten sich Zehntklässlern der Realschule zur politischen Diskussion. Eingeladen waren Guido Wolf (CDU), Gabi Rolland (SPD), Lars Berg (AfD) und Jürgen Keck (FDP). Ein Landtagsbesuch im Juli 2018 hatte die Jugendlichen motiviert, sich mit politischen Themen auseinanderzusetzen, schreibt die Schule in einer Pressemitteilung.

Schulthemen wie der neue Bildungsplan, Lehrermangel oder Unterrichtsausfall brachten den Austausch früh ins Rollen. Vor allem beim neuen Bildungsplan waren sich die Abgeordneten und die Schüler uneinig. Lars Berg stellte fest, dass der neue Bildungsplan zu viel Unruhe bringe und Baden-Württemberg zurückgerutscht sei, was Bildung angehe. Guido Wolf verteidigte den Bildungsplan mit dem Satz: „Wenn sich was ändert, sind anfangs alle skeptisch.“

Das zweite große Thema, das bei diesem Zusammentreffen für Unruhe sorgte, war die Gleichberechtigung von Mann und Frau. In diesem Zusammenhang wurde auch über die Frauenquote im Landtag diskutiert, die mit 24,4 Prozent niedriger ist als in den vergangenen 20 Jahren. Lars Berg sieht das jedoch als strukturelles Problem und meinte, Frauen müssen ermutigt werden, harte Fächer wie zum Beispiel Maschinenbau zu studieren. „Was Frauen können, können Männer auch“, so Berg. Gabi Rolland (SPD) sah das jedoch anders. Nach ihrer Ansicht sei die Quote notwendig: „Wenn es nicht freiwillig geht, muss der Staat was tun …“

Beim Thema Flüchtlingspolitik herrschte weitgehende Einigkeit, wenn es darum geht, humanitäre Hilfe zu leisten und Integration zu fördern. Uneinigkeit gab es beim Thema Straftaten, die von den Flüchtlingen begangen werden und der daraus resultierenden Abschiebung.

Homosexualität sei Privatsache, so die einhellige Meinung der Abgeordneten. Die gleichgeschlechtliche Ehe solle, so Keck, „unter dem Schutze des Staates stehen“, was Adoption beinhalte. Berg tat sich schwer eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft nach einer Heirat als Ehe zu bezeichnen, da hieraus keine leiblichen Kinder entstehen können.

Beim letzten Diskussionspunkt ging es um das Dieselfahrverbot in Stuttgart. Dabei äußerte sich Jürgen Keck zur Anbringung der Messstationen am Neckartor: Die Luft sei noch nie so gut gewesen wie derzeit. Zudem seien elektrische Autos nicht die einzige Lösung. Gabi Rolland legte den Fokus auf einen Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs.

Für die Schüler sei es eine spannende und lehrreiche Veranstaltung gewesen, bei der sie die „richtige Politik“ etwas näher kennenlernen durften.