Der 17-Jährige war bei der Polizei kein Unbekannter, als er im April 2018 in Untersuchungshaft genommen wurde. Im Städtedreieck hatte er im Laufe der Zeit einige Taten angehäuft, die von Diebstahl bis zu tätlichem Angriff auf Polizeibeamte reichten. Aber was wurde eigentlich aus ihm?

Das könnte Sie auch interessieren

Von der Haft direkt vor Gericht

Von der Untersuchungshaft ging es direkt vor das Jugendschöffengericht in Villingen-Schwenningen. Dort habe man ihn im September zu einer Haftstrafe von zwei Jahren verurteilt. Die Strafe ist direkt anzutreten, ohne Bewährung. Ein hartes Urteil unter dem Gesichtspunkt, dass es sich um einen Jugendlichen handelt? "Unter 18 Jahren gilt immer Jugendstrafrecht, erst darüber wird beurteilt", erklärt Andreas Mathy, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Konstanz. Das Urteil werde sofort rechtskräftig, normalerweise gehe es dann von der Untersuchungshaft direkt in den richtigen Vollzug, so Mathy weiter.

Das könnte Sie auch interessieren

Polizistin ins Gesicht geschlagen

Bereits die Untersuchungshaft und die Höhe der Strafe deuten auf die Schwere der zur Last gelegten Verbrechen hin. Besonders heftig ist das im Februar 2018. Jugendliche Ladendiebe werden von einem mutigen Bürger gestellt, die Polizei trifft ein. Dann passiert, womit keiner der Beteiligten gerechnet hatte: einer der Jugendlichen geht auf eine Polizistin los, verpasst ihr massive Schläge ins Gesicht, schlägt noch zu, als die Beamtin schon in die Knie gegangen ist. Die Polizei konnte den damals 16-Jährigen zwar fassen, musste ihn aber wieder gehen lassen. Für einen Haftbefehl reicht die Kürze der Zeit nicht.

Das könnte Sie auch interessieren

Chaos-Fahrt mit Roller

Im April ist schließlich das Maß voll: Derselbe Jugendliche sorgt erneut für Schlagzeilen. Er klaut in einer Nacht mehrere Roller, versenkt einen davon in der Breg bei Hüfingen. Dabei wird er allerdings von Zeugen beobachtet, die Polizei kommt ihm auf die Fährt. Davon lässt er sich jedoch nicht beirren und flieht nach einer Chaos-Fahrt mit Roller durch Donaueschingen schließlich zu Fuß über den Siedlersteg an der Hermann-Fischer-Allee vor der Polizei. Dann geht es jedoch schnell: der Staatsanwalt spricht mündlich einen Haftbefehl aus, die Donaueschinger Beamten können den Jugendlichen schließlich an einer Tankstelle festnehmen. Auch für sie ist das kein Fall, wie er täglich auftritt.

Das könnte Sie auch interessieren

Vier dicke Aktenordner

Der zuständige Polizei-Oberkommissar ist zu diesem Zeitpunkt bereits über ein Jahr mit den Taten des Jugendlichen beschäftigt. Einige Akten in vier dicken Ordnern haben sich angesammelt. "Wenn gegen einen 17-Jährigen ein Haftbefehl erlassen wird, dann ist da schon mehr dabei", erklärte Polizeisprecher Harri Frank damals. Auch dass so etwas nach außen kommuniziert werde, sei ungewöhnlich. Dabei spiele der Angriff auf die Beamtin eine nicht unerhebliche Rolle, erklärt Andreas Mathy.