"Wir sind dann mal weg." So lautete das Motto der beiden Allmendshofener Thomas Wolf und Bernd Wild. Sie haben sich auf Schusters Rappen nicht auf den in Mode geratenen Jakobsweg, sondern "nur" von Allmendshofen auf ins Wallis gemacht. Satte 320 Kilometer spulten die beiden in zwölf Tagen herunter, ohne jeglichen Luxus und Komfort. Das Zelt wurde aufgebaut und in freier Natur übernachtet.

Die Aktion wurde aus einem Spaß heraus geboren, wobei gerade Thomas Wolf ein ambitionierter Wanderer ist. Auf das Ziel kam Wolf, weil seine Schwester und ihr Mann im Wallis in der Nähe von Leukerbad ein Ferienhaus besitzen, und die Lage durch ihre herrliche Landschaft besticht. Also schaute er auf einer Karte, ob es in der Nähe Wanderrouten gibt. "Ich wurde dort fündig mit Wander- und Fernwanderwegen, die sehr gut ausgeschildert waren." Bernd Wild zeigte sich von dem Unterfangen ebenso begeistert.

Start war am Reitturnier-Samstag, nachdem Thomas Wolf am Donnerstag noch den Sieg beim Festumzug durch die Innenstadt mit den Sieben Plätz Hexen geholt hatte. Über Bonndorf, Waldshut und Albbruck ging es über den Rhein. Vorbei an Aarau, weiter durch das Berner Oberland, vorbei am Thuner See durch das Emmental bis ins Wallis. "Rund 30 Kilometer war die Marschroute pro Tag, und dies mit schwerem Gepäck", erzählen die beiden. "So an die 25 Kilogramm hatten die Rucksäcke", weiß Bernd Wild zu berichten. Übernachtet wurde mitten in der Natur im Zelt. "Zweimal war es so warm, dass wir das Zelt gar nicht erst aufstellten", so Wolf. Verpflegt haben sich die beiden ebenfalls selbst: Mit Campingkocher und Lagerfeuer wurde das Essen zubereitet.

Kochen und Essen unter freiem Himmel prägten die zwölf Tage Natur pur. Bild: privat
Kochen und Essen unter freiem Himmel prägten die zwölf Tage Natur pur. | Bild: privat

"In den ersten Tagen haben wir aufgrund der Trockenheit und der Waldbrandgefahr auf ein Lagerfeuer verzichtet", so Gewerbeschullehrer Wolf. Tolle Erfahrungen machten die beiden unterwegs mit den Eidgenossen. Alle, die sie trafen, zeigten sich sehr interessiert am Vorhaben der Allmendshofener und gaben bereitwillig Auskunft.

Begeistert waren Wolf und Wild beim Anblick des Thuner Sees. "So ein herrlicher Fleck", sind sie sich einig. Aber auch die Übernachtung im Garten einer Villa direkt am See war sicher mit ein Höhepunkt ihrer Wanderung. Nach zwölf Tagen Natur pur, herrlichen Landschaftseindrücken und auch einem gewissen Stolz über das Geleistete kamen sie am Ziel an.

Zielankunft nach 320 Kilometer Fußmarsch – Bernd Wild und Thomas Wolf (links). <em>Bild: Thomas Wolf</em>
Zielankunft nach 320 Kilometer Fußmarsch – Bernd Wild und Thomas Wolf (links). | Bild: Thomas Wolf

"Bei den 320 Kilometern zu Fuß sind wir bis auf 2300 Meter Höhe gekommen. Völlig minimalistisch unterwegs, mit Rucksack, Zelt und Campingkocher. Das zeigt, was man alles schaffen kann", so das Fazit der beiden Wanderer. Im November darf man sich auf einen Vortrag mit vielen Bildern im Allmendshofener Rathaus freuen.