Für reichlich Diskussionsbedarf sorgt in Wolterdingen ein Grundstück am Ortseingang Richtung Tannheim. Der Ortschaftsrat hat schon mehrfach darüber diskutiert. Anwohner beschweren sich. Und auch das Donaueschinger Rathaus und das Landratsamt beschäftigen sich mit der Fläche.

Der Eigentümer soll im Februar Erdreich in erheblichem Maße aufgeschüttet haben. "Mir ist das bei einer Runde durch den Ort aufgefallen", blickt Ortsvorsteher Reinhard Müller zurück. Die Straße sei total verschmutzt gewesen und auf dem Grundstück ein Bagger im Einsatz, der Erde verteilte. "Mir war nichts dazu bekannt und ich hatte auch keinen Hinweis auf eine Genehmigung."

Denn ein Grundstückseigentümer kann auf seinen Flächen nicht einfach schalten und walten. Selbstständige Aufschüttungen und Abgrabungen sind bis zu zwei Meter Höhe oder Tiefe genehmigungsfrei. Allerdings gibt es in der Landesbauordnung für den Außenbereich, in dem das Grundstück liegt, eine Ergänzung. "Im Außenbereich sind Aufschüttungen und Abgrabungen mit mehr als 500 Quadratmeter Fläche genehmigungspflichtig", erklärt Ingo Kottmann, Amtsleitung Bauverwaltung im Donaueschinger Rathaus.

Bild: Reinhard Müller

Laut Ortsvorsteher Müller lag allerdings zum Zeitpunkt der Arbeiten keine Genehmigung vor, es habe ihm damals aber auch niemand sagen können, ob überhaupt eine Genehmigung nötig sei. Der Kontakt mit den Arbeitern, die auf dem Grundstück im Einsatz waren, lief nicht ganz so erfreulich. Er sei ziemlich angefahren worden. Was er sich erlaube, den zu unterstellen, dass die Arbeiter ohne Genehmigung im Einsatz wären. Es gebe eine Genehmigung. "Es hatte überhaupt keinen Wert zu diskutieren", erinnert sich Müller.

Die Genehmigung der Stadt ist die eine Sache, doch Erdaushub kann auch nicht einfach irgendwo abgeladen werden. "Ich bin mir auch nicht sicher, ob das Material nicht belastet ist", sagt Müller. Belastung muss in diesem Fall nicht immer mit Giftstoffen zusammenhängen, an die man in erster Linie denkt. So kommen Radioaktivität und Schwermetalle beispielsweise auch natürlich in der Umwelt vor und können das Erdreich kontaminieren. Auch Mengen von Steinen und Kiese können durchaus ein Punkt sein. "Die Farbe des Materials war doch recht unterschiedlich und ich habe auch viel Steine und Elektroteile gesehen", erklärt Müller.

Bild: Reinhard Müller

Scheinbar kam dann das Landratsamt zum Einsatz. Schließlich könnte es sich auch um ein Abfall- und umweltrechtliches Vergehen handelt. "Auf jeden Fall wurde die Baustelle eingestellt", sagt Müller. Seither wartet man in Wolterdingen allerdings darauf, dass irgendetwas passiert. Mittlerweile sieht man die Erdaufschüttungen auch nicht mehr. Das Gras ist hoch gewachsen und verdeckt alles. Doch ein paar Hügel lassen noch auf die Arbeiten schließen.

Sowohl im Rathaus Donaueschingen, als auch im Landratsamt in Villingen beschäftigt man sich nun mit dem Wolterdinger Vorfall. In Donaueschingen wurde zumindest keine Genehmigung ausgestellt. Aber es dreht sich aktuell alles um eine Frage: Waren es nun mehr als 500 Quadratmeter oder weniger? Durchaus kann es da scheinbar unterschiedliche Ansichten geben. Wären es tatsächlich weniger als 500 Quadratmeter gewesen, wäre das ganze Verfahren nicht genehmigungspflichtig gewesen.

Doch auch auf Kreisebene wird der Sachverhalt geprüft. "Der Fall ist uns seit Anfang des Jahres bekannt", sagt Heike Frank, Pressesprecherin des Landratsamtes. Aktuell werde der Sachverhalt geprüft. "Mit einer Entscheidung ist in den nächsten Wochen zu rechnen", sagt Frank.