Nanu. In der zweiten Januarhälfte erwartet man die Männer von den Technischen Diensten (TD) doch eher im Räum- und Streufahrzeug, um im Winterdienst ihre Runden zu drehen, damit die Bürger auf sicheren und sauberen Straßen fahren. Weit gefehlt in diesen ersten Tagen des Jahres, die nahezu schneefrei ausgefallen sind und sich wie der Vorfrühling anfühlen. Zwar ist bei Minustemperaturen in der Nacht die Glättegefahr nicht zu unterschätzen und wird entsprechend am frühen Morgen fachgerecht angegangen.

Wasserstand ist gerade ideal

Doch im Tagdienst sind die TD-Kollegen derzeit mit Heckenschere und Motorsäge anzutreffen. Gehölzschnittarbeiten sind laut Bundesnaturschutzgesetz nur zwischen Anfang November und Ende Februar möglich. Da werden eben die ungewohnten Kapazitäten genutzt. Wie an der Uferböschung der Brigach. „Die Böschung ist gegenwärtig trocken und trittsicher. Zudem ist der Wasserstand der Brigach niedrig genug für diese Arbeiten“, sagt Armin Börnert. Was dem TD-Chef prima in den Kalender passt, löst bei manchem Beobachter offenbar Kopfschütteln aus.

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„Warum macht ihr hier denn so einen Kahlschlag?“ Das müssen sich die TD-Mitarbeiter von Spaziergängern anhören. Immerhin, das räumt auch Börnert ein, gehe es doch landauf, landab bei fast allen Bächen und Flüssen darum, deren Bett und Randbereiche naturnah zu gestalten, Fließgeschwindigkeit zu reduzieren und Lebensraum für Tiere aller Art zu schaffen.

Seit Alters her ein Kanal

Doch an der Brigach sieht es eben anders aus. „Die Brigach ist im Stadtgebiet seit Alters her ein Kanal“, weiß Börnert. Und diesen Kanal versuche man eben frei zu halten. Funktionalität und Historie stehen hinter einem Schnitt, der an die Wurzel geht. Immerhin lägen ja Findlinge im Brigachbett, die den gleichförmigen Kanalfluss ein wenig strukturieren.

Alle paar Jahre wird der Kahlschlag im Sinne des Hochwasserschutzes verordnet. Ihn begleitet auch ein Sicherheitsaspekt. So wird am Brigachufer im Bereich Siedlersteg die Bepflanzung auch aus Präventionsgründen kurz gehalten. Dieser Abschnitt gelte ein wenig als Brennpunkt. Gut also, wenn dieser schon vom fahrenden Auto aus eingesehen werden könne, meint Börnert.