Plötzlich geht das Licht aus. Auch die elektronische Waage und die Aufschnittmaschine stehen still. Birgit Gänsler kennt das schon. Die Verkäuferin lässt ihre Kundschaft stehen, wuselt aus dem Verkaufswagen der Hofmetzgerei Laufer aus Dittishausen und steuert den Stromverteilerkasten hinter dem rollenden Verkaufsstand an. Dort legt sie den Sicherungsschalter wieder um. "Lästig ist das", sagt sie heute, Freitag, am Markttag und ist dabei auf dem Donaueschinger Wochenmarkt nicht allein mit einem Problem, das in diesem Winter gemeinsam mit den Minustemperaturen Einzug gehalten hat.

Birgit Gänsler verkauft vom Verkaufswagen der Hofmetzgerei Laufer Fleisch und Wurst. In letzter Zeit falle auf dem Donaueschinger Wochenmarkt immer mal wieder der Strom aus, klagt sie.
Birgit Gänsler verkauft vom Verkaufswagen der Hofmetzgerei Laufer Fleisch und Wurst. In letzter Zeit falle auf dem Donaueschinger Wochenmarkt immer mal wieder der Strom aus, klagt sie. | Bild: Wursthorn, Jens

Am Verteilerkasten trifft sie Leonhard Glaser vom Nachbarstand, der den Verteilerkasten erst einmal mittels Inbusschlüssel öffnen muss. Auch dem Obst- und Gemüsehändler aus Iznang am Bodensee ist schon aufgefallen, dass es immer mal wieder die Sicherung raushaut: und das in den Anfangsstunden des Marktbetriebs. "Das ist natürlich die Phase, in der recht viel Strom benötigt wird."

Keine Frage: Wenn vor Sonnenaufgang Minustemperaturen herrschen, bringt jeder Händler eine Wärmequelle mit. Und die Form, wie sie betrieben wird, scheint einem Wandel unterworfen. Früher hätten die Händler in der Regel eine Gasflasche dabei gehabt und neben sich ihr "Gasöfele" aufgebaut. "Aber das ist wohl aus der Mode gekommen", urteilt der Markbeschicker. Immer häufiger hingen Elektroöfen an der von der Stadt zur Verfügung gestellten Stromversorgung.

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Dabei sind des nicht nur die elektrischen Heizstrahler, die nachweislich seit Januar zu den Stromproblemen führen. Mitverantwortlich seien auch gesetzliche Vorgaben, sagt Stadtsprecherin Beatrix Grüninger. Aufgrund von Hygienevorgaben müssen die Marktbeschicker Kühltheken vorhalten. Auch für elektronische Kassen- und Wiegesysteme bestehe eine Verpflichtung.

Der Markttag ist fast vorbei. Hans-Peter Schelle kommt jeden Freitag mit seinem Brot-Verkaufswagen nach Donaueschingen. Seit es richtig kalt ist, hat der Marktbeschicker aus Gottmadigen wie andere immer wieder Probleme bei der Stromversorgung.
Der Markttag ist fast vorbei. Hans-Peter Schelle kommt jeden Freitag mit seinem Brot-Verkaufswagen nach Donaueschingen. Seit es richtig kalt ist, hat der Marktbeschicker aus Gottmadigen wie andere immer wieder Probleme bei der Stromversorgung. | Bild: Wursthorn, Jens

Auf dem Alten Festhallenplatz stehen den Marktbeschickern mehrere Stromsäulen zur Stromabnahme zur Verfügung. Dabei sind bei weitem nicht alle Händler von den kurzzeitigen Stromstopps betroffen. Oft sind es Leidensgenossen vom gleichen Verteilerkasten. Hans-Peter Schelle, der mit seinem Verkaufswagen von Gottmadingen nach Donaueschingen fährt, arrangiert sich mit dem Kabelnachbarn. "Da hängt man die Heizung schon einmal nacheinander an." Bei Schelle ist das ein mobiler Backofen, mit dem er frische Backwaren backt. Ganz schön lästig, wenn der unvermittelt ausfällt. "Das merkt man aber gleich", lacht er. Denn das Licht geht ebenfalls aus. Da ist der Stromausfall am frühen Morgen schon wieder von Vorteil.

Der Blumenhändler Heinrich Häusler bringt mit seinem farbenfrohen, blühenden Angebot den Frühling auf dem Donaueschinger Wochenmarkt.
Der Blumenhändler Heinrich Häusler bringt mit seinem farbenfrohen, blühenden Angebot den Frühling auf dem Donaueschinger Wochenmarkt. | Bild: Wursthorn, Jens

Zuerst habe ein Unterverteiler ausgelöst und danach die Hauptsicherung, erklärt Grüninger, wie es im Januar erstmals zu einem Stromausfall kam. Die Stadt reagierte schnell. Schon im Januar wurde eine Fachfirma beauftragt, die Stromsäulen auf dem Wochenmarkt durch einen Umbau zu optimieren. Diese Elektroinstallationen können erst ausgeführt werden, wenn es die Witterung zulässt.

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