Donaueschingen – Sie sind seit drei Jahrzehnten eine feste Größe in der Kommunalpolitik: Die Gemeinschaft Unabhängiger Bürger (GUB) hat ihre Spuren in der Stadt hinterlassen. Vielfach kritisch gelagert, haben sich die Mitstreiter von Claudia Weishaar in die Stadtpolitik eingebracht und vieles mitgetragen, was am Ratstisch entschieden wird. Jüngstes Kind des Engagements ist die geplante Umgestaltung von Brigachufer und Irmapark bei der Christuskirche zu einem Generationentreff mit attraktivem Spielplatz und Treppenstufen zum Brigachufer.

Dafür wollen sich die Vorsitzende Claudia Weishaar und Fraktionssprecherin Claudia Jarsumbek notfalls verkämpfen: Bei der Hauptversammlung der Unabhängigen am Donnerstagabend im Hotel "Hirschen" ließen sie keinen Zweifel daran, dass dieses seit langem diskutierte Projekt nicht weiter auf die lange Bank geschoben werden dürfe. Und schon gar nicht wollen sie, dass es womöglich von der Fraktion der Freien Wähler und Liberalen am Ende noch zu Fall gebracht werde.

Claudia Weishaar macht deutlich, dass sie noch immer unter dem Eindruck der Wahlen in Amerika stehe und zieht daraus für die Gemeinschaft Unabhängiger Bürger den Schluss: "Wir müssen aufpassen, dass andere nicht ausgegrenzt und untergebuttert werden." Mit Aktionen, wie dem seit 1990 veranstalteten Rädlemarkt habe man stets die Stimmungen in der Bevölkerung wahrgenommen. Dazu gehöre es auch, beim Tingeln über die Dörfer Sorgen und Nöte aus Ortsteilen kennenzulernen. "Wir sind nicht nur am Ratstisch präsent, sondern auch außerhalb.

" Andererseits beklagt sich Jörg Mietz am Rande der Veranstaltung darüber, dass zwei gewählte Mandatsträger der GUB nicht zur Hauptversammlung gekommen seien, offensichtlich, weil sie den Karnevalsbeginn in Köln und den Martini-Umzug in Donaueschingen als wichtiger erachteten.

"Die GUB gestaltet mit", sagt Fraktionssprecherin Claudia Jarsumbek, die aus dem Gemeinderat berichtet. Sie erinnert an das Tourismuskonzept, das mit viel Aufwand in Arbeitskreisen Hinweise gebracht habe, dass in Donaueschingen ein hohes Entwicklungspotenzial stecke. Die Stadt wolle auf die Donau als Naturerlebnis setzen, ein Musiktage-Museum zum Jubiläum der Gesellschaft der Musikfreunde unterstützen und mit einer neuen Imagekampagne die ihre positiven Punkte herausstellen.

Dazu gehört das Verkehrskonzept, das kürzlich im Gemeinderat beraten wurde und eine Reihe von Veränderungen in der Verkehrsführung bringen könnte. "Hier müssen wir viele Interessen abwägen", räumt Jarsumbek ein, "es bietet aber gute Chancen für die Attraktivität der Stadt." Im kommenden Herbst soll das neue Stadtbuskonzept kommen, das in drei Schleifen, im Halbstundentakt und mit neuen Haltestellen zum Umsteigen auf Busse einlädt. Und es geht um die neue Realschule: Sie soll wohl auf dem Kasernengelände entstehen. Claudia Jarsumbek zeigt sich ärgerlich über die Sparsamkeitsappelle von Oberbürgermeister Pauly. "Der Gemeinderat hat immer sparsam und kostenbewusst entschieden", sagt sie, hingegen "kommen von der Verwaltung keine konkreten Einsparvorschläge".

GUB hat gewählt

Turnusgemäß hat die Gemeinschaft Unabhängiger Bürger (GUB) bei der Hauptversammlung im Hotel "Hirschen" gewählt. Mit 19 Wahlberechtigten war die Versammlung gerade noch entscheidungsfähig. Jörg Mietz wurde als stellvertretender Vorsitzender bestätigt, Helene Ebinal als Schriftführerin. Ralf Gliese, Manfred Glunk und Astrid Speck wurden erneut zu Beisitzern gewählt. Auch die Kassenprüfer Gisela Langner und Tobias Mauz wurden in ihren Ämtern bestätigt. (bea)