Ein Donaueschinger Urgestein feiert am Freitag, 1. Februar, seinen 90. Geburtstag: Herbert Bayer, den die Donaueschinger am ehesten unter seinem Spitznamen "Hebbie" kennen. Sein großes rundes Wiegenfest wollte er eigentlich zurückgezogen im eigenen Heim an der Wöhrdenstraße feiern. Doch er hat die Rechnung ohne seine Familie, seine vielen Freunde und Bekannten gemacht. Er bekommt Anrufe von überallher, jede Menge Besuch und Glückwünsche von vielen Mitstreitern. Natürlich von seiner Ehefrau Maria, von acht Enkeln und acht Urenkeln, von Jägern und Jagdhornbläsern, der Deutsch-Französischen Gesellschaft, den Ungarnfreunden, der Stadtverwaltung, Pfarrer Loks und der katholischen Kirchengemeinde, die für "Hebbie" einen Gottesdienst zum Jubiläum organisiert haben.

Aber die größte Überraschung für das Geburtstagskind ist wohl Miklós Beer gelungen: Der Bischof der ungarischen Partnerstadt Vác, selbst auch schon 75 Jahre alt, ist eigens nach Donaueschingen gereist. Er feiert mit seinem langjährigen Freund den 90. Geburtstag. Miklós Beer will aber nicht, wie bei einem früheren Besuch, seine Füße in der jungen Donau baden. Er zelebrierte am Freitagnachmittag gemeinsam mit Stadtpfarrer Erich Loks den Gottesdienst in St. Marien zu Ehren von Herbert Bayer. Der in Budapest geborene Beer wurde 2003 von Papst Johannes Paul II. zum Bischof von Vác ernannt und steht seither an der Spitze des Bistums Vác.

Herbert Bayer ist, abgesehen von ein paar "Zipperlein", bei guter Gesundheit. Er und seine Frau Maria sind seit 66 Jahren verheiratet. Seit gut sieben Jahrzehnten ist Bayer begeisterter Jäger und Jagdhornbläser. So gab es gestern musikalische Glückwünsche für das Geburtstagskind. Herbert Bayer ist ein Donaueschinger "Aktivposten". Auf vielen Wegen hat er seine Spuren hinterlassen. Er ist Ehrenbürger der Stadt Vác, auch weil er mit regelmäßigen Hilfsaktionen die ungarische Partnerstadt unterstützte.

Er lebt bis heute im Elternhaus an der Wöhrdenstraße, wo er 1929 auch zur Welt kam. Durch einen glücklichen Zufall überstand das 1904 erbaute Haus den großen Donaueschinger Stadtbrand von 1908. Hier wuchs Herbert Bayer gemeinsam mit sechs Geschwistern auf. "Meine Kindheit möchte ich nicht missen", sagt er, "wir waren nicht reich, aber auch nicht arm: Denn wir fühlten uns hier zu Hause gut aufgehoben und geborgen. Das ist ja auch was."