Aus "ihrem" Brückeneinweihungstag ein Volksfest zu machen: Das schaffen wohl nur wenige Stadt- oder Ortsteile. Wer dafür zu haben ist, sind selbstredend die Allmendshofener, die am Samstag zur Riedbrückeneinweihung Hunderte von Schaulustigen lockten.

Video: Roger Müller

Es war einmal mehr wieder ein Spektakel ohnegleichen. Ganz Allmendshofen war auf den Beinen. Selbst die Sonne lugte hinter dem Hochnebel hervor und die Stimmung war bestens, als Oberbürgermeister Erik Pauly seine Rede hielt.

Gefühlt ganz Allmendshofen ist bei der Einweihung der neuen Riedbrücke auf den Beinen.
Gefühlt ganz Allmendshofen ist bei der Einweihung der neuen Riedbrücke auf den Beinen. Bild: Roger Müller

"Es war eine schwere Geburt bis zum Bau der Brücke", sagte das Stadtoberhaupt. Dabei war man nun drei Jahre ohne Brücke, die nun in knapp sieben Monaten fertiggestellt wurde. "Es war zudem ein bundesweites Kuriosum, weil kurz vor Schließung der Brücke ein Warnschild stand, dass sie beim Überqueren mit maximal 100 Kilogramm belastet werden darf", so Pauly. Selbst ein Fernsehsender hatte sich angekündigt, über diese "Tonnagebeschränkung" zu berichten.

1898 war die Brücke aus Stahl gebaut worden, doch die folgenden 100 Jahre nagten an der Substanz des Bauwerks. Es wurde im Gemeinderat beschlossen, zunächst eine Fuß- und Radweg Brücke zu realisieren, auch aufgrund der Kostenbelastung. Aber Allmendshofen wäre nicht Allmendshofen, wenn die Bewohner nicht "leidenschaftlich für ihre Brücke gekämpft hätten", so Pauly.

Und so wurde die Entscheidung im Gemeinderat noch einmal gekippt, und es wurde eine Brücke ohne Tonnagebeschränkung auf den Weg gebracht. Man wollte nämlich auch an die Landwirte denken, die bis am Samstag einen großen Umweg mit ihren schweren landwirtschaftlichen Geräten in Kauf nehmen mussten, um zu ihren Feldern zu gelangen.

Natürlich schlug die Riedbrücke von Allmendshofen in der Region große Wellen. Zahlreiche Vorschläge wurden aus anderen Ortsteilen gemacht, die teils allerdings nicht ganz so ernst zu nehmen waren. Von einer Hänge- über eine Schwimmbrücke, bis hin zu einer Ausführung aus Kunststoff war alles vertreten.

Tipps zur Brückenüberquerung – falls diese mal wieder bis 100 Kilogramm beschränkt werden sollte -, gab Michael Blaurock an OB Erik Pauly. Bild: Roger Müller
Tipps zur Brückenüberquerung – falls diese mal wieder bis 100 Kilogramm beschränkt werden sollte -, gab Michael Blaurock an OB Erik Pauly. Bild: Roger Müller

Doch nun ist das Bauwerk vollendet, und bestand am Samstag seinen ersten Härtetest.

Video: Roger Müller

Vor Hunderten von Schaulustigen verlas auch Franz Wild als "heimlicher Ortsvorsteher" von Allmendshofen seine Dankesworte. "Endlich sind die Zeiten vorbei, wo wir als Allmendshofener nicht mit guten Tag begrüßt wurden, sondern mit der Frage, Was macht denn die Bruck?", sagte Wild. "Ab heute können wir erwidern, die Bruck ist fertig".

Auch OB Pauly scherzte noch, "So, nun ist Allmendshofen mit Bauwerken für die nächsten Jahre gut aufgestellt", erntete aber prompt leise, nicht böse gemeinte Pfiffe. "Ein Stadion oder eine Tribüne für die Fußballer der DJK wären auch noch eine lohnende Investition", witzelte ein Besucher.

Natürlich gehört zu einer Brückeneinweihung auch die Segnung durch die Kirche.

Priester Markus Ramminger gibt in einer launigen Rede den Segen zur Brückeneinweihung. Bild: Roger Müller
Priester Markus Ramminger gibt in einer launigen Rede den Segen zur Brückeneinweihung. Bild: Roger Müller

Dies übernahm Priester Markus Ramminger, der mit einigen launigen Worten die Brücke segnete. Wolfgang Gut war es dann, der auch noch in die "Bütt" sprang, und mit seiner gekonnten Comedy-Ader noch einen Reim auf die Geschichte der früheren Riedbrücke verlas.

Wolfgang Gut lässt es sich nicht nehmen, mit einem kurzen Comedy-Auftritt die Vorzüge der Riedbrücke der Vergangeneheit in Reimform noch einmal vor zu tragen. Bild: Roger Müller
Wolfgang Gut lässt es sich nicht nehmen, mit einem kurzen Comedy-Auftritt die Vorzüge der Riedbrücke der Vergangeneheit in Reimform noch einmal vor zu tragen. Bild: Roger Müller

Im Anschluss wurde die Brücke dann freigegeben.

Geben die Riedbrücke symbolisch mit dem Durchtrennen des Bandes frei, v. links Franz Wild, Bauleiter Marcus Greiner, OB Erik Pauly, Bernhard Kaiser, Martin Schwendemann (Polier der Firma Meurer Bau), Georg Hornung von der ausführenden Firma Meurer Bau. Bild: Roger Müller
Geben die Riedbrücke symbolisch mit dem Durchtrennen des Bandes frei, v. links Franz Wild, Bauleiter Marcus Greiner, OB Erik Pauly, Bernhard Kaiser, Martin Schwendemann (Polier der Firma Meurer Bau), Georg Hornung von der ausführenden Firma Meurer Bau. Bild: Roger Müller

Ein Traktorkonvoi unterzog die Brücke einem ersten Leistungstest, die sie natürlich mit Bravour bestand.

Auch die Aufener Musik, die die Einweihung musikalisch begleitete, marschierte in Formation über den Neubau. Im Anschluss wurde auf der Straße rund um die neue Riedbrücke kräftig gefeiert.